Wirtschaft

Wirtschaftsrat Bremen: Netzausbau für die Offshore-Windenergie

27.04.2012

Wirtschaftsrat der CDU e.V. | Bremen Bremen: Im Zuge der Energiewende wurden von der Bundesregierung ambitionierte Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesetzt. Ein wesentliches Standbein soll dabei die Offshore-Windenergie darstellen. Doch der weitere Ausbau der knapp 30 genehmigten Projekte wird derzeit durch ungeklärte Fragen gebremst: Finanzierung, Genehmigungen, Infrastruktur, Schiffbau, Personal und allen voran die Netzanschluss-Thematik sind hier zu nennen - vgl. auch den Masterplan Offshore Windenergie der norddeutschen Länder aus März 2012. Dies führt zu Verzögerungen von Projekten und damit zu Schwierigkeiten bei Unternehmen und Dienstleistern, die bereits Kapazitäten aufgebaut haben bis hin zu Arbeitsplatzabbau und Insolvenzen - auch in Bremen und Bremerhaven.
 
In ihrer Sitzung am 26.04.2012 forderte die Landesfachkommission Energie des Wirtschaftsrats Bremen/Bremerhaven daher nachdrücklich, das Thema Netzausbau (inklusive Fristen sowie Haftungsregelungen für die Netzanbindung) bis zur Sommerpause zu klären. 
 
Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel 
Wird der Ausbau der Offshore-Windenergie jetzt nicht vorangetrieben, kann das Potenzial, welches von der Planung über die Errichtung bis hin zu Betrieb und Wartung insgesamt 200 Mrd. Euro in Deutschland bis 2020 beträgt, nicht gehoben werden. Viele - vorrangig mittelständische - Unternehmen der Offshore-Windenergie haben sich in den letzten Jahren in Bremen und Bremerhaven angesiedelt und in ihre Kapazitäten investiert, um die anstehenden Projekte stemmen zu können. Dabei hat sich Bremerhaven als ein weltweit anerkanntes "Kompetenzzentrum" entwickelt: 
Die derzeitigen Verzögerungen gefährden nicht nur Umsätze, sondern ganze Unternehmen sowie deren bestehende und geplante Arbeitsplätze. Bereits in 2009 betrug die Anzahl der Beschäftigten in der Offshore-Windbranche in Bremen rund 1.400. Bliebe es bei diesem Anteil, verfügt Bremen bei der prognostizierten Beschäftigungszahl von rund 33.000 in 2021 über rund 2.300 Arbeitsplätze, folglich entstehen mindestens 900 neue Arbeitsplätze.
 
"worst case Szenario" zeigt drastische Auswirkungen
Aktuelle Prognosen eines unabhängigen Marktforschungsinstituts zeigen, wie sehr sich die derzeit offenen Fragen, v. a. der Netzanbindung und der Finanzierung, auf die weitere Entwicklung der Offshore-Windenergie auswirken können. Selbst im Referenzszenario - der wahrscheinlichsten Entwicklung auf Basis der projektgenauen Analyse - werden die Ziele der Bundesregierung nicht erreicht. Bleiben die Schwierigkeiten bei Netzanbindung und Finanzierung bestehen, werden nur knapp 4 Gigawatt im Jahr 2020 in Deutschland realisiert sein. Das Ziel der Bundesregierung wird damit um 60 Prozent verfehlt (vgl. Abbildung).
 
 
"Um diesen Verzögerungen entgegenzusteuern und Investitionen und Arbeitsplätze nicht weiter zu gefährden, fordert die Landesfachkommission Energie, bei Beibehaltung der sicheren Energieversorgung den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie sicherzustellen", so Dirk Briese, Leiter der Landesfachkommission in der Sitzung am 24.04.2012 in Bremerhaven. "Dazu müssen die offenen Punkte wie z.B. die Haftungsregelung oder die Fristen beim Netzanschluss zeitnah und eindeutig geklärt werden und Streitigkeiten zwischen Bund und Ländern sowie den Ressorts auf Bundesebene im Sinne der Energiewende beigelegt werden". Dies müsse bis spätestens zur parlamentarischen Sommerpause geschehen, da sonst bei weiteren Projekten Verzögerungen eintreten, die zum Verlust von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen führen.
 
Der Wirtschaftsrat vertritt im Land Bremen die Interessen vorwiegend mittelständischer Unternehmen. Er hat in Bremen und Bremerhaven 225 Mitglieder. In Bremen engagiert sich der Wirtschaftsrat u.a. für ein wirtschaftsfreundliches Klima, die Einführung der Schuldenbremse in der Landesverfassung und einen Stopp der Neuverschuldung, eine verbesserte Unterrichtsqualität und eine leistungsfähige Infrastruktur. Landesvorsitzende ist Imke Goller-Wilberg, Geschäftsführerin der human lead GmbH. (Pressemeldung vom 26.04.2012)
Quelle: Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Bremen | Foto: Wirtschaftsrat
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