Wirtschaft

Wärme Hamburg - effizientere Fernkältemaschinen kühlen City Nord

23.08.2020

Wärme Hamburg GmbHHamburg: Eine gute Nachricht, gerade an heißen Sommertagen: Im Fernkältewerk der City Nord gehen in diesen Tagen zwei neue Kältemaschinen in Betrieb. Zurzeit gibt es erste Testläufe der Maschinen. In den folgenden Wochen werden sie voll einsatzfähig sein.

Mit dem Einsatz der neuen Anlagen können die CO₂-Emissionen des Fernkältewerks um rund 1.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden“, sagt Michael Beckereit, Geschäftsführer der Wärme Hamburg. Obwohl die Gesamtleistung des Halbwerks mit 21 Megawatt gleich bleibt, erlauben die neuen Anlagen einen flexibleren und energieeffizienteren Einsatz. Durch die Effizienz der Maschinen verbessert sich die Teilleistungsfähigkeit und auch das sogenannte Energy Efficiency Ratio (EER). Das EER beschreibt das Verhältnis zwischen Leistungsaufnahme und der abgegebenen Kälteleistung.

Wärme Hamburg - Die neuen Kältemaschinen sorgen nicht nur für ein angenehmes Arbeitsklima im Büro während der Sommermonate.

Foto: Wärme Hamburg GmbH

Die neuen Kältemaschinen sorgen nicht nur für ein angenehmes Arbeitsklima im Büro während der Sommermonate. Fernkälte wird das ganze Jahr über benötigt: zur Entfeuchtung, aber auch zum Kühlen von Serverräumen. So werden die Rechenzentren vor Überhitzung geschützt. Durch den Einsatz der neuen Maschinen erfolgt diese Kühlung nun noch effizienter.

Mit der neuen Maschinentechnik wird zudem ein verbesserter Winterbetrieb erzielt. Künftig ist in den Wintermonaten eine freie Kühlung ohne den Einsatz von Kompressionskälte in einem größeren Umfang möglich. Zudem sind die Erneuerungsmaßnahmen eine Antwort auf das veränderte Verbrauchsverhalten und neue Bauprojekte in der City Nord.

Sektorenkopplung mit Windkraftanlagen möglich

Auch in anderer Hinsicht ist das Projekt für die Zukunft gerüstet: Technisch könnte mit den neuen Kältemaschinen Erneuerbarer Strom in Kälte umgewandelt werden, um die Stromnetze zu entlasten und so eine Abregelung von Windkraftanlagen zu vermeiden. Voraussetzung für eine Kopplung der Sektoren ist allerdings, dass zukünftig die regulatorischen Rahmenbedingungen verbessert werden.

Die Installation und Inbetriebnahme der neuen Kältemaschinen ist eine weitere Etappe der derzeitigen umfassenden Modernisierungsmaßnahmen des Fernkältewerks. Im vergangenen Jahr wurde ein Neubau errichtet, in dem die neuen Kältemaschinen Platz finden. Die Arbeiten im Fernkältewerk erstrecken sich voraussichtlich noch bis 2022. Die Erneuerung des sogenannten Halbwerks 2 des Fernkältewerks wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union gefördert.

Da die Umbaumaßnahmen im laufenden Betrieb durchgeführt werden, kann eine unterbrechungsfreie Versorgung der Kälteverbraucher gewährleistet werden.

Wärme Hamburg 1968 war das Fernkältewerk in der City Nord bundesweit die erste öffentliche Fernkälteanlage, die eine zentralisierte Form der Kälteversorgung bietet.

Foto: Wärme Hamburg GmbH

1968 war das Fernkältewerk in der City Nord bundesweit die erste öffentliche Fernkälteanlage, die eine zentralisierte Form der Kälteversorgung bietet. Das Werk versorgt fast alle klimatisierten Gebäude der Bürostadt über ein zwölf Kilometer langes Leitungsnetz. Die Fernkälte Geschäftsstadt Nord GbR besteht aus 15 Gesellschaftern, den Eigentümern des Fernkältewerks. Die Betriebsführung für das Fernkältenetz liegt bei der Wärme Hamburg.

Die Wärme Hamburg GmbH ist ein städtisches Unternehmen das in Hamburg rund 495.000 Wohneinheiten mit lokaler Fernwärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung versorgt. Die Wärme Hamburg wird bis 2030 vollständig auf Wärme aus Kohleverbrennung verzichten und setzt vor allem auf die konsequente Nutzung vorhandener Abwärme aus Industrie, Abwasser und Müllverwertung. Das Unternehmen liefert durch das 845 Kilometer lange Rohrleitungssystem eine Wärmeleistung von rund 1.800 Megawatt und erreicht einen Wärmeabsatz von 4.000 Gigawattstunden. Der Anteil am Hamburger Wärmemarkt umfasst ca. 22 Prozent.
(Pressemeldung vom 14.08.2020)

Quelle: Wärme Hamburg GmbH | Foto: Wärme Hamburg GmbH
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