Wirtschaft

VSM: Metall- und Elektroindustrie -Tarifabschluss zu teuer für Schiffbauindustrie

04.03.2015

VSM | Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. - GeMaX – German Maritime Export Initiative Hamburg: Während die Weltmarktpreise in der Schiffbauindustrie heute auf fast dasselbe Niveau wie vor 15 Jahren zurückgefallen sind, stiegen Löhne und Gehälter in dem gleichen Zeitraum um fast 50%.
Als Konsequenz müsste entweder die Produktivität mindestens in demselben Umfang durch entsprechende Arbeitsverdichtung und Rationalisierung steigen oder die Branche büßt zwangsläufig Marktanteile ein. Die Ergebnisse der vergangenen 15 Jahre belegen beides: wachsender Umsatz bei sinkender Beschäftigung – und Verlust von Marktanteilen.

VSM: Metall- und Elektroindustrie -Tarifabschluss zu teuer für Schiffbauindustrie

Vor diesem Hintergrund hat sich die Branche in Deutschland bisher durchaus beachtlich geschlagen. Möglich wurde dies durch die herausragenden technischen Fähigkeiten und die hohe Innovationskraft. Es ist aber ein Irrglaube, dass dies ausreiche, um sich dem Preiswettbewerb entziehen zu können. Die oben gezeigten Daten belegen klar das Gegenteil. Mit Tarifabschlüssen, die sich näher an den Marktrealitäten orientieren, könnte ein entscheidender Beitrag geleistet werden, um in Deutschland stärker als bisher am globalen Wachstumsmarkt Schiffbau und Meerestechnik zu partizipieren. Der langfristige Schrumpfungskurs der Branche in Deutschland muss dringend gestoppt werden, denn es droht ein Verlust an kritischer Masse für eine nachhaltige Entwicklung.

Schiffbau ist ein globaler Markt, der seit vielen Jahren von einer hohen Wettbewerbsintensität geprägt ist. Für die Kunden dieser Investitionsgüter sind Preis, Liefertermin und Zuverlässigkeit der Bauwerft die wesentlichen Kriterien für die Kaufentscheidung. Aspekte wie Markenbindung oder Händler- bzw. Servicenetz sind unerheblich. Weil Schiffe nicht im handelsrechtlichen Sinne importiert werden, d.h. dauerhaft in den heimischen Wirtschaftsraum eingeführt werden, greifen internationale Handelsregeln insbesondere Antidumpingregeln nicht. Wettbewerbsfähige Standortbedingungen inklusive der Produktionskosten sind im Schiffbau darum ausschlaggebender für Akquisitionserfolge als in anderen Branchen der Metall- und Elektroindustrie.

Vor diesem Hintergrund müssen aus VSM-Sicht dringend Lösungen gefunden werden, die zu einer differenzierteren Herangehensweise innerhalb der Metall- und Elektroindustrie führen. Die vielmals gezeigte Bereitschaft der IG Metall auf betrieblicher Ebene tragfähige Lösungen für die Situation im Schiffbau zu finden, wird hier ausdrücklich anerkannt und begrüßt. Einzelfalllösungen sind jedoch dauerhaft kein probates Mittel, um den vorhandenen Strukturunterschieden z.B. im Vergleich zur Automobilindustrie gerecht zu werden.

Der VSM regt darum konstruktive zielorientierte Gespräche mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern an. (Pressemeldung vom 04.03.2015)

Quelle: Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. | Foto: VSM
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