Wirtschaft

VSM: Dynamischer Offshore-Markt schafft Arbeitsplätze im deutschen Schiffbau

27.09.2011

VSM | Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. - GeMaX – German Maritime Export Initiative Hamburg: Die Folgen der Weltwirtschaftskrise und internationale Wettbewerbsverzerrungen machen der deutschen Schiffbauindustrie immer noch schwer zu schaffen. Gleichwohl ist sie eine der deutschen Schlüsselindustrien. Die deutschen Werften und Zulieferunternehmen haben auf die veränderten Rahmenbedingungen zügig reagiert und sind für neue Herausforderungen und neue Märkte gerüstet.
„Als im April in Stralsund das letzte Containerschiff der Werft getauft wurde, ging damit die erfolgreiche Ära des Containerschiffbaus in Deutschland nach mehr als vierzig Jahren vorläufig zu Ende. Künftig werden auf deutschen Werften vor allem hochwertige Spezialschiffe als Einzelstück oder in Kleinstserien gebaut werden“, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Werner Lundt.
„Insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, Umwelt- und Klimaschutz, der Schiffssicherheit und bei Qualität und Termintreue liegen unsere Stärken!“, machte Lundt weiter deutlich. „Nicht nur Neubauwerften, sondern auch Schiffbauzulieferer und Umbauwerften bieten anspruchsvolle Lösungen für die Anforderungen der Zukunft. Die Unternehmen haben erfolgreich in neue Märkte diversifiziert.“
Denn trotz internationaler Wettbewerbsverzerrungen - im Zuge der weltweiten Finanzkrise drängen die großen Werften aus Fernost nun mit staatlich unterstützten Dumping-Angeboten auch in Nischenmärkte - glänzt die deutsche Schiffbauindustrie weiterhin mit Top-Produkten: vom Kreuzfahrtschiff bis zur Megayacht, von der Frachtfähre bis zum Offshore-Spezialschiff.
 
Und die rasch wachsende Nachfrage nach Spezialschiffen noch weiter beflügelt werden. Denn weit draußen vor den deutschen Küsten sollen in den kommenden Jahren zahlreiche neue Windparks entstehen.
Nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie sind die erneuerbaren Energien noch wichtiger geworden: Bis 2025 soll Windenergie auf See rund 15 Prozent des Strombedarfs – gemessen am heutigen Verbrauch – decken.
Die in Kooperation mit dem VSM entstandene KPMG-Studie „Offshore-Wind – Potenziale für die deutsche Schiffbauindustrie“ hat dabei allein für die Zeit bis 2020 Potenziale von bis zu 6,5 Mrd. € für klassische Werfttätigkeiten und bis zu 11,5 Mrd. € für Offshore-Strukturen nachgewiesen. Damit ließen sich substantiell Arbeitsplätze auf deutschen Werften sichern.
„Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass ein Teil Wertschöpfung aufgrund der hohen verbraucher- und steuerfinanzierten Förderung entlang der gesamten Kette vom Windrad über das Fundament, die Stromverteilung und eben auch die notwendigen Spezialschiffe im Inland verbleibt!“, fordert VSM-Geschäftsführer Lundt.
 
Und der Bedarf an diesen Schiffen ist hoch: Denn zum Schutz des Wattenmeeres dürfen die Anlagen in Deutschland nur weit draußen auf hoher See stehen. Dort müssen die Schiffe Fundamente in bis zu 50 Metern Meerestiefe installieren und die Anlagen bei starkem Seegang und unter schwierigen Wetterverhältnissen montieren. Dafür eignen sich nur wenige Schiffe und diese sind gefragt wie nie. Allein in Nord- und Ostsee startet nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in diesem und im kommenden Jahr der Bau von insgesamt neun großen Windparks. Sie alle brauchen Spezialschiffe für die Montage und für die spätere Wartung der Windräder. Davon profitieren auch die deutschen Schiffbauer und haben bereits erfolgreich neue Aufträge akquiriert. Sogenannte Errichterschiffe werden die bis zu 120 Meter hohen Windräder millimetergenau auf ihrem vorgesehenen Platz installieren, Umrichterplattformen und Versorgungsschiffe, die Montage- und Wartungspersonal sowie Ersatzteile innerhalb des Windparks transportieren.
„Die Stärke der deutschen Unternehmen beruht dabei nicht nur auf innovativen Lösungen, der Qualität ihrer Produkte und der Fähigkeit, schnell auf neue Marktanforderungen zu reagieren, sondern ist auch im umfangreichen Service über die gesamte Lebensdauer des Schiffes und in der engen Zusammenarbeit zwischen Werften und Zulieferern begründet!“ so Lundt abschließend.
 
 
Der VSM begrüßt es deshalb ganz besonders, dass die im Arbeitskreis „Vernetzung der maritimen Wirtschaft mit der Offshore-Windbranche“ engagierten Bundesministerien, Verbände und Unternehmen am 22. September 2011 zu einer Konferenz in Berlin zusammenkommen, um unter dem Motto „Partner der Energiewende – Maritime Wirtschaft und Offshore-Windenergie“ dieses wichtige neue Marktsegment weiter voranzutreiben.
 
Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. ist die politische und wirtschaftliche Interessenvertretung der deutschen maritimen Industrie, der See- und Binnenschiffswerften wie auch der Zulieferer. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung der deutschen Schiffbauindustrie und der Meerestechnik enthält der Jahresbericht 2009 des VSM. (Pressemeldung vom 16.09.2011)
Quelle: Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V. | Foto: VSM
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