Wirtschaft

Völkersen: RWE Dea beauftragt Sanierungskonzept - Rückbau aller Leitungen

17.02.2012

Völkersen: Unter der Prämisse, dass der Schutz von Mensch und Umwelt höchste Priorität haben, hatte RWE Dea unmittelbar nach der Feststellung erhöhter Benzolwerte an einer Leitung zum Transport von Lagerstättenwasser Sofortmaßnahmen ergriffen. Auf Basis der Ende Dezember 2011 vorliegenden ersten Werte wurde unverzüglich begonnen, das gesamte Leitungsnetz außer Betrieb zu nehmen. Ein umfangreiches Messprogramm wurde gestartet. RWE Dea hat bis jetzt nahezu das gesamte Lagerstättenwasser-Leitungsnetz von rund 22 Kilometer Länge im Bereich des Erdgasfeldes Völkersen auf Benzol-Verunreinigung untersucht.
 
Insgesamt wurden rund 800 Messungen durchgeführt. Die Messkampagne umfasste u.a. die Untersuchung der Oberflächenwässer, der Atmosphäre sowie von nahe gelegenen Brunnen entlang des kompletten Leitungsnetzes. Diese Messungen waren alle ohne Befund, so dass für die Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr besteht. Messungen des bodennahen Grundwassers zeigten an einigen Leitungsabschnitten erhöhte Benzol-Werte direkt an der Leitung. In Bezug auf das gesamte Netz sind rund zwei Drittel der Rohrleitungsstrecke unbelastet. An den anderen Abschnitten zeigen sich Werte unterschiedlich hoher Konzentration. In den Bereichen mit höheren Messwerten wird in Abstimmung mit den Behörden umgehend durch weitere Untersuchungen sehr sorgfältig das Schadensausmaß eingegrenzt. 
 
Bereits Anfang Februar wurden zwei Spezialfirmen mit der Entwicklung des Sanierungskonzeptes beauftragt, dessen Eckpunkte im Laufe der Monate Februar und März zusammen mit den Behörden festgelegt werden. Die Schadensursache ist noch nicht abschließend geklärt. Diffusion als mögliche Ursache ist dabei nicht auszuschließen. Wir sind weiterhin dabei, die Ursache durch Analysen zu prüfen. Die Leitungen werden nicht wieder in Betrieb gehen. Als Teil des Sanierungsprozesses werden in einem ersten Schritt die Leitungen 951 und 955 in Absprache mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) komplett entfernt. Der Rückbau weiterer Leitungsabschnitte, an denen vorerst kein Sanierungsbedarf ansteht, erfolgt in Abstimmung mit den Behörden. Um die Sanierungsarbeiten durchführen zu können, ist das Freihalten eines Streifens entlang der Leitungen vorgesehen.
 
Auf Basis der bislang ermittelten Messergebnisse ist aus Sicht der Gutachter von einer Gefährdung für Menschen sowie Flora und Fauna nicht auszugehen. Bisher wurde keine Benzolverunreinigung an der Oberfläche nachgewiesen. Dies gilt sowohl für das Oberflächenwasser in Teichen, Pfützen und Gräben als auch für die Atmosphäre. Der Schutz der Menschen und der Umwelt haben höchste Priorität. Deshalb wurde auch die Lagerstättenwasserleitung 954 im Bereich des Wasserschutzgebietes Panzenberg eingehend untersucht. In diesem Abschnitt ergaben sich keine Befunde. Das Trinkwasser aus Panzenberg ist unbelastet. Dies haben Messungen des Trinkwasserverbandes in den Trinkwasserbrunnen und in Trinkwasserleitungen ergeben.
 
Den direkt Betroffenen, insbesondere den Landwirten, die ihre Flächen entsprechend nicht bewirtschaften können, sagt RWE Dea eine schnelle und unbürokratische Entschädigung zu. Zu allen Grundstückseigentümern und -nutzern wird das Gespräch gesucht. Anhand einer Aufstellung der jeweiligen Messwerte wird der Befund erläutert. Darüber hinaus werden Karten aller untersuchter Leitungen mit den eingezeichneten Messpunkten sowie Aussagen über bereits erhobene Messdaten auf der Internetsite www.bürgerinfo-völkersen.de veröffentlicht. Aus Gründen des Datenschutzes wird dies jedoch in anonymisierter Weise erfolgen.
Weiterführende Informationen: www.bürgerinfo-völkersen.de
(Pressemeldung vom 16.02.2012)
Quelle: RWE Dea AG | Foto: RWE Dea AG
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