Wirtschaft

Verarbeitendes Gewerbe im September 2021: Auftragseingang +1,3 % zum Vormonat

04.11.2021

Statistisches Bundesamt (Destatis)Wiesbaden, 04.11.2021 – Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im September 2021 saison- und kalenderbereinigt 1,3 % höher als im August 2021. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen ergab sich im September 2021 für die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe ein Anstieg von 0,2 %.

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe. © Destatis

Am stärksten stiegen im September 2021 die Auftragseingänge im Maschinenbau mit +12,2 %, hier wurden umfangreiche Großaufträge gemeldet. Bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen stiegen die Auftragseingänge um 9,6 %, nachdem sie im August 2021 um 12,6 % gesunken waren.

Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang im September 2021 saison- und kalenderbereinigt 8,6 % höher. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2020 lag er kalenderbereinigt 9,7 % höher.

Die Aufträge aus dem Inland fielen im September 2021 im Vergleich zum Vormonat um 5,9 %. Die Auslandsaufträge erhöhten sich um 6,3 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 7,3 % ab. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen, beeinflusst durch die Großaufträge im Maschinenbau, um 14,9 % (ohne Großaufträge: +6,7 %).

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im September 2021 um 2,0 % unter dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 3,9 %. Im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 1,7 %.

Für August 2021 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang gegenüber Juli 2021 um 8,8 % (vorläufiger Wert: -7,7 %). Die Abweichung zum vorläufigen Ergebnis resultiert aus Nachmeldungen von Großaufträgen im Bereich sonstiger Fahrzeugbau.

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe. © Destatis

Umsatz -0,3 % zum Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe lag nach vorläufigen Angaben im September 2021 saison- und kalenderbereinigt 0,3 % niedriger als im August 2021. Damit liegt er kalenderbereinigt 2,9 % unter dem Vorjahresniveau.

Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2021 saison- und kalenderbereinigt 10,4 % niedriger.

Für August 2021 ergab sich nach der Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang des Umsatzes von 5,8 % gegenüber Juli 2021(vorläufiger Wert: -5,9 %).

Methodische Hinweise:
In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig. In der aktuellen Corona-Krise kann es durch die zeitweise starken Rückgänge und Anstiege zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Vormonats-/Vorquartalsvergleich und Vorjahresvergleich kommen. Um einen direkten Vergleich zum Vorkrisenniveau zu ermöglichen, wird bis auf Weiteres in allen Pressemitteilungen zu Konjunkturindikatoren, die saisonbereinigt vorliegen, zusätzlich ein Vergleich zum Februar 2020 beziehungsweise zum 4. Quartal 2019 dargestellt.

Die Daten zum Auftragseingang und zum Umsatz basieren auf dem Volumenindex für das Verarbeitende Gewerbe, saison- und kalenderbereinigt mit dem Verfahren X13 JDemetra+.

Auftragseingänge und Umsätze werden in der Gliederung der "Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)" erfasst und ausgewertet. Dabei werden die Auftragseingänge nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes erhoben.

Ergebnisse in tiefer Gliederung und lange Zeitreihen können in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden. Auftragseingangsindizes (42151-0004) sowie Auftragseingangsindizes ohne Großaufträge (42151-0008) und Umsatzindizes (42152-0004).

Krisenmonitor ermöglicht Vergleich zwischen Corona-Krise und Finanz- und Wirtschaftskrise
Der Auftragseingangsindex ist auch Teil des "Krisenmonitors" (www.destatis.de/krisenmonitor), mit dem das Statistische Bundesamt die Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren in der Corona-Krise und in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gegenüberstellt. Der "Krisenmonitor" ergänzt die Sonderseite "Corona-Statistiken" (www.destatis.de/corona), die statistische Informationen zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bündelt.

(Pressemeldung vom 04.11.2021)
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
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