Wirtschaft

Verarbeitendes Gewerbe im September 2021: Auftragsbestand +2,4 % zum Vormonat

17.11.2021

Statistisches Bundesamt (Destatis)WIESBADEN, 17.11.2021 – Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im September 2021 kalender- und saisonbereinigt 2,4 % höher als im Vormonat. Der Auftragsbestand ist damit seit Juni 2020 stetig gestiegen und erreichte im September 2021 seinen höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Januar 2015. Dabei haben sich die offenen Aufträge in den vergangenen Monaten stärker entwickelt als die Umsätze. Die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe erhielten also mehr neue Aufträge als sie abarbeiten konnten. Ein wesentlicher Grund für den hohen Auftragsbestand dürften Lieferengpässe bei Vorprodukten sein.

© destatis
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Die offenen Aufträge aus dem Inland erhöhten sich im September 2021 gegenüber August 2021 um 1,2 % und die offenen Aufträge aus dem Ausland um 3,1 %. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragsbestand im September 2021 kalender- und saisonbereinigt 24,6 % höher.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern stieg der Auftragsbestand im September 2021 gegenüber August 2021 um 1,8 %. Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg er um 2,7 %. Dieser Anstieg geht vor allem auf die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit +5,9 % und den Maschinenbau mit +3,9 % zurück. Im Bereich der Konsumgüter lag der Auftragsbestand 0,5 % niedriger als im Vormonat.

Auch die Reichweite des Auftragsbestands hat sich weiter erhöht. Sie betrug im September 2021 im Verarbeitenden Gewerbe 7,4 Monate und hat ebenfalls einen neuen Höchststand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015 erreicht (August 2021: 7,3 Monate). Bei den Herstellern von Investitionsgütern betrug sie 10,5 Monate (August: 10,2 Monate) und bei Vorleistungsgütern 3,8 Monate (August: 3,9 Monate). Im Bereich der Konsumgüter lag sie bei 3,2 Monaten (August: 3,3 Monate).

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen 12 Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet.

Methodische Hinweise:
In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig. In der aktuellen Corona-Krise kann es durch die zeitweise starken Rückgänge und Anstiege zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Vormonats-/Vorquartalsvergleich und Vorjahresvergleich kommen. Um einen direkten Vergleich zum Vorkrisenniveau zu ermöglichen, wird bis auf Weiteres in allen Pressemitteilungen zu Konjunkturindikatoren, die saisonbereinigt vorliegen, zusätzlich ein Vergleich zum Februar 2020 beziehungsweise zum 4. Quartal 2019 dargestellt.

Die Daten zum Auftragsbestand basieren auf den Volumenindizes des Auftragsbestands im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes, saison- und kalenderbereinigt mit dem Verfahren X13 JDemetra+. Der Auftragsbestand wird in der Gliederung der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)“ erfasst und ausgewertet. Dabei wird der Auftragsbestand wie der Auftragseingang nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes erhoben.

Weitere Informationen:
Die Ergebnisse zum Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe – auch aufgeschlüsselt nach Branchen – sind neben weiteren Indikatoren zur Einordnung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auch auf der Sonderseite „Corona-Statistiken“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

(Pressemeldung vom 17.11.2021)
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
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