Wissenschaft

Universität Rostock: Vom künstlichen Ersatz zur körpereigenen Reparatur

18.10.2012

Universität Rostock Rostock: Eine grundsätzliche Neuorientierung der Medizin in der Behandlung von Organversagen fordern internationale Mediziner um den Herzchirurgen Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, Kongresspräsident des 39. Kongresses der Europäischen Gesellschaft für künstliche Organe (ESAO), der vom 26. bis 29.09.2012 in Rostock stattfand. 

Universität Rostock: Vom künstlichen Ersatz zur körpereigenen Reparatur
 
Der internationale Kongress mit über 500 Teilnehmern von allen Kontinenten zeigt neue Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Organunterstützung und der Organregeneration. Neueste wissenschaftliche Ergebnisse im Bereich der Nanotechnologie, Biotechnologie, Medizintechnik und Stammzelltechnologie zum Einsatz bei Gewebe- oder Organersatz werden vorgestellt.  „Die Medizin muss neue Techniken wie Nanotechnologie, Stammzelltherapie und Gentherapie einsetzen, um Erkrankungen mit Gewebeverlust und Organversagen besser und kurativ behandeln zu können“ sagt  Kongresspräsident Prof. Dr. med. Steinhoff, der als Pionier der kardialen Stammzelltherapie international bekannt ist.
 
Die etablierten Ersatzverfahren zur Kreislaufunterstützung und das Kunstherz bei Herzversagen sowie Blutreinigungsverfahren bei Nieren- und Leberversagen werden stetig weiter verbessert und bei hunderttausenden Patienten weltweit eingesetzt. „Die hohen Kosten der Behandlung bei Organversagen begrenzen allerdings den breiten weltweiten Einsatz in der Medizin“ sagt der Rostocker Nephrologe

Prof. Dr. med. Steffen Mitzner. Prof. Dr. med. Mitzner ist Coorganisator für den Kongressbereich Leberentgiftung und Leberregeneration, Dr. med. Wolfgang Ramlow für den Bereich der Dialyse und Blutwäsche bei speziellen Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen. Gefordert wird von den Organisatoren ein enger Dialog zwischen Klinik und Wissenschaft, um alte und neue Behandlungsverfahren so einzusetzen, dass geschädigte Gewebe und Organe sich wieder erholen können und damit eine Langzeitunterstützung durch Maschinen oder eine Transplantation vermieden werden kann.

„Mit frühzeitigem Einsatz von regenerativen Behandlungsverfahren können wir schon heute die Organregeneration beeinflussen. Damit kann wesentlich mehr Patienten in Zukunft geholfen werden“,  hofft Prof. Dr. med. Steinhoff auf eine Aufbruchsstimmung, die durch den Dialog auf dem internationalen Kongress in Rostock verstärkt werden soll.  (Pressemeldung vom 26.09.2012)
Quelle: Universität Rostock | Foto: Universität Rostock
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