Wirtschaft

Uniper-Standort Wilhelmshaven beendet noch in diesem Jahr die Verstromung von Kohle und richtet den Blick auf Wasserstoff

06.04.2021

Uniper SEDüsseldorf | Wilhelmshaven: Uniper treibt die Transformation des Unternehmens und die Dekarbonisierung des Portfolios mit Hochdruck voran. So soll das Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven(757 Megawatt) bereits bis zum 8. Dezember 2021 die kommerzielle Stromproduktion einstellen und endgültig stillgelegt werden. Dies sieht der Zeitplan nach dem Gesetz zur Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung vom 13. August 2020 für diejenigen Kraftwerke vor, die einen Zuschlag durch die Bundesnetzagentur in der zweiten Ausschreibung vom 4. Januar erhalten haben. Den Zuschlag für die Anlage in Wilhelmshaven hat die Bundesnetzagentur heute bekanntgegeben.

Uniper hatte im Januar letzten Jahres einen Stilllegungsplan für die Steinkohlekraftwerke in Deutschland vorgelegt, durch den CO2-Einsparungen in einer Größenordnung von bis zu rund 18 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr erzielt werden sollen. Darin ist vorgesehen, bis spätestens Ende 2025 die Steinkohle-Kraftwerksblöcke an den Standorten Gelsenkirchen Scholven, Heyden, Staudinger und Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von rund 2.900 Megawatt stillzulegen.

Das Kraftwerk Wilhelmshaven wurde 1976 in Betrieb genommen und gehört zu den Pionieren der Rauchgasreinigung. Bereits 1978 arbeitete hier die erste Entschwefelungsanlage Deutschlands. Auch nach dem Ende der Kohleverstromung soll Wilhelmshaven ein Energie-Hub bleiben. So wird derzeit eine umfassende Wasserstoff-Infrastruktur aufgebaut. In Kooperation mit den Unternehmen Rhenus und Salzgitter ist eine Anlage zur Direkt-Reduktion bei der Herstellung von Eisenerz mit Hilfe von Wasserstoff geplant. Der nahe Hafen bietet die Möglichkeit zum Import von Wasserstoff oder anderen Gasen in großem Maßstab. Weitere Optionen bieten der Verbund mit dem benachbarten Druckluftspeicher Huntorf sowie die Anbindung an Gasspeicheranlagen.

Für die rund 116 Mitarbeiter am Standort wird derzeit ein Interessenausgleich vorbereitet. Ein möglichst großer Teil der Beschäftigten soll auf die neuen Aktivitäten übergehen. Im Rahmen eines Teil-Interessenausgleichs wurde bereits die Bildung einer Restorganisation für den Betrieb der Kraftwerksgruppe Wilhelmshaven nach der Stilllegung des Steinkohleblocks vereinbart. Zur Kraftwerksgruppe Wilhelmshaven gehören neben dem Steinkohlekraftwerk das Druckluftspeicherkraftwerk in Huntorf und die vollautomatischen Gasturbinenkraftwerke Audorf und Itzehoe in Schleswig-Holstein.

Das letzte im Uniper-Portfolio verbleibende Steinkohlekraftwerk in Deutschland wird das Kraftwerk Datteln 4 sein. Es ist eines der modernsten Kraftwerke seiner Art weltweit und Teil von Unipers Strategie, den CO2-Ausstoß des Unternehmens zu senken. Uniper strebt an, durch die geplanten freiwilligen Stilllegungen der alten und ineffizienten Anlagen und die Inbetriebnahme von Datteln 4 ihre CO2-Emissionen in Deutschland in den nächsten fünf Jahren noch einmal um bis zu 40 Prozent zu senken und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für die von ihr belieferten Kunden und Kommunen aufrechtzuerhalten.

Die Bundesnetzagentur wird zu fixen Terminen die Stilllegung von weiteren Steinkohleanlagen bis 2026 ausschreiben. Teilnehmer an der Auktion bieten dabei gegen Zahlung des von ihnen eingereichten Gebotswertes die Stilllegung eines Kraftwerks zum in der Ausschreibung definierten Zeitpunkt an. In der ersten Auktion, die am 1. September 2020 begann, wurde eine Kapazität von vier Gigawatt, in der zweiten Auktion vom 4. Januar 2021 wurden 1,5 Gigawatt ausgeschrieben. Die dritte Auktion für rund 2,5 Gigawatt Kapazität ist für den 30. April geplant.

David Bryson, COO von Uniper: “Wir kommen mit dem Rückzug aus der Kohleverstromung gut voran und schließen dieses Kraftwerk nun schneller als ursprünglich angekündigt. Dennoch gehe ich davon aus, dass wir unsere Mitarbeiter bis Ende 2022 benötigen werden um die Stilllegung umzusetzen und den Standort für neue Aktivitäten vorzubereiten. Unser Standort Wilhelmshaven bietet ausgezeichnete Chancen, auch nach der Beendigung der Steinkohle-Verstromung ein wichtiger Industriestandort zu bleiben und es gibt eine Reihe an energetischen Optionen zum Erhalt von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in der Region. Wir wollen die Neuausrichtung auf saubere Energieformen möglichst zügig vollziehen. Das Thema Wasserstoff bzw. Grüne Gase wird eine zentrale Rolle spielen. Wir werden jedem einzelnen unserer von der Stilllegung betroffenen Mitarbeiter am Standort ein Gesprächsangebot machen - entweder für einen alternativen Arbeitsplatz bei Uniper oder für eine andere Lösung im Rahmen des Interessenausgleichs.“

Uniper ist ein internationales Energieunternehmen mit rund 12.000 Mitarbeitenden in mehr als 40 Ländern. Das Unternehmen plant, in der europäischen Stromerzeugung bis 2035 CO2-neutral zu werden. Mit rund 35 Gigawatt installierter Kapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit. Unipers Kernaktivitäten umfassen sowohl die Stromerzeugung in Europa und Russland als auch den globalen Energiehandel, sowie ein breites Gasportfolio, das Uniper zu einem der führenden Gasunternehmen in Europa macht. Uniper setzte 2020 ein Gas-Volumen von mehr als 220 bcm um. Uniper ist zudem ein verlässlicher Partner für Kommunen, Stadtwerke und Industrieunternehmen bei der Planung und Umsetzung von innovativen, CO2-mindernden Lösungen auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung ihrer Aktivitäten. Als Pionier im Bereich Wasserstoff ist Uniper weltweit entlang der kompletten Wertschöpfungskette tätig und realisiert Projekte, um Wasserstoff als tragende Säule der Energieversorgung nutzbar zu machen.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Düsseldorf und ist derzeit das drittgrößte börsennotierte deutsche Energieversorgungsunternehmen. Zusammen mit ihrem Hauptaktionär Fortum ist Uniper außerdem der drittgrößte Erzeuger CO2-freier Energie in Europa.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Uniper SE und anderen derzeit für diese verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die Uniper SE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren oder an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

(Pressemeldung vom 01.04.2021)
Quelle: Uniper SE | Foto: Uniper SE
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