Wirtschaft

TÜV NORD prüft Skoda Lokomotiven für EU-weite Zulassung

15.04.2015

TÜV NORD AG Hannover: TÜV NORD und DB Systemtechnik prüfen im Auftrag des tschechischen Schienenfahrzeugherstellers Škoda Transportation neu konstruierte Personenwagen und Lokomotiven für die Strecke Nürnberg-Ingolstadt-München im Rahmen des europäischen und nationalen Zulassungsverfahrens. Die Prüfung erfolgt im Zusammenwirken mit der benannten Stelle Eisenbahn-Cert beim Eisenbahn-Bundesamt.

Škoda Transportation und Škoda Vagonka werden Doppelstockwagen und Lokomotiven für den Nahverkehrsbetrieb auf der Strecke Nürnberg-Ingolstadt-München (NIM) liefern. Die Inbetriebnahme ist für 2016 vorgesehen. Dafür benötigen die neu konstruierten Züge eine EG-Konformitätsbescheinigung gemäß der EU-Direktive zur Eisenbahn-Interoperabilität sowie eine nationale Inbetriebnahme-Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA). Die EG-Konformitätsbescheinigungen wurden von Škoda bei der benannten Stelle Eisenbahn-Cert in Deutschland beantragt. Eisenbahn-Cert hat auch die Funktion des Interims-DeBo im nationalen Verfahren übernommen.

Voraussetzung sowohl für die EG-Konformitätsbescheinigung als auch für die nationale Zulassung ist das Erfüllen eines umfangreichen Anforderungskatalogs. Im europäischen Verfahren sind dies die technischen Spezifikationen zur Eisenbahn-Interoperabilität (TSI). Im nationalen Verfahren kommen die zusätzlichen Anforderungen des EBA dazu.

TÜV NORD und DB Systemtechnik prüfen im Auftrag von Škoda Vagonka und Škoda Transportation, ob diese Anforderungen bei den Doppelstockwagen und Lokomotiven eingehalten werden. Schwerpunkte für die Arbeit von TÜV NORD sind die Prüfungen der Software, der Akustik, der Bremse, der Anforderungen zur Struktur und Festigkeit der Fahrzeuge sowie des Brandschutzes der Doppelstockwagen. Der Brandschutz der Lokomotiven wird von TÜV Süd geprüft. Darüber hinaus beurteilen TÜV NORD-Fachleute die funktionale Sicherheit des neuen Zuges. Diese hat eine besondere Bedeutung für die Bewertung der Sicherheit der Fahrzeuge, denn sie betrachtet die gegenseitige Beeinflussung der einzelnen Systemkomponenten und ihre zentrale Steuerung. Experten von DB Systemtechnik bearbeiten vor allem Aspekte der Lauftechnik und Entgleisungssicherheit, der Aerodynamik und der Zugänglichkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität.

DB Systemtechnik ist als Tochterunternehmen der Deutschen Bahn mit rund 800 Mitarbeitern Europas größtes Kompetenzzentrum für Bahntechnik. Die Mitarbeiter sind für Eisenbahnverkehrsunternehmen, Hersteller und Infrastrukturbetreiber weltweit tätig und bieten Prüf- und Ingenieurdienstleitungen in allen Themengebieten der Eisenbahntechnik sowie Beratungs- und Bewertungsleistungen für Fahrzeugzulassungen an. (Pressemeldung vom 15.04.2015)

Quelle: TÜV Nord Group | Foto: TÜV Nord Group
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