Wirtschaft

TUI Fly: Beschäftigte sichern mit Zugeständnissen bessere Unternehmensperspektive

06.03.2021

ver.di Vereinte DienstleistungsgewerkschaftBerlin, 06.03.2021 - Als begrüßenswert beurteilt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), dass der Aufsichtsrat der TUI Fly die bisherigen Pläne zur Flottenreduzierung von 35 auf nur 17 Flugzeuge revidiert und eine neue Zielgröße von 22 Flugzeugen beschlossen hat. Damit können gegenüber der bisherigen Unternehmensplanung etwa 200 Arbeitsplätze im Cockpit und in der Kabine zusätzlich gesichert werden.

"Beschäftigung mittelfristig zu sichern und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, ist in der aktuell extrem schwierigen Situation des Luftverkehrs eine wichtige Zielsetzung. Das ist hier mit dem vorliegenden Kompromiss gelungen. Der Preis dafür ist jedoch hoch. Die Beschäftigten zahlen dafür mit langfristig verschlechterten Arbeitsbedingungen", betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Unverändert bleibe jedoch die Kritik an der Unternehmenspolitik des massiven Arbeitsplatzabbaus am Boden und in der Technik.

Um die veränderte Flottengröße möglich zu machen, hatte TUI von Piloten und Kabinenbeschäftigten eigene Beiträge verlangt. Diese seien notwendig, um eine Flottengröße von 22 Flugzeugen wirtschaftlich abbilden zu können.

In Verhandlungen vor der Aufsichtsratssitzung konnte dazu ein Verhandlungsergebnis zwischen ver.di und der TUI Fly erzielt werden. 
Das wichtigste Ziel, die Beschäftigung in einem möglichst großen Maß zu sichern und einen erforderlichen Personalabbau für Kabine, Boden und Technik sozialverträglich zu gestalten, wurde erreicht.

Personalabbau soll nur mit Freiwilligenprogrammen erfolgen.
Betriebsbedingte Kündigungen sind dabei zu vermeiden. Die TUI fly garantiert einen festen Beschäftigtenstand in der Kabine. Um betriebsbedingte Kündigungen auch am Boden und in der Technik zu vermeiden, wird auch den dort Beschäftigten ein erneutes Freiwilligenprogramm mit verbesserten Konditionen angeboten. Darüber hinaus wird TUI Fly den Beschäftigten, falls erforderlich, vor dem Ausspruch von Kündigungen den Wechsel in eine Transfergesellschaft anbieten.

Im Gegenzug akzeptieren die Beschäftigten in der Kabine veränderte Arbeitszeitregelungen, die TUI Fly künftig eine große Flexibilität in der Gestaltung der Arbeitszeiten und damit der Schichtplanung ermöglicht. Bei der Vergütung gibt es Einschnitte bei Spesen und Provisionen.

Unverändert bleiben jedoch die Pläne des Unternehmens, nach der Phase der Kurzarbeit wesentliche Aufgaben der Technik nach Belgien und England zu verlagern. Das kritisiert ver.di scharf. "Erst Milliarden an Staatshilfen kassieren, dann Personalkosten in zweistelliger Millionenhöhe von der Bundesagentur zahlen lassen, um die Flugzeugwartung und die Arbeitsplätze dann just nach Ende der Kurzarbeitsmöglichkeit nach Belgien und England zu verlagern - das ist und bleibt ein unglaublicher Skandal", kritisiert Behle.

(Pressemeldung vom 06.03.2021)
Quelle: ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft | Foto: ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
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