Wirtschaft

thyssenkrupp weiter auf Wachstumskurs - Wachstums- und Ergebnisziele 2016/2017 übertroffen

23.11.2017

ThyssenKrupp AG Essen: Der Industrie- und Technologiekonzern thyssenkrupp setzt seine gute operative Entwicklung fort und erzielt wichtige Meilensteine bei der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung hin zu einem starken Industriekonzern. "Wir haben beim Auftragseingang den besten Wert seit Beginn der Strategischen Weiterentwicklung erreicht. Unsere Wachstums- und Ergebnisziele haben wir übertroffen", sagt thyssenkrupp Vorstandschef Dr. Heinrich Hiesinger. "Das vergangene Geschäftsjahr war ein Jahr wichtiger Entscheidungen. Mit dem Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA und der Grundsatzvereinbarung über ein Joint Venture der europäischen Stahlaktivitäten mit Tata Steel haben wir strategisch Klarheit geschaffen. Mit der Kapitalerhöhung haben wir unseren finanziellen Handlungsspielraum vergrößert", so Hiesinger weiter. 
 
Mit einem Bereinigten Ergebnis von 1.910 Mio € auf Konzernebene und von 1.722 Mio € für die fortgeführten Aktivitäten (ohne Steel Americas) hat der Konzern seine Ergebnisziele übertroffen. Aufgrund einmaliger Ergebnisbelastungen aus dem Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA im 2. Quartal verzeichnete der Konzern jedoch einen Jahresfehlbetrag von -591 Mio € (Vorjahr Jahresüberschuss von 261 Mio €). Ohne Berücksichtigung dieses Einmaleffekts lag der Jahresüberschuss über dem des Vorjahres und damit im Rahmen der ursprünglichen Prognose. Nach Abzug der Minderheitenanteile lag das Nettoergebnis bei -649 Mio €. Der Mittelzufluss war wie erwartet deutlich negativ.
 
Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Auftragseingang des Konzerns mit 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Components Technology und Elevator Technology verzeichneten dabei erneut Höchstwerte. Bei der dritten Industriegütersparte, Industrial Solutions, ist die Trendwende beim Auftragseingang geschafft: Die Business Area erreichte den höchsten Wert seit fünf Jahren. Die Werkstoffgeschäfte profitierten hauptsächlich von der Erholung der Preise. Der Konzernumsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent.
 
Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der fortgeführten Aktivitäten stieg im Berichtsjahr zweistellig (+30 Prozent auf 1.910 Mio € bzw. +15 Prozent auf 1.722 Mio €) und lag in allen Quartalen deutlich über dem Vorjahr. Anhaltend stark ist das Ergebniswachstum bei Components Technology (+12 Prozent auf 377 Mio €) und Elevator Technology (+7 Prozent auf 922 Mio €). Bei Industrial Solutions haben die niedrigen Auftragseingänge der Vorjahre zu einem deutlichen Ergebnisrückgang geführt (-69 Prozent auf 111 Mio €). Bei den Werkstoffgeschäften kam es zu einer spürbaren Ergebnisverbesserung. Grund hierfür war die Erholung der Preise. Materials Services konnte das Bereinigte EBIT mehr als verdoppeln (+143 Prozent auf 312 Mio €). Auch bei Steel Europe (+74 Prozent auf 547 Mio €) schlugen sich die positiven Preiseffekte in einer deutlich verbesserten Marge nieder. Das Effizienzsteigerungsprogramm "impact" leistete auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen signifikanten Beitrag zur Ergebnisentwicklung des Unternehmens: Mit EBIT-Effekten von 930 Mio € lagen die Einsparungen erneut deutlich über dem selbstgesteckten Ziel von 850 Mio €.
 
"Die verbesserten operativen Zahlen zeigen, dass unsere Programme zur Steigerung der Leistungsfähigkeit wirken. Wir werden weiter den profitablen Ausbau unserer Industriegütergeschäfte vorantreiben, zielorientiert in Forschung und Entwicklung investieren und weiter über alle Geschäfte hinweg konsequent an unserer Effizienz arbeiten. So werden wir in Zukunft stabilere Ergebnisse erwirtschaften und weiter profitabel wachsen", so Hiesinger weiter.
 
Angesichts der strategischen Fortschritte und der weiteren operativen Verbesserung im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Beibehaltung der Dividende in Höhe von 0,15 € je Aktie vor. Der Vorschlag berücksichtigt dabei auch die erwartete weitere Verbesserung relevanter Ergebnis-Kennzahlen.
 
Der Free Cashflow vor M&A lag mit -798 Mio € wie erwartet deutlich unter dem Vorjahreswert (198 Mio €). Vor allem die Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten und die dadurch gestiegenen Roh- und Werkstoffpreise führten zu einer temporär erhöhten Mittelbindung in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der stark positive Free Cashflow vor M&A im Schlussquartal konnte diese Entwicklung teilweise kompensieren. 
 
Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen mit knapp 2,0 Mrd € deutlich unter dem Vorjahreswert (3,5 Mrd €). Die Mittelzuflüsse aus der CSA-Transaktion sowie aus der Kapitalerhöhung im 4. Quartal haben im Wesentlichen dazu beigetragen. Unter Berücksichtigung der freien Liquidität von 9,1 Mrd € sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp solide finanziert. 
 
Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahresstichtag von 2,6 Mrd € auf 3,4 Mrd € verbessert. Positiv wirkten insbesondere die Kapitalerhöhung sowie das gestiegene Zinsniveau, das eine Neubewertung der Pensionsverpflichtungen erforderte. Gegenläufig wirkte vor allem der Jahresfehlbetrag. Insgesamt verbesserte sich das Gearing, also das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital, um rund 77 Prozentpunkte auf 57,5 Prozent.
 
thyssenkrupp blickt insgesamt optimistisch in das laufende Geschäftsjahr 2017/2018[1] . Der Vorstand erwartet weitere Fortschritte bei der Strategischen Weiterentwicklung. Für das Bereinigte EBIT strebt der Konzern bei Wachstum und Verbesserungen in den Industriegütergeschäften sowie in Abhängigkeit der Dauer des derzeit günstigen Umfelds der Werkstoffgeschäfte und möglicher Translationsrisiken eine deutliche Steigerung auf 1,8 bis 2,0 Mrd € an (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 1.722 Mio €). Damit einhergehend prognostiziert das Unternehmen einen deutlich positiven Jahresüberschuss über dem Vorjahreswert (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 271 Mio €). Der Free Cashflow vor M&A wird mit einem wieder positiven Wert erwartet (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: -855 Mio €). Neben der konsequenten Umsetzung der Transformationsprozesse soll das Effizienzsteigerungsprogramm "impact" mit EBIT-Effekten von 750 Mio € erneut zur Erreichung der Ziele beitragen.
 
[1] Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf den Gesamtkonzern in seiner aktuellen Struktur (inkl. der vollkonsolidierten Business Area Steel Europe, d.h. ohne Effekte aus der potenziellen Einbringung der europäischen Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit Tata Steel); nicht mehr enthalten sind nach erfolgreicher Veräußerung die Aktivitäten der ehemaligen Business Area Steel Americas.
 (Pressemeldung vom 23.11.2017)
Quelle: thyssenkrupp AG | Foto: thyssenkrupp AG
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