Wirtschaft

SüdWestStrom - Pilotprojekt des Virtuellen Stromspeichers in Biberach übergeben

24.03.2015

SüdWestStrom | Südwestdeutsche Stromhandels GmbH Biberach: Am 20. März hat Dr. Nils Schmid, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg, den Virtuellen Stromspeicher in Biberach an der Riß feierlich übergeben. Auf dem Gelände der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg wurden in den letzten zehn Monaten die Wärmeerzeugungsanlagen grundlegend modernisiert. Erstmals wurde dabei das Prinzip des Virtuellen Stromspeichers praktisch umgesetzt. Das Land Baden-Württemberg hat dafür 2,5 Millionen Euro investiert. Die Investitionen sollen in den nächsten Jahren auch durch einen bis zu 40 Prozent niedrigeren Primärenenergieverbrauch amortisiert werden.

Nils Schmid sagte über das Projekt: „Das Pilotprojekt Virtueller Stromspeicher ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Diese innovative Anlage versorgt die Polizeihochschule mit Strom und Wärme. Darüber hinaus trägt der Virtuelle Stromspeicher durch die Nutzung der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung und dem Einsatz von Solarthermie zum Klimaschutz bei.“ Für das Land Baden-Württemberg wird sich das Pilotprojekt in etwa acht bis zehn Jahren amortisiert haben.

SüdWestStrom - Pilotprojekt des Virtuellen Stromspeichers in Biberach übergeben

Foto: Start des Virtuellen Stromspeichers am 20. März 2015 in Biberach/Riß, von links: Dr. Friedrich Weng, Südwestdeutsche Stromhandels GmbH; Dietrich Moser von Filseck, Leitender Ministerialrat und stv. Landespolizeipräsident; Eberhard Frey, Baudirektor, Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Ulm; Dr. Nils Schmid, stv. Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg; Wilmuth Lindenthal, Leitender Baudirektor, Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Ulm

Das Konzept der Südwestdeutschen Stromhandels GmbH (SüdWestStrom) für einen Virtuellen Stromspeicher wurde vom Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg erstmals in einer Landesliegenschaft umgesetzt. Der Virtuelle Stromspeicher in Biberach dient der Wärmeversorgung der Polizeihochschule und sorgt für den Ausgleich des öffentlichen Stromnetzes. Nach dem Prinzip eines hybriden Blockheizkraftwerks kann nun die benötigte Wärme alternativ durch Einsatz von elektrischer Energie in einer Wärmepumpe beziehungsweise in einem Elektrokessel erzeugt werden oder über Kraft-Wärme-Kopplung mit den Gasmotoren der zwei in Biberach installierten Blockheizkraftwerke (BHKW). Wie bei anderen Stromspeicher-Systemen wird überschüssiger Strom aus dem öffentlichen Netz aufgenommen und in Zeiten hohen Bedarfs in das öffentliche Netz eingespeist. Das bei der elektrischen Wärmeerzeugung eingesparte Erdgas wird in der Erdgas-Infrastruktur gespeichert und bei Strommangel in den BHKW der Hochschule zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Damit kann die künftig immer stärker schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen ausgeglichen werden.

Dr. Friedrich Weng, Projektentwickler und SüdWestStrom-Gründer, sagt über das Projekt in Biberach: „Unser Konzept hat gegenüber Power-to-Gas-Anlagen oder Pumpspeicherwerken erhebliche technische und wirtschaftliche Vorteile. Der sehr hohe Wirkungsgrad des Virtuellen Stromspeichers erlaubt auch eine längerfristige Ausregelung des Stromnetzes, die aufgrund der saisonalen Schwankungen der Solar- und Windstromerzeugung besonders wichtig ist.“ Die hohe kurzfristige Flexibilität der eingesetzten Aggregate ermöglicht die Bereitstellung weiterer wichtiger Systemdienstleistungen für die Stabilisierung der Stromnetze. Der Virtuelle Stromspeicher leistet zudem ein Beitrag zur Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg, die bei ersatzloser Abschaltung der Kernkraftwerke im Jahr 2022 gefährdet wäre.

SüdWestStrom hat das Projekt konzipiert und die Umsetzung begleitet. Das Land Baden-Württemberg hat die Stadtwerke-Kooperation zudem für die nächsten zehn Jahre mit der energiewirtschaftlichen Betriebsführung und Optimierung beauftragt. Wissenschaftlich wird der Betrieb in den nächsten Jahren von der Fachhochschule Biberach begleitet.

Bereits seit 2013 hat SüdWestStrom eine Dienstleistung für Stadtwerke etabliert, mit der elektrische Verbraucher und Stromerzeuger flexibel gesteuert werden können. Mit dem Preisorientierten Lastmanagement werden anhand von Bedarfs- und Börsenpreisprognosen die Einsatzzeiten von BHKW, Wasserpumpen, Durchlauferhitzern und Wärmepumpen wirtschaftlich optimiert. Aktuell nutzen fünf kommunale Energieversorger diese Dienstleistung.

Daniel-Klaus Henne, Geschäftsführer Energiewirtschaft von SüdWestStrom, fordert bessere Rahmenbedingungen für innovative Projekte im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung: „Alle elektrischen Verbraucher und Einspeiser sollten bei Abgaben und Umlagen gleichbehandelt werden. Innovative Konzepte werden durch die aktuelle Gesetzeslage behindert.“ Vor allem die Privilegierung von selbst erzeugtem Strom gegenüber der Stromentnahme aus dem Netz würde aktuell den energiewirtschaftlich sinnvollen und marktorientierten Betrieb von Anlagen im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung erschweren. (Pressemeldung vom 24.03.2015)

Quelle: Südwestdeutsche Stromhandels GmbH | Foto: SüdWestStrom
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