Wirtschaft

Studie: Hamburgs Wirtschaft profitiert von der Energiewende

02.09.2011

HASPA | Hamburger Sparkasse Hamburg: Der Ausstieg aus der Atomenergie wird auch in der Hamburger Wirtschaft zu einem Strukturwandel führen. Die Chancen, dass der Wirtschaftsstandort dabei insgesamt profitiert, sind hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Hamburger Sparkasse (Haspa) erstellt hat. Die Studie mit dem Titel „Die Energiewende im Norden – Chancen und Risiken für die Metropolregion Hamburg als Produktionsstandort“ betrachtet die globalen und nationalen Rahmenbedingungen für die Energieversorgung und -preisentwicklung und deren Auswirkungen auf das produzierende und verarbeitende Gewerbe in Hamburg.
 
„Das Thema Energie hat bei vielen unserer Firmenkunden eine hohe Priorität. Die Energiewende wird sich daher in den kommenden Jahren auch in unserem Kreditportfolio zeigen. Für den Wirtschaftsstandort Hamburg ergeben sich viele Chancen, die es gemeinsam zu nutzen gilt“, so Haspa-Firmenkundenvorstand Frank Brockmann.
 
Obwohl der Atomausstieg mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst zu einer Verteuerung der Energie führen wird, sieht das HWWI wenig Grund zur Sorge. „Im Unterschied zu ihren internationalen Wettbewerbern hat die Hamburger Wirtschaft ihre Hausaufgaben bereits in vielen Bereichen erledigt“, attestiert HWWI-Direktor Professor Thomas Straubhaar. Während die Strompreise für industrielle Verbraucher heute im Europäischen Mittelfeld liegen, machen sich die zurückliegenden Einsparmaßnahmen und die bereits aufgebauten regenerativen Energiequellen schon heute positiv bemerkbar. Die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren Energien wird kontinuierlich steigen. „Die moderate Marktreaktionen auf das kurzfristige Abschalten der sieben älteren Kernkraftwerke deutet auf eine ebenso moderate Entwicklung beim weiteren Ausstieg hin“, so Straubhaar.
 
Kostenseitig würde die Hamburger Wirtschaft weit weniger unter einer Energieverteuerung leiden, als andere Wirtschaftsregionen in Deutschland. Der Pro-Kopf-Verbrauch insgesamt liegt unter dem Bundesschnitt. Das verarbeitende Gewerbe verbraucht lediglich 20% – bundesweit sind es 27%. „Mit Ausnahme der großen Raffinerien und Metallverarbeitungsbetriebe hat Hamburg eigentlich keine wirklich energieintensiven Unternehmen“, so Straubhaar. Die Bedeutung dieser Betriebe sollte allerdings nicht unterschätzt werden. Allein von der Mineralölverarbeitung hängen in Hamburg direkt 4.300 Arbeitsplätze ab.
 
Im Schnitt machen die Energiekosten im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2,4 Prozent der gesamten Betriebskosten aus. In einigen Branchen ist dieser Anteil erheblich höher. Die Metallerzeugung und -bearbeitung wendet derzeit über 8 Prozent auf. In Hamburg zählen neben den Raffinerien und der Metallindustrie vor allem die Nahrungs- und Getränkeherstellung sowie die Chemische Industrie zu den größten Verbrauchern. Einen Lichtblick für die Großverbraucher sieht das HWWI bei Erbringung von Systemdienstleistungen im Stromnetz, z.B. durch das Einspeisen überschüssiger Energie aus eigener Erzeugung oder die Anpassung der Produktion an die Netzauslastung. In diesem Feld könnten sich ernst zu nehmende neue Ertragsquellen ergeben.
 
Die sich abzeichnende Rolle der Offshore-Windenergie mit den dafür notwendigen Netzkapazitäten wird gerade in Norddeutschland zu einer steigenden Wertschöpfung beitragen. Dabei siedelt sich die Produktion eher an den Rändern der Metropolregion an und die Entwicklung, Steuerung und Finanzierung findet eher im Zentrum statt. „Dem Risiko einer Verteuerung und von Versorgungslücken stehen gewichtige Wachstumspotenziale gegenüber, von denen die Metropolregion Hamburg überproportional profitieren wird“, so Brockmann. „Die Unternehmen aus dem Bereich regenerative Energie und Netzausbau leisten Pionierarbeit und nehmen nicht selten international eine Vorreiterrolle ein“. (Pressemeldung vom 01.09.2011)
Quelle: Hamburger Sparkasse AG | Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut
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