Gesellschaft

Stadtteilschulen bringen Abiturquote auf Rekordniveau

19.02.2013

Senat Hansestadt Hamburg Hamburg: Hamburgs Stadtteilschulen präsentieren sich in der jetzt von Schulsenator Ties Rabe vorgelegten Schulstatistik in guter Form. So ist der jahrelange Anstieg der Schülerzahlen am Gymnasium beendet, Gymnasium und Stadtteilschule verzeichnen erneut etwa gleich viele Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 10. Neue Oberstufen an den Stadtteilschulen haben zudem rund 330 Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Abitur geführt und die Abiturquote auf das Rekordniveau von 51,7 Prozent gesteigert (Vorjahr: 50,6 Prozent). Gleichzeitig sank die Zahl der Schulabbrecherinnen und -abbrecher auf 6,6 Prozent (Vorjahr 7,0 Prozent), der niedrigste bisher gemessene Wert. Bemerkenswert ist der erhebliche Ausbau der Ganztagsschulen: 50 Grundschulen und drei Stadtteilschulen haben im Schuljahr 2012/13 erstmals Ganztagsangebote eröffnet, damit führen jetzt 124 Grundschulstandorte und 38 Stadtteilschulen Ganztagsangebote. Schulsenator Ties Rabe: „Eine stabile Schulstruktur und stetig besser werdende Schulabschlüsse sind eine sehr erfreuliche Leistungsbilanz unserer Schulen. Durch den erheblichen Ausbau von Ganztagsangeboten bekommen unsere Kinder neue Bildungschancen. Allein in diesem Schuljahr konnten 59 Schulen neue Ganztagsangebote eröffnen, mehr als früher in zehn Jahren eingerichtet wurden.“

Abiturquote auf Rekordhoch, Zahl der Schulabbrecher so niedrig wie nie
Der Trend zu höheren Abschlüssen hält an. Von den 15.040 Schulabgängerinnen und -abgänger im Jahr 2012 haben 7.783 das Abitur erworben, so dass die Abiturientenquote mit 51,7 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht (Vorjahr: 50,6 Prozent; 7.345). Dabei ergibt sich der Anstieg vor allem durch einen Anstieg in den Stadtteilschulen um rund 330 Abiturientinnen und -abiturienten, während die Zahl am Gymnasium etwa gleich bleibt.

Dazu hat der Ausbau der Oberstufen an den Stadtteilschulen deutlich beigetragen. Im Schuljahr 2012/13 führen bereits 50 der 57 Hamburger Stadtteilschulen eine Oberstufe. 23 dieser Stadtteilschulen organisieren ihre Oberstufe in Kooperation mit anderen Schulen, davon 19 in Kooperation mit einer anderen Stadtteilschule, drei in Kooperation mit einem Gymnasium, eine in Kooperation mit einer Berufsschule. In 43 Stadtteilschulen kann bereits in diesem Schuljahr das Abitur erworben werden, in sieben weiteren Stadtteilschulen befindet sich die Oberstufe im Aufbau. Nur noch sieben Stadtteilschulen haben keine Oberstufe.

2.546 Schülerinnen und Schüler machten den Hauptschulabschluss (16,9 Prozent), 3.318 den Realschulabschluss (22,1 Prozent) und 400 die Fachhochschulreife (2,7 Prozent). Der Anteil der Schulentlassenen ohne Schulabschluss sinkt auf 6,6 Prozent (993) und liegt damit so niedrig wie noch nie (Vorjahr: 7,0 Prozent; 1.022). Die meisten, nämlich 597 Schülerinnen und Schüler, haben vorher eine Sonderschule besucht. Insgesamt haben 64,2 Prozent der Schulentlassenen ohne Abschluss sonderpädagogischen Förderbedarf.

Uneinheitlich entwickelt sich die Zahl der Klassenwiederholungen an staatlichen Schulen. So sinkt die Zahl der Klassenwiederholungen insgesamt um 76 auf 2.673. Das ist jedoch vor allem einem weiteren Absinken um 149 auf insgesamt 861 Klassenwiederholungen in den Stufen 1 bis 9 zu verdanken. Das Schulgesetz ermöglicht hier Klassenwiederholungen nur auf Antrag und unter besonderen Voraussetzungen. Dagegen steigt die Zahl der Wiederholer in den Klassenstufen 10 bis 13 um 73 auf 1.812 an. Davon sind allerdings 691 Klassenwiederholungen nicht auf mangelnde Leistungen zurückzuführen, sondern aufgrund des wieder häufiger genutzten Auslandsjahres zustande gekommen. Dadurch ergeben sich in den Klassen 10 bis 13 letztlich 1.121 echte Klassenwiederholungen. Dennoch entfallen 57 Prozent aller Wiederholungen an den allgemeinbildenden staatlichen Schulen auf die Klassenstufen 10 bis 13. Die meisten Wiederholungen gibt es in Klassenstufe 10 an der Stadtteilschule (+22 auf 454, ohne Auslandsaufenthalte 450) und in Klassenstufe 11 am Gymnasium (+14 auf 482, ohne Auslandsaufenthalte 225).

Stadtteilschule stabil gegenüber dem Gymnasium
Zurzeit besuchen 50.614 Schülerinnen und Schüler die staatlichen Stadtteilschulen, 49.616 die staatlichen Gymnasien. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt an beiden Schulformen zusammen um 1.958, zum Teil bedingt durch die Auflösung der Primarschulstarterklassen 6 (-663). Dabei gewinnt die Stadtteilschule mit + 1.301 Schülerinnen und Schülern deutlich stärker hinzu als das Gymnasium mit + 657.

In Jahrgangsstufe 5 besuchen 47,3 Prozent der Schülerschaft an staatlichen allgemeinen Schulen die Stadtteilschulen, 51,6 Prozent die Gymnasien (und 1,1 Prozent die 6-jährigen Grundschulen). Dieses Verhältnis verschiebt sich in Jahrgangsstufe 7. Hier wird die Stadtteilschule von 52,8 Prozent der Schülerschaft besucht. Schülerinnen und Schüler in Klassenstufe 11 besuchen zu 37,8 Prozent die Stadtteilschule, zu 62,2 Prozent das Gymnasium. Wechsel vom Gymnasium zur Stadtteilschule sind häufiger als umgekehrt (1.566 zu 372 zum Schuljahr 2012/13). Besonders häufig erfolgt der Wechsel nach Jahrgangsstufe 6 (570), am zweithäufigsten nach Jahrgangsstufe 10 (243).

Ganztägige Angebote auf Rekordniveau
Von den 346 allgemeinbildenden staatlichen Schulen (Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien, Sonderschulen) verfügen im Schuljahr 2012/13 251 Schulen über Ganztagsangebote. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 59 Schulen.

Die Ganztagsangebote verteilen sich auf 124 (Vorjahr 74) der 192 Grundschulen und 12 Grundschulabteilungen an Stadtteilschulen, 38 (Vorjahr 35) der 57 Stadtteilschulen und 29 (Vorjahr 23) der 37 Sonderschulen. Alle 60 Gymnasien gelten seit langem als Ganztagsschulen besonderer Prägung. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei den Grundschulen und Grundschulabteilungen im Schuljahr 2012/13 um 50 Ganztagsschulen. Das ist der größte jemals in einem Jahr in Hamburg zu verzeichnende Zuwachs im Ganztagsbereich. Damit führen erstmals rund 60 Prozent der staatlichen Schulen Ganztagsangebote.

Schulen 2012/13
Das staatliche Schulsystem umfasst im Schuljahr 2012/13 insgesamt 394 Schulen: 192 Grundschulen, 12 Grundschulabteilungen an Stadtteilschulen, 57 Stadtteilschulen, 60 Gymnasien, 37 Sonderschulen, 44 Berufsbildende Schulen und vier Schulen der Erwachsenenbildung. Die wenigen Veränderungen im staatlichen Schulsystem betreffen die Neugründung des Gymnasiums Hoheluft in Eimsbüttel sowie die Neu- bzw. Wiedergründungen der Stadtteilschulen Meiendorf, Rissen und Auf der Veddel.
Gegenüber dem Schuljahr 2011/12 ist die Anzahl aller Schulen von 477 auf 488 angestiegen. Dies liegt an einer starken Zunahme bei den nicht-staatlichen Schulen von 82 im Vorjahr auf 94 im aktuellen Schuljahr. Der Anstieg ist nicht die Folge neu erteilter Genehmigungen oder zusätzlicher Schülerinnen und Schüler, sondern eine verwaltungsrechtliche Änderung: Einige Grundschulen, die bisher im Verbund mit einer Stadtteilschule oder als Zweigstelle geführt wurden, gelten nun als eigenständig und werden entsprechend statistisch erfasst. Insgesamt gibt es in Hamburg im Schuljahr 2012/13 29 private Grundschulen, 28 private Stadtteilschulen, elf private Gymnasien, fünf private Sonderschulen, 20 private Berufsbildende Schulen und eine private Schule der Erwachsenenbildung. Dabei fällt auf, dass private Schulen im Durchschnitt erheblich kleiner sind als staatliche Schulen.

Starker Anstieg der Diagnosen für sonderpädagogischen Förderbedarf
Der Anteil der inklusiv geförderten Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf steigt weiter an. Erstmals besucht jetzt über die Hälfte (52,9 Prozent) von ihnen eine allgemeine Schule (2011: 35,8 Prozent). Dabei wird der Großteil der inklusiven Förderung von Grundschulen (57 Prozent) und Stadtteilschulen (41 Prozent) übernommen. Ein Prozent besucht das Gymnasien, ein weiteres Prozent die Vorschule.

Die Inklusion geht einher mit einer erheblichen Veränderung bei der Diagnose des sonderpädagogischen Förderbedarfs in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung (LSE). Während die Zahl der LSE-Schülerinnen und -Schüler an den Sonderschulen 2012 um 488 sank, meldeten die allgemeinen Schulen im gleichen Zeitraum einen Zugang von 1.902, das ist fast das Vierfache. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Zahl LSE-Diagnosen in den allgemeinen Schulen in nur einem Jahr von 3.177 auf 5.079 Schülerinnen und Schüler erhöht. Dieser erhebliche Anstieg ist nur durch eine veränderte Diagnose und Blickweise auf eine weitgehend gleich gebliebene Schülerschaft zu erklären. Die Schulbehörde hat deshalb den Erziehungswissenschaftler Prof. Schuck von der Universität Hamburg gebeten, diese Veränderung im Rahmen einer Evaluation der Inklusion zu überprüfen.

Dadurch ist auch die Zahl aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf insgesamt von 9.778 auf 12.099 stark gestiegen. Der Anteil an der Gesamtschülerschaft steigt damit auf 6,6 Prozent (2011/12: 5,4 Prozent, 2010/11: 5,0 Prozent). Die Zunahme ist fast ausschließlich auf den erheblichen Anstieg im Bereich LSE an allgemeinen Schulen zurückzuführen. Insgesamt macht der Förderschwerpunkt LSE mittlerweile fast Dreiviertel (72,6 Prozent) aller Förderbedarfe aus.

Insgesamt wieder mehr Schülerinnen und Schüler an allgemeinen Schulen, weniger an Berufsschulen
Wie im Vorjahr steigt die Schülerzahl an den allgemeinbildenden Schulen weiter an. Im Schuljahr 2012/13 besuchen 162.793 Schülerinnen und Schüler die staatlichen und 19.256 die privaten allgemeinbildenden Schulen (jeweils ohne Erwachsenenbildung). Die Schülerzahl steigt damit um 1.549 (0,8 Prozent) auf 182.049. Das Verhältnis zwischen staatlichen und privaten Schulen bleibt konstant, 10,6 Prozent der Schülerschaft besuchen private allgemeinbildende Schulen.

An den Berufsbildenden Schulen sinkt die Schülerzahl um 1.197 (-2,1%) auf 56.988. Im Schuljahr 2012/13 besuchen damit 54.712 Schülerinnen und Schüler die staatlichen und 2.276 die privaten
beruflichen Schulen.

Besonders stark stieg die Schülerzahl in den Oberstufen der staatlichen Stadtteilschulen (+ 675 / +7,6 Prozent) und Gymnasien (+ 496 / +4,7 Prozent), durchschnittlich dagegen an den Grundschulen (+ 459 / + 0,9 Prozent). An den staatlichen Sonderschulen sinkt die Zahl der Schüler um 468 (-8,7 Prozent), an den privaten sinkt sie sogar stark um 151 (-20 Prozent).

Die Zahlen der Herbststatistik werden unter www.hamburg.de/schulstatistiken im Internet veröffentlicht. (Pressemeldung vom 18.02.2013)

Quelle: Senat der Hansestadt Hamburg | Foto: Senat der Hansestadt Hamburg
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