Gesellschaft

Stadtteilschulen bedeuten Aufstieg und neue Chancen durch mehr Bildung

30.05.2013

Senat Hansestadt Hamburg Hamburg: m Rahmen der aktuellen Bürgerschaftsdebatte über Hamburgs Stadtteilschulen äußerte sich Senator Ties Rabe wie folgt (es gilt das gesprochene Wort):

„Das Gymnasium hat eine 200jährige Tradition. Die Grundschule wird demnächst 100 Jahre alt. Die Stadtteilschule dagegen wurde vor nicht einmal drei Jahren aus der Taufe gehoben.

Ziemlich lieblos übrigens. Alle Konzentration galt damals der Primarschule. Die Gründung war hektisch und wenig durchdacht. Deshalb hat die SPD von Anfang an gesagt: Wir werden das wieder gut machen. Wir werden es besser machen. Die Stadtteilschule ist unser jüngstes Kind. Wir werden uns um diese Schule besonders kümmern. Das ist unser Versprechen.

Zunächst einmal müssen wir uns fragen, welche Rolle die Stadtteilschule in Hamburg hat.

Herr Scheuerl behauptet ständig, die Stadtteilschule sei eine Haupt- und Realschule. Ich finde es schade, dass die CDU die Stadtteilschule so einschätzt. Für die SPD ist die Stadtteilschule eine Schule, die ein klares Versprechen an die Stadt gibt: Das Versprechen für einen Aufstieg und neue Chancen durch mehr Bildung. Die Botschaft: „Du kannst mehr als du denkst. Streng dich an, gib dir Mühe, wir fördern dich.“ Die Stadtteilschule ist kein Jugendzentrum, keine Sandkiste, keine therapeutische Anstalt. Die Stadtteilschule setzt auf Leistung, Bildung, mehr Lernzeit und gute Pädagogik. Aufstieg durch bessere Bildung. Das ist unser Leitbild!

Um dieses Leitbild zu entfalten, handeln wir. Lassen Sie mich sechs Maßnahmen nennen:

1. 18 neue Oberstufen - Wir setzen auf sehr gute Bildungsabschlüsse bis zum Abitur

Deshalb schaffen wir an allen Stadtteilschulen die Möglichkeit, das Abitur zu machen! Nicht jeder kann das Abitur schaffen. Aber mehr, als wir heute glauben. Dafür bekommen Stadtteilschulen Haupt- und Realschullehrer und auch Gymnasiallehrer. Diese Mischung sorgt für gute Pädagogik und hohen Leistungsanspruch. Deshalb bauen wir an allen Stadtteilschulen Oberstufen auf. Unsere Bilanz: 2013 bereiten zwölf Stadtteilschulen ihr erstes Abitur vor. In unserer Legislatur wird an 18 Stadtteilschulen erstmals das Abitur abgelegt! Wir sagen: Die Stadtteilschule bietet alle Schulabschlüsse bis zum vollwertigen Abitur. Sie steht für Spitzenleistungen, für neue Chancen, für gute Pädagogik und für den Aufstieg durch Bildung. Deshalb schaffen wir neue Oberstufen.

2. 22 neue Ganztagsschulen - Wir setzen auf mehr Ganztagsangebote

Leistung kommt nicht von selbst. Leistung braucht Förderung. Deshalb schaffen wir an den Stadtteilschulen mehr Ganztagsangebote. Das bedeutet: anspruchsvolle Freizeitangebote. Mit Freunden zusammensein. Das bedeutet vor allem: mehr Lernzeit, mehr Bildungsangebote, mehr Bildung. Und wir handeln. In den letzten 25 Jahren wurden 29 Schulen zur Ganztagsschule. Wir machen es deutlich schneller. Wir schaffen endlich mehr Ganztagsschulen. Unsere Bilanz seit 2011: Jedes Jahr eröffnen sieben Stadtteilschulen neue Ganztagsangebote. In diesem Sommer sind schon 22 neue Ganztagsschulen dazugekommen. Sieben mal mehr als bisher.

3. Für jeden Jahrgang rund 80 zusätzliche Pädagogen für die Inklusion

Sie kritisieren jetzt, dass die Stadtteilschulen die Inklusion schultern müssen. Ich erinnere:

Das haben wir gemeinsam beschlossen! Und CDU und GAL hätten es 2010 umsetzen sollen! Tun Sie nicht immer so, als seien sie nicht dabei gewesen. Ich sage auch: Das war ein richtiger Beschluss. Neue und bessere Chancen brauchen gerade auch Förder- und Sonderschüler. Wir dürfen und wir werden sie nicht im Stich lassen. Dabei sollten wir nicht jede Horrormeldung glauben. Im Vergleich zu 2008 haben die Sonderschulen pro Jahrgang heute rund 200 Schüler weniger. Diese 200 Sonderschüler verteilen sich auf rund 300 Parallelklassen der Stadtteilschule. Wer angesichts dieser Zahlen weiterhin behauptet, die Stadtteilschule sei die neue Sonderschule, redet eine Schulform mit Absicht schlecht.

Mit den zusätzlichen Schülern lassen wir die Stadtteilschulen nicht allein. Für jeden Jahrgang bekommt die Stadtteilschule rund 80 Pädagogen nur für die Inklusion. Das sind doppelt so viele, wie CDU und GAL den Stadtteilschulen gegönnt haben. Das ist unsere Antwort auf die neuen Herausforderungen.

4. Unterstützungsprogramm für Stadtteilschulen in schwieriger Lage

Die Stadtteilschule ist eine ganz neue Schulform. Deshalb gibt es erhebliche Unterschiede.

Hamburgs größte und erfolgreichste Schulen sind Stadtteilschulen. Aber es gibt auch Sorgenkinder mit Startschwierigkeiten. Sie haben mehrere Standorte, mehrere Kollegien, liegen in schwierigen Stadtteilen. Diese Schulen brauchen besonderen Rückenwind. Sieben Stadtteilschulen wollen wir deshalb besonders unterstützen. Mit zusätzlichem Personal fördern wir gezielt die pädagogische Arbeit der Klassenlehrer, die Elternarbeit und die Schulentwicklung. Wir schaffen ein Netzwerk von Unterstützern. Und wir ermöglichen bestimmten Schülergruppen sogar ein zusätzliches Lernjahr. Unser Programm kostet viel Geld. Weit über 10 Millionen in den nächsten vier Jahren. Es ist das erste Mal, dass ein Senat überhaupt gezielt Schulen in schwieriger Lage fördert.

5. Bessere Vorbereitung auf das Leben nach der Schule

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, sagt der Philosoph Seneca. Wir wollen, dass die Stadtteilschule das besonders ernst nimmt. Viele Jugendliche und Eltern sind in Sorge: Was kommt nach der Schule? Gelingt der Übergang in eine Ausbildung, in ein Studium, in einen schönen Beruf, in die Zukunft? Wir werden deshalb das Schulfach Berufs- und Studienorientierung deutlich ausbauen. Das nützt allen: Hauptschülern, Realschülern und gerade auch Abiturienten. Denn sie alle werden einen Beruf ergreifen. Mit oder ohne Studium. Die Stadtteilschule wird gezielt darauf vorbereiten. Lernen für das Leben, eine Schule für das Leben – das ist das Profil der Stadtteilschule. Mit diesem Konzept wird die Stadtteilschule ein großes Versprechen einlösen: Beim Übergang in Beruf oder Studium wird künftig kein junger Mensch allein gelassen.

6. Bessere Ausstattung: 559 Pädagogen mehr in zweieinhalb Jahren

Die Summe unserer Anstrengungen lässt sich nicht nur in Worten beschreiben. Sie lässt sich auch messen. 2010 bekamen Stadtteilschulen für 100 Schüler knapp 7,7 Pädagogen. Bis 2013 haben wir diese Quote um fast 15 Prozent auf mehr als 8,7 Pädagogen gesteigert. Verglichen mit 2010 haben Stadtteilschulen heute 559 mehr Pädagogen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Stadtteilschule verspricht allen Schülern: Du kannst mehr. Streng dich an, wir fördern dich. Wir setzen auf Leistung, auf mehr Lernzeit und gute Pädagogik. Damit schaffen Hamburgs Schüler den Aufstieg durch Bildung.

Das ist unser Bild von der Stadtteilschule.“ (Pressemeldung vom 29.05.2013) 

Quelle: Senat der Hansestadt Hamburg | Foto: Senat der Hansestadt Hamburg
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