Wirtschaft

Rolls-Royce entwickelt mtu-Wasserstoff-Elektrolyseur

29.06.2022

Rolls-Royce Power Systems AG | MTU, MTU Onsite Energy und L’OrangeFriedrichshafen: Rolls-Royce steigt in den Markt mit Elektrolyseuren zur Wasserstoff-Herstellung ein und übernimmt mit 54 Prozent der Anteile die Mehrheit am Elektrolyse-Stack-Spezialisten Hoeller Electrolyzer aus Wismar (Deutschland). Dessen innovative Technologie ist die Basis für die künftigen mtu-Elektrolyseure des Rolls-Royce-Geschäftsbereichs Power Systems. Das junge Technologieunternehmen Hoeller entwickelt unter dem Produktnamen „Prometheus“ hocheffiziente Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM)-Stacks zur besonders kostengünstigen Herstellung von Wasserstoff.

  • Anteile bei Start-up-Unternehmen in Norddeutschland sichern Rolls-Royce Power Systems Zugang zu Schlüsseltechnologie der grünen Wasserstoffherstellung
  • Elektrolyse-Systeme für mehrere Megawatt Leistung
  • Erster Demonstrator im Jahr 2023 auf Basis eines Hoeller-Stacks

Rolls-Royce entwickelt mtu-Wasserstoff-Elektrolyseur

Foto: Rolls-Royce entwickelt eigene mtu-Wasserstoff-Elektrolyseure. Basis ist der Elektrolyse-Stack des Unternehmens Hoeller Electrolyzer, an dem Rolls-Royce nun 54 Prozent der Anteile hält. Dr. Otto Preiss, COO des Rolls-Royce-Geschäftsbereichs Power Systems (links) und Armin Fürderer (zweiter v.l.), der die klimaneutralen Lösungen bei Rolls-Royce Power Systems verantwortet, kündigen Elektrolyseure mit mehreren Megawatt Leistung an. Stefan Höller (rechts), Firmengründer und Entwicklungsleiter, sowie Matthias Kramer (zweiter v.r.) leiten gemeinsam das in Wismar an der deutschen Ostseeküste beheimatete Unternehmen Hoeller Electrolyzer, das an hocheffizienten Elektrolyse-Stacks arbeitet. Foto: Rolls-Royce Power Systems AG
 
Wasserstoff ist ein immer wichtiger werdender Treibstoff für die Energiewende. Deshalb wird der Bedarf an „grün“ produziertem Wasserstoff, bei dessen Herstellung kein klimaschädliches CO2 entsteht, schon in naher Zukunft rasant steigen. Er wird für Brennstoffzellen und Wasserstoffmotoren, für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe sowie für Industrieprozesse benötigt, für die derzeit nicht klimaneutral hergestellter Wasserstoff verwendet wird. Hoch leistungsfähige Elektrolyseure sind deshalb die Schlüsselkomponenten im Wasserstoff-System.
 
Dr. Otto Preiss, COO und Technikvorstand von Rolls-Royce Power Systems betont: „Mit der Entwicklung eigener mtu-Elektrolyseure und der Mehrheitsbeteiligung an Hoeller Electrolyzer bauen wir unser Wasserstoff-Portfolio konsequent aus und sichern uns Zugang zu dieser faszinierenden Technologie, die alles andere als Zukunftsmusik ist, sondern hohes Marktpotenzial bietet. So werden wir komplette Wasserstofflösungen anbieten und einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit unseren Wasserstoffkomplettlösungen werden unsere Kunden Energie aus erneuerbaren Quellen in Form von Wasserstoff speichern können, um ihn zu verwenden, wenn Energie gebraucht wird, oder um ihn weiter zu verarbeiten oder zu verkaufen.“
 
Bei der Elektrolyse von Wasserstoff wird Wasser unter Gleichspannung gesetzt, wobei am Minuspol Wasserstoff und am Pluspol Sauerstoff entsteht. Mit elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen, wie zum Beispiel aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, kann Wasserstoff klimaneutral hergestellt werden. Die elektrochemische Reaktion läuft in einer Zelle zwischen plattenförmigen Elektroden ab, die durch Membranen getrennt sind. Hunderte übereinanderliegende und miteinander verpresste Zellen bilden einen Stack (englisch für Stapel), den Kern eines Elektrolyseurs.
 
Die im Jahr 2016 gegründete Hoeller Electrolyzer GmbH hat sich mit Prometheus  als einer der wenigen hochspezialisierten Player und Experten im Bereich hocheffizienter PEM-Elektrolyse-Stacks positioniert. Ihr Gründer Stefan Höller verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung der Elektrolyseur-Technologie und 14 Patente. Besonders hohe Effizienz versprechen spezielle Oberflächentechnologien für die bipolaren Platten, die den Einsatz der teuren Katalysator-Edelmetalle Platin und Iridium deutlich reduzieren, sowie erhöhter Ausgangsdruck. „Mit unserem Stack wird man Wasserstoff so preisgünstig herstellen, wie man es bislang nicht für möglich gehalten hat“, sagt Geschäftsführer Stefan Höller.
 

Rolls-Royce und Hoeller Electrolyzer eint die Vision von CO2-freier Energie – sowohl für die Stromversorgung als auch für den Antrieb von schweren Fahrzeugen. Rolls-Royce entwickelt mit jahrzehntelanger Erfahrung und Systemkompetenz das komplette Elektrolyseur-System und verfügt weltweit über ein globales Vertriebs- und Servicenetz für großes Absatzpotenzial.
 
„Mit Rolls-Royce haben wir nicht nur einen wichtigen Kunden für unsere Stacks, sondern auch einen idealen Partner und Unterstützer gefunden, der unsere Vision einer Serienfertigung von Stacks teilt“, sagt Matthias Kramer, CFO und ebenfalls Geschäftsführer von Hoeller Electrolyzer.
 
Die Entwicklungsarbeiten für den ersten mtu-Elektrolyseur auf der Basis eines Stacks von Hoeller laufen bereits seit einiger Zeit. Im Jahr 2023 wird er im Validation Center in Friedrichshafen in Betrieb gehen, um darzustellen, wie sich ein Elektrolyseur in die Gesamtarchitektur eines Microgrids einfügt. Ein erstes Kundenprojekt ist bereits für das Jahr 2024 geplant. „Wir werden gleich zum Start Elektrolyseure mit mehreren Megawatt Leistung auf den Markt bringen. Eine Gesamtleistung von über 100 Megawatt ist denkbar, indem mehrere Elektrolyseure miteinander kombiniert werden“, sagt Armin Fürderer, der die klimaneutralen Lösungen bei Rolls-Royce Power Systems leitet.
 
Der nun von Rolls-Royce gehaltene Anteil an Hoeller Electrolyzer stammt von ausscheidenden Minderheitsgesellschaftern sowie aus einer Kapitalerhöhung. Über die finanziellen Einzelheiten ist Stillschweigen vereinbart worden. Stefan Höller und Matthias Kramer führen Hoeller Electrolyzer weiterhin als eigenständiges Unternehmen mit dem Ziel, einen international führenden Stack-Hersteller aufzubauen. 

Rolls-Royce entwickelt mtu-Wasserstoff-Elektrolyseur

Foto: Der erste mtu-Elektrolyseur von Rolls-Royce wird im Jahr 2023 in den Demonstratorbetrieb gehen. Kernelement ist der Elektrolyse-Stack des Unternehmens Hoeller Electrolyzer, an dem sich Rolls-Royce mit 54 Prozent beteiligt hat.  Foto: Rolls-Royce Power Systems AG

  • Rolls-Royce ist Vorreiter bei Antriebs- und Energielösungen, die die Gesellschaft verbinden, antreiben und schützen. Wir haben uns verpflichtet, bis 2030 Klimaneutralität in unserem Betrieb zu erreichen (ohne Produkttests) und sind der UN-Kampagne Race to Zero im Jahr 2020 beigetreten. Damit bekräftigen wir unser Bestreben, eine grundlegende Rolle dabei zu spielen, dass die Bereiche, in denen wir tätig sind, bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden.
  • Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter. Unter der Marke mtu vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, Energieerzeugung, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge sowie für die Öl- und Gasindustrie sowie Diesel- und Gassysteme und Batteriecontainer für sicherheitskritische Anwendungen, zur Dauerstromerzeugung, für Kraft-Wärme-Kopplung und für Microgrids und beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung klimaneutraler Lösungen.
  • Rolls-Royce hat Kunden in mehr als 150 Ländern, darunter mehr als 400 Flug- und Leasinggesellschaften, 160 Streitkräfte und Seestreitkräfte, sowie mehr als 5.000 Energie- und Kernenergiekunden.
  • Der bereinigte Jahresumsatz 2021 betrug 10,95 Milliarden britische Pfund, der bereinigte operative Gewinn lag bei 414 Millionen Pfund und wir investierten 1,18 Milliarden britische Pfund in Forschung und Entwicklung. Rolls-Royce unterstützt ein weltweites Netzwerk von 28 universitären Technologie-Centern, durch die Rolls-Royce-Ingenieure unmittelbar an wissenschaftlicher Spitzenforschung teilhaben.
  • Rolls-Royce Holdings plc ist ein börsennotiertes Unternehmen.
(Pressemeldung vom 28.06.2022)
Quelle: Rolls-Royce Power Systems AG | Foto: Rolls-Royce Power Systems AG
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