Wirtschaft

Sietas Werft: Aeolus, das erste in Deutschland gebaute Errichterschiff für Offshore-Windanlagen

18.02.2014

Brinkmann & Partner PartnerschaftsgesellschaftHamburg: Es ist eine Premiere im deutschen Schiffbau: Die „Aeolus“, das erste in Deutschland konstruierte und gebaute Errichterschiff (Jack-up Vessel) für Offshore-Windanlagen, das auf der Sietas Werft für das renommierte niederländische Wasserbauunternehmen Van Oord gebaut wurde, verlässt die Werft. Mit einer Passage durch das Este-Sperrwerk fährt das Jack-up Vessel jetzt über die Elbe nach Bremerhaven.

Berthold Brinkmann, Verwalter der Sietas Werft, sagte: „Ich bin stolz auf das, was die Mitarbeiter der Sietas Werft für dieses Schiff geleistet haben. Während des Insolvenzverfahrens haben sie zu jeder Zeit Höchstleistungen erbracht und so konnte ein hochkomplexes Spezialschiff für anspruchsvolle Offshore-Windanlagen-Projekte entstehen. Gleichzeitig möchte ich der Firma Van Oord und insbesondere Herrn Direktor Peter Bunschoten danken, die uns mit diesem Auftrag im laufenden Insolvenzverfahren ihr Vertrauen in die Sietas Werft ausgesprochen haben. Das Schiff ist der Beweis für die Leistungsfähigkeit und das international wettbewerbsfähige Know-how von Konstruktions- und Bauleistung der Sietas Werft.

Erstmals wurde ein solches Spezialschiff auf einer deutschen Werft entwickelt und gebaut. Mit dem heutigen Tag setzen Sietas und Van Oord einen Meilenstein im deutschen Schiffbau.“
Sietas Werft: Aeolus, das erste in Deutschland gebaute Errichterschiff für Offshore-Windanlagen
Den Bauvertrag mit Van Oord hatte Dr. Tobias Brinkmann für den Verwalter mit Direktor Peter Bunschoten und Legal Counsel Ingrid Pieters, beide Van Oord, verhandelt und während des Sietas Insolvenzverfahrens neu abgeschlossen. Die Sietas Werft hat dann das Schiff ohne staatliche Finanzhilfen und Kredite gebaut.

Konstruktions- und Bauphasen
Nach dem Baustart wurden zunächst auf einer Bauplattform im Dockhafen der Sietas Werft die Stahlarbeiten für den Rumpf abgeschlossen, für die abschließende Endmontage wurde das Jack-up Vessel dann ausgedockt, so dass es schwimmend im Wasser des Dockhafens lag. In den vergangenen Monaten wurde u. a. das Deckshaus aufgebaut, in dem sich Brücke, Kabinen für die Mannschaft und Küche befinden, sowie die vier sogenannten Jack-Häuser, welche jeweils die Hydraulik und das Hubsystem für die Stelzen beinhalten, auf welchen sich das Schiff auf See aufrichten kann. Als letztes wurde der Kran aufgesetzt. Er stammt von der jetzt zur TTS Group gehörenden ehemaligen Sietas Tochter Neuenfelder Maschinenfabrik (NMF).

Mit der Inbetriebnahme wurde der Bau des Schiffs jetzt abgeschlossen. Seine vier Stelzen mit ihrer Länge von je 84 Metern und die dazu gehörigen „Schuhe“ wird das Jack-up Vessel aufgrund der Sonderabmessungen dieser Komponenten außerhalb des Hamburger Hafens erhalten.

Während der Bauzeit arbeitete die Sietas Werft auch eng mit der Wirtschaftsbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und der Hamburg Port Authority (HPA) zusammen, die den Dockhafen und den Zugang von der Este in die Elbe durch Ausbaggern freihielt.

Das Sietas Jack-up Vessel ist für den küstenfernen Einsatz in Offshore-Windfeldern entwickelt. Es besitzt eine Transportkapazität von bis zu 5.600 Tonnen und kann in Wassertiefen von bis zu 45 Metern sicher arbeiten. Es kann sich selbst beladen, verfügt über eine DP2 Ausrüstung (Dynamic Positioning System 2), die es auch in schwerer See stabil und ortsgenau positioniert, und ein Jacking-System mit vier Stelzen, die 84 Meter lang sind, jeweils rund 1.000 Tonnen wiegen und einen Durchmesser von 4,50 Metern haben. Damit kann es sich weit über die Wasseroberfläche erheben und gewährleistet eine sichere Arbeitsposition für Installationsaufgaben auf hoher See.

Das innovative Spezialschiff ist 140 Meter lang und 38 Meter breit, seine Seitenhöhe beträgt 9,12 Meter, sein Tiefgang 5,70 Meter. Die Dienstreisegeschwindigkeit liegt bei 12 Knoten. Der dieselelektrische Antrieb mit vier Generatorensätzen leistet insgesamt 20.000 Kilowatt. Der Offshore-Spezialkran kann 900 Tonnen Last bei einer Auslage von 30 Metern heben und bis zu einer Höhe von etwa 120 Metern über Wasser arbeiten. Während seiner Einsätze auf den Windenergiefeldern bietet das Installationsschiff 74 Besatzungsmitgliedern Unterkunft.

Im Juli 2014 wird die „Aeolus“ auf ihre erste Auftragsreise gehen. Sie wird für die Konstruktion des Eneco Luchterduinen Windparks vor der niederländischen Küste eingesetzt.

Die Sietas Werft – künftig Pella Sietas
Nach mehr als zwei Jahren intensiver Suche hat Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann einen strategischen Investor für die renommierte Sietas Werft in Hamburg gefunden: Pella Shipyard aus Otradnoye bei St. Petersburg (Russland) übernimmt das Unternehmen zum 10. März 2014. Der Kaufvertrag mit dem zu Pella Shipyard gehörenden Unternehmen Terraline GmbH mit Sitz in Hamburg wurde bereits geschlossen und notariell beurkundet, steht aber noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch den Gläubigerausschuss und durch die Banken. Terraline wird nach der Übernahme umbenannt in Pella Sietas GmbH. Die Käuferin hat sich verpflichtet, die Sietas Werft für mindestens acht Jahre als Schiffswerft weiter zu betreiben. Pella Shipyard verfügt bereits über Aufträge zum Bau von Schleppern, Eisbrechern, Versorgungsschiffen sowie anderen Schiffen mit hohem Ausrüstungsgrad.

Pella Shipyard kauft die Sietas Werft im Rahmen einer übertragenden Sanierung. Dazu werden rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen bzw. bis Ende April aus der Sietas-Transfergesellschaft neu eingestellt. Bis Ende 2016 wird die Käuferin die Zahl der Arbeitnehmer auf mindestens 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Sietas Werft erhöhen; darüber hinaus will sie für Beschäftigung bei diversen Zulieferern sorgen. Außerdem wird Pella Shipyard bis Ende 2016 Investitionen von mindestens 15 Millionen Euro in die Infrastruktur der Sietas Werft vornehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart; die Käuferin erbringt diesen aus eigenen Mitteln.

Foto: Berthold Brinkmann, Verwalter der Sietas Werft, Frank Horch, Wirtschaftssenator der Freien und Hansestadt Hamburg, und Peter Bunschoten, Direktor  Van Oord (v.l.) vor der Aeolus.

(Pressemeldung vom 18.02.2014) 

Quelle: Sietas Werft | Pella Shipyard | Foto: Sietas Werft | Pella Shipyard
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