Wirtschaft

Pilotprojekt für Mecklenburg-Vorpommern: Dränteich bei Rostock mindert diffuse Stoffeinträge in Gewässer

24.05.2013

MV Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Schwerin: Mit dem neuen Dränteich in Jürgenshagen wird am heutigen 23. Mai ein bedeutsames Projekt zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge in die Gewässer gestartet.

Dazu wurde in der Gemeinde im Landkreis Rostock eine natürliche feuchte Geländesenke zwischen dem Ablauf einer Dränanlage und der Beke reaktiviert. Wo bisher ein Dränsammler direkt in den Fluss einleitete, wird der Bereich vor der Einleitstelle renaturiert und als Retentions- oder Ausbreitungsfläche für das Wasser gestaltet. Mit einem Messprogramm werden die Nährstoffausträge über das Dränsystem in Abhängigkeit von der Bewirtschaftung sowie die Reinigungsleistung der Retentionsfläche in den kommenden Jahren untersucht.

Die Anlage, die 300.000 Euro für Bau, Flächenbeschaffung, wissenschaftliche Begleitung und Monitoring kostet, ist zugleich ein Demonstrationsvorhaben für interessierte Landwirte, Berater, Wasser- und Bodenverbände, Ämter für Landwirtschaft, Wasserbehörden.

"Nährstoffüberschüsse landwirtschaftlicher Flächen sowie im Boden angereicherte Nährstoffvorräte führen zu Stickstoff- und Phosphor-Einträgen in die Gewässer", erläutert Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus das Pilotprojekt für Mecklenburg-Vorpommern. "Studienergebnisse zeigen: Selbst wenn ein Landwirt auf auswaschungsgefährdeten Böden standortangepasst düngt und Maßnahmen wie Zwischenfruchtanbau durchführt, lassen sich mittlere Nitratkonzentrationen im Grundwasser und in Oberflächengewässern unter 50 mg/l nicht überall erreichen."

Dazu komme, dass die künstliche Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen die Nährstoffbelastung der Gewässer verstärkt. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes erfolgt der Stickstoffeintrag in die Gewässer zu rund 60 % über die Dränung. In M-V liegt diese Zahl noch höher, da etwa 65 % (885.000 ha) der landwirtschaftlichen Nutzfläche künstlich entwässert werden.

Dränteiche helfen den Stoffeintrag in die Gewässer zu reduzieren. Generell gilt: Je natürlicher der Wasserhaushalt einer Fläche bzw. eines Einzugsgebietes ist, desto geringer ist der Nährstoffaustrag in die Fließgewässer. Durch die verlängerte Verweildauer des Wassers in der Landschaft finden Stoffumsetzungen statt, die eine Reduzierung der ausgetragenen Fracht bewirken. Hier wirken vor allem die Denitrifikation (Umsetzung von Nitrat in harmlosen Luftstickstoff) und die Sedimentation (Ablagerung von phosphorhaltigen Bodenteilchen) als Stoffsenke.

"Um festzustellen, wie die im Projekt erzielten Ergebnisse in der Praxis umsetzbar und wirtschaftlich effizient realisierbar sind, soll eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden", so Dr. Backhaus. "Das Projekt mündet in einer Handlungsempfehlung zur Reaktivierung bzw. Anlage von Retentionsflächen an Dränausläufen. Außerdem soll das landesweite Minderungspotenzial für Stickstoff- und Phosphorausträge aus landwirtschaftlichen gedränten Flächen durch Dränteiche ermittelt und auch eine mögliche Flächenkulisse mit Quantifizierung der möglichen Austragsminderung erarbeitet werden."

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie WRRL fordert europaweit das Erreichen eines "guten Zustandes" aller Grundwasserkörper sowie der Oberflächen- und Küstengewässer. Spätestens im Jahr 2027 dürfen die Gewässer auch in M-V keine überhöhten Nährstoffbelastungen mehr aufweisen.

Der neue Dränteich, Ergebnis einer engen und ergebnisorientierten Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz, Forschung, Wasser- und Bodenverbänden und der öffentlichen Verwaltung, ist dazu ein wichtiger Schritt. (Pressemeldung vom 23.05.2013)

Quelle: LU MV Nr. 149/ 2013 | Foto: MV, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
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