Bildung

Niedersachsen geht neue Wege, um Menschen mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen zu erreichen

28.12.2021

Niedersachsen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und VerkehrHannover: Zwölf Prozent der Deutsch sprechenden Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren, das sind rund 620.000 Menschen in Niedersachsen, sind von funktionalem Analphabetismus betroffen. Das heißt: Sie können lediglich unzureichend lesen und schreiben. Um die Unterstützungsangebote für die Betroffenen zu stärken und möglichst viele Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu erreichen, hat das Niedersächsische Landesbündnis für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener nun ein Arbeitsprogramm verabschiedet.

Im Zentrum des Programms steht, die Grundbildung mehr in den öffentlichen Fokus zu rücken - unter anderem durch die Förderung der institutionellen Kompetenz und den Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit. Mit einer Ausweitung der Kursstrukturen soll die Beteiligung an Grundbildungsmaßnahmen steigen. Das Arbeitsprogramm betont zudem die Erweiterung und Festigung von Netzwerken und Strukturen der Zusammenarbeit sowie den Ausbau der Beratungs- und Weiterleitungsstrukturen.  

„Ich freue mich, dass das Bündnis aus dem nun vorliegenden Arbeitsprogramm Schritt für Schritt geeignete Maßnahmen ableiten kann, um mehr Betroffene zu ermutigen, sich auf den Weg zu machen", so Björn Thümler, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur sowie Schirmherr des Bündnisses. „Es wird deutlich mehr Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für gering Literalisierte geben: So können Betroffene zukünftig nicht nur direkt in Kursen oder einem Regionalen Grundbildungszentrum, sondern auch bei Vertreterinnen und Vertretern der Krankenkassen, Kirchen, Arbeitgebervertretungen und weiteren Bündnispartnern Informationen und Unterstützung finden, um besser Lesen und Schreiben zu lernen."

Mit dem Arbeitsprogramm geht Niedersachsen neue Wege, um Menschen mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen zu erreichen. Einmalig in Deutschland bindet das Bündnis die betroffenen Lernerinnen und Lerner aktiv ein und stellt das Arbeitsprogramm auch in Leichter Sprache zur Verfügung. „Die wichtigsten Informationen sollten auch in Leichter Sprache verfügbar sein", so der niedersächsische Lernerrat, im Landesbündnis eine Stimme der Menschen mit geringer Literalität. „Davon profitieren vor allem Betroffene mit Lese- und Schreibschwächen. Die Texte sind einfacher und schneller zu verstehen."

Das Land stärkt die Unterstützungsangebote für Menschen mit Lese- und Schreibschwierig- keiten in Niedersachsen seit vielen Jahren konsequent. Zusätzlich zu acht bestehenden Regionalen Grundbildungszentren, die im Rahmen eines Landesprogramms gefördert werden, wurden 2020 und 2021 neue Grundbildungszentren an den Volkshochschulen in Diepholz und in Meppen eingerichtet. Die zehn Regionalen Grundbildungszentren werden mit jährlich 250.000 Euro finanziert. Über die Finanzhilfe fördert das Land zudem Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung mit 2,9 Millionen Euro.

Das Landesbündnis für Alphabetisierung und Grundbildung wurde im November 2020 vom Land Niedersachsen gemeinsam mit gesellschaftlichen Partnern ins Leben gerufen. Ziel des Bündnisses ist, Menschen mit unzureichender Grundbildung durch geeignete Initiativen und Maßnahmen zu einer besseren beruflichen, sozialen und ökonomischen Teilhabe zu verhelfen. Mit der Koordinierung des Landesbündnisses ist die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung beauftragt. 

 

Die Partner im Landesbündnis für Grundbildung in Niedersachsen sind:

  • Akademie für Leseförderung
  • AOK - Die Gesundheitskasse für Niedersachsen
  • BARMER Landesvertretung Niedersachsen/Bremen
  • Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen e.V.
  • Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW)
  • Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen
    Caritas Niedersachsen
  • DGB-Bezirk Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt
  • Diakonisches Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V.
  • Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen
  • Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
  • Internationaler Bund
  • Katholisches Büro Niedersachsen
  • Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen
  • LAG der Freien Wohlfahrtspflege
  • Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsen e.V.
  • Landesverband Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V.
  • Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen e.V.
  • NiedersachsenMetall - Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V.
  • Niedersächsischer Bund für freie Erwachsenenbildung e.V.
  • Niedersächsischer Lernerrat
  • Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.
  • Unternehmerverbände Niedersachsen e.V.

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur 

(Pressemeldung vom 28.12.2021)
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur | Foto: Niedersachsen
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