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Wirtschaft
Erster Hammerschlag in der Nordsee
Dienstag, der 6.September 2011
Erster Hammerschlag in der Nordsee
Borkum: „Nach über drei Jahren Projektentwicklung heißt es heute `Leinen los` für das Errichterschiff“, freut sich ein sichtlich zufriedener Klaus Horstick, Geschäftsführer des Trianel Windparks Borkum (TWB). Die ersten Stahlrohre zur Befestigung der Fundamentstrukturen werden mit Hilfe des Jack-Up-Schiffs „Goliath“ von heute an in rund 30 Metern Wassertiefe 45 Kilometer vor Borkum errichtet.
 
„Die Baustellenlogistik auf See ist eine völlig andere Herauforderung als eine Kraftwerksbaustelle an Land“, beschreibt Horstick die Aufgabe. Die 160 Meter hohen Windräder vom Typ Areva M 5000 stehen auf gewaltigen dreifüßigen Fundamenten, den sogenannten Tripods. Diese 700 Tonnen schweren Tripod-Gründungsstrukturen, die zurzeit bei der Arge Tripod Borkum West II (Weserwind/EEW) in Bremerhaven gefertigt werden, werden jeweils mit drei hohlen, 100 Tonnen schweren Stahlrohren, den sogenannten Piles, im Meersgrund verankert.
 
Bereits im Frühjahr haben die Bauvorbereitungen für den ersten kommunalen Offshore-Windpark begonnen. Und zwar mit der Vorbereitung für Maßnahmen zum Naturschutz. An Land wurde der große Blasenschleier getestet, der als Schutz für die marinen Säuger um die Baustelle gelegt wird. Im August haben erste Tests auf See stattgefunden. Ziel des Blasenschleiers ist, vor allem die Schweinswale vor dem Lärm, der bei den Rammarbeiten für die Fundamente entsteht, zu schützen.
 
„Der Ablauf auf See ist genau geplant“, erläutert Horstick: „Das Boot mit dem Blasenschleier fährt an die geplante Fundament-Position, um hier den Blasenschleier um die Baustelle zu legen.“ Sobald der Blasenschleier mit seinem Durchmesser von ca 100 Metern geschlossen um die Baustelle platziert ist, fährt die Goliath in den schallgeschützten Bereich. Dort „positioniert“ sich das Schiff auf seinen vier Füßen, die hydraulisch auf den Meersgrund abgelassen werden. „Mit ihren Jack-up-legs steht die Goliath fest auf dem Meersboden“, so Klaus Horstick.
 
Anschließend wird eine Rammschablone auf dem Meeresgrund platziert und jeder Pile mit bis zu 3.000 Schlägen des hydraulischen Hammers millimetergenau eingerammt. Die Schablone ist nötig, damit die Stahlrohre im richtigen Abstand zueinander stehen, um im kommenden Frühjahr die Tripods über die Piles zu heben.
 
Die Piles haben ein Durchmesser von 2,5 Metern und eine Länge von 25-30 Meter. Je nach Bodenbeschaffenheit wird ein längerer oder kürzerer Pile verwendet. „Der Untergrund wurde vorher von Geologen analysiert, so dass wir genau wissen, wann wir welche Pile-Länge nutzen müssen“, berichtet Horstick.
 
Im Sommer 2012 wird die Endmontage der 40 Windräder des ersten Bauabschnitts beginnen, die im Winter 2012/13 abgeschlossen sein soll. Zeitgleich will TWB mit der Stromlieferung beginnen. Der zweite TWB-Bauabschnitt mit weiteren 40 Windrädern soll 2014 angegangen werden. Die Vorbereitungen zur Umsetzung der Phase II laufen bereits. Über ein Nachfolgeprojekt zu Borkum West II denkt die Stadtwerke-Kooperation ebenfalls bereits nach.

Trianel Borkum West II ist das größte Windprojekt in der deutschen Nordsee und der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas, der vollständig projektfinanziert ist. Der Baubeschluss für den Trianel Windpark Borkum West II ist im Dezember 2010 gefallen. An dem Windpark sind neben der Trianel GmbH 33 Stadtwerke und Regionalversorger aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz beteiligt. Der Windpark wird 45 km nördlich vor der Küste von Borkum in rund 30 Meter Wassertiefe errichtet. In der ersten Bauphase werden ab September 2011 vierzig Turbinen mit einer Leistung von je fünf Megawatt errichtet. Der Windpark soll zum Jahreswechsel 2012/13 ans Netz gehen. Die Baukosten für Phase 1 betragen rund 800 Mio. Euro. (Pressemeldung vom 01.09.2011)
Quelle: Trianel GmbH
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