Mit der Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Für die Nutzung des vollen Funktionsumfanges der Webseite, bestätigen Sie bitte auch die Verwendung von Third-Party-Cookies & Plugins. Mehr Informationen in unserer Datenschutzerklärung
Ok
Wirtschaft
Crowdsourcing Plattform Cerberus von BlackShore-creative gewinnt GMES Masters 2012
Samstag, der 27.Oktober 2012
Crowdsourcing Plattform Cerberus von BlackShore-creative gewinnt GMES Masters 2012

München: Der GMES Masters Wettbewerb hat in diesem Jahr zum zweiten Mal zur Einreichung von innovativen Produkten und Geschäftsideen für das europäische Erdbeobachtungsprogramm GMES (Global Monitoring for Environment and Security) aufgerufen. Für den von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der T-Systems und dem Bayerischen Wirtschaftsministerium mit Unterstützung der Europäischen Kommission initiierten Wettbewerb wurden mehr als 100 Vorschläge aus 20 europäischen Ländern eingereicht. Die Ergebnisse bestätigen die wachsende Bedeutung der Erdbeobachtung für nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens sowie für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa. Die besten der eingereichten Vorschläge zur Nutzung von GMES wurden am Abend des 25. Oktober in der Münchner Residenz unter Beisein von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch mit Preisen im Gesamtwert von EUR 335.000 ausgezeichnet.

Trendthema des GMES Masters 2012 war das "crowdsourcing" von Zusatzinformationen als Ergänzung für von Satelliten gewonnene Erdbeobachtungsdaten. Diese Methode lässt sich in vielen Anwendungsbereichen sinnvoll nutzen, beispielsweise im Katastropheneinsatz, um Erdbeobachtungsdaten möglichst schnell mit aktuellen Informationen (Bild, Ton, Video) zu ergänzen, die von Personen vor Ort gewonnen werden. Damit zeigt der GMES Masters auch in seinem zweiten Jahr seine Innovationskraft bei der Entwicklung neuer Nutzungsmöglichkeiten für das europäische Fernerkundungsprogramm GMES. "Der Freistaat Bayern misst der Luft- und Raumfahrt eine hohe Bedeutung zu und möchte auch bei GMES die Stärken Bayerns in das Programm einbringen. Wir legen dabei einen besonderen Fokus auf das enge Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft, das auch im GMES Masters Wettbewerb aktiv gefördert wird." so Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch in seiner Eröffnungsrede der Preisverleihung. Das GMES Programm, wird in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der EU und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) als europäisches "flagship programme" aufgebaut und wird ab 2014 in seine operationelle Phase eintreten.

Der Preispool des GMES Masters und insbesondere der Zugang der Teilnehmer zu Satellitendaten haben sich 2012 auf einen Gesamtwert von EUR 335.000 deutlich gesteigert. Zwei zusätzliche Industriepartner, Astrium GEO-Information Services und European Space Imaging GmbH konnten für den Ideenwettbewerb gewonnen werden. Die Europäische Kommission stellt ein umfangreiches Satellitendatenpaket im Wert von EUR 100.000 bereit. Die Gewinner haben zudem die Möglichkeit, ins Gründerprogramm der ESA Business Incubation Centres (BICs) aufgenommen zu werden. Dort erhalten sie finanzielle und technische Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Geschäftsidee bis hin zur Marktreife.
"In den insgesamt sieben ESA BICs zeigt sich, wie auch in den Wettbewerbsbeiträgen, das wachsende Interesse an der Kommerzialisierung von GMES Daten. Von derzeit 160 Firmen sind bereits 30 Start-ups im Bereich GMES tätig - Tendenz steigend." erklärte Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen, Organisator des GMES Masters und Manager des ESA BIC Bavaria.

Der Gesamtgewinner 2012 - der GMES Master - wurde von einem internationalen Expertengremium aus den Gewinnern aller "Challenges" des Ideenwettbewerbs ausgewählt. Prof. Dr. Volker Liebig, Direktor der Erdbeobachtungsprogramme der ESA gab am Abend der Preisverleihung die niederländische Firma BlackShore - creative mit ihrem Projekt Cerberus als "GMES Master" bekannt und überreichte den mit EUR 20.000 dotierten Hauptpreis. "Das innovative Projekt Cerberus informiert die Öffentlichkeit über Anwendungsmöglichkeiten von GMES Daten. Gleichzeitig bezieht die "crowdsourcing" Plattform den Nutzer direkt und zielführend in die Auswertung der Satellitendaten mit ein, beispielsweise im Bereich Katastrophen- und Naturschutz." so Prof. Dr. Liebig.
In Form eines sogenannten "Serious Games" erhalten die Teilnehmer Satellitenbilder, auf denen sie beispielsweise Spalten im Eis, beschädigte Stromleitungen, oder Trockengebiete markieren. Die Eingaben der Nutzer werden, nach Verifikation, in digitale Karten umgewandelt, welche anschließend von Regierungen und anderen Interessengruppen genutzt werden können.
Das Projekt ist gleichzeitig der Gewinner der European Space Imaging High-Res Challenge. "Cerberus bietet einen neuartigen Ansatz zur Nutzung hochauflösender Erdbeobachtungsdaten. Die Plattform nutzt "crowdsourcing" zur zeit- und kostensparenden Auswertung von Satellitendaten auf unterhaltsame Weise und spricht damit eine breite Nutzergruppe an. Genau diese Art innovativer Nutzungsideen hatten wir uns von der Teilnahme am GMES Masters erwartet - und freuen uns sehr, dass unser Gewinner auch zum GMES Master gekürt wurde." erklärte Adrian Zevenbergen, Geschäftsführer der European Space Imaging GmbH, der den Preis für die European Space Imaging High-Res Challenge überreichte.
Das Cerberus Projekt wird derzeit im Gründerprogramm des ESA BIC Noordwijk in den Niederlanden weiterentwickelt.

Den Preis für die Ideas Challenge überreichte Dr. Eduardo Dias, der Forschungskoordinator des Vorjahresgewinners Geodan, an Daniele Di Erasmo und sein Team der italienischen Serco SpA. Das Unternehmen wurde für MOSP-RIOS ausgezeichnet, einem Erdbeobachtungsservice zum Aufspüren von Ölteppichen und zur Kontrolle von Gasabfackelungen auf Off-Shore Ölplattformen. Durch den Einsatz von Sentinel-1 und -2 Daten bietet dieser Service eine weitreichende und kostengünstige Kontrolle. So unterstützt er nachhaltigere Ölförderung sowie die Einhaltung internationaler Standards.

Dr. Josef Aschbacher, Leiter des ESA GMES Weltraum-Büros überreichte den Preis für die ESA App Challenge an Dr. Harald Skinnemoen und sein Team von der norwegischen Firma AnsuR Technologies AS. Die App ASIGN nutzt "crowdsourcing" zur Unterstützung von Einsatzteams in Katastrophengebieten. Nutzer der App machen vor Ort Bilder der aktuellen Lage und ergänzen damit die Daten von Fernerkundungssatelliten auf denen bestimmte Details nicht deutlich genug erkennbar sind. ASIGN unterstützte bereits die Hilfsmaßnahmen während der Hochwasserkatastrophe 2011 in Thailand.

Dr. Gerd Gruppe, Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und zuständig für das Raumfahrtmanagement, präsentierte den Preis für die DLR Environmental Challenge. Steve Lee von der schottischen Stevenson Astrosat Ltd. nahm die Auszeichnung für das Projekt ThermCERT entgegen, welches die Wärme- und CO2-Effizienz von Gebäuden auf Basis von Satellitendaten ermittelt. Dadurch werden zielgerichtete Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden möglich.

Markus Lennartz, Vizepräsident des Segments EU/International der T-Systems International GmbH, übergab den Preis für die T-Systems Cloud Computing Challenge an Dr. Tim McCarthy und sein Team von der irischen Firma iGeotec Technologies Ltd. Das Unternehmen wurde für sein Projekt WAMSAPs ausgezeichnet, das es Nutzern ermöglicht, cloud-basiert und nahezu in Echtzeit auf eine Kombination aus satelliten- und luftgestützten Erdbeobachtungsaufnahmen bestimmter Gebiete der Erde zuzugreifen. Mit zivilen Drohnen, die mit speziellen Kameras und Sensoren ausgestattet sind, werden Erdbeobachtungssatelliten ergänzt, wenn deren Beobachtungsmöglichkeiten z.B. durch dichte Bewölkung eingeschränkt sind. Dies kommt zunehmend bei der Überwachung von Großveranstaltungen oder Naturschutzgebieten zum Einsatz.

Dr. Virginie Lafon und ihr Team gewannen die Astrium Radar Challenge mit dem Projekt BALIST der französischen Technologietransfer Unit GEO-Transfert. Alexander Kaptein, Leiter Zukünftige Programme bei Astrium Geo-Information Services, überreichte die Auszeichnung an das Gewinnerteam. BALIST ist ein Service zur bathymetrischen Kartierung von Küstengewässern mittels Daten von Sentinel-1 und -2. Diese Meerestiefeninformationen sind insbesondere für die Sicherheit bei der küstennahen Seeschifffahrt von hoher Bedeutung.

Der Leiter des GMES-Büros bei der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, Dr. Reinhard Schulte-Braucks, übergab schließlich den Preis des Best Service Challenge an Francesco Bartoli und sein Team für SnowMonit von der italienischen Firma Geobeyond Srl. Der Service zur Verbesserung von Informationen zur Lawinenlage auf Basis von Fernerkundungsdaten wurde von einem Online-Publikum als nützlichster Service für die europäischen Bürger gewählt.

Weitere Informationen zum GMES Masters sowie die ausführliche Veröffentlichung aller Gewinnerideen finden Sie unter: www.gmes-masters.com

Weitere Informationen zum GMES Programm finden Sie unter: www.esa.int/gmes und http://ec.europa.eu/gmes. (Pressemeldung vom 26.10.2012) 

Quelle: Anwendungszentrum GmbH | Foto: Anwendungszentrum GmbH
Lesezeichen - weitere Meldungen


21.11.2019
  • Do
    • Donnerstag, der 21.11.2019
  • Fr
    • Freitag, der 22.11.2019
  • Sa
    • Samstag, der 23.11.2019
  • So
    • Sonntag, der 24.11.2019
  • Mo
    • Montag, der 25.11.2019
  • Di
    • Dienstag, der 26.11.2019
  • Mi
    • Mittwoch, der 27.11.2019
  • Do
    • Donnerstag, der 28.11.2019
  • Fr
    • Freitag, der 29.11.2019
  • Sa
    • Samstag, der 30.11.2019
  • So
    • Sonntag, der 01.12.2019
  • Mo
    • Montag, der 02.12.2019
  • Di
    • Dienstag, der 03.12.2019
  • Mi
    • Mittwoch, der 04.12.2019
  • Do
    • Donnerstag, der 05.12.2019
  • Fr
    • Freitag, der 06.12.2019
  • Sa
    • Samstag, der 07.12.2019
  • So
    • Sonntag, der 08.12.2019
  • Mo
    • Montag, der 09.12.2019
  • Di
    • Dienstag, der 10.12.2019
10.12.2019