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Wirtschaft
Strategischer Rohstoffeinkauf – die Antwort der Lebensmittelhersteller
Montag, der 1.Oktober 2012
Strategischer Rohstoffeinkauf – die Antwort der Lebensmittelhersteller

Hamburg: Steigende und stark schwankende Rohstoffpreise drücken auf Ertragskraft und Liquidität der Lebensmittelhersteller. Zusätzliche Wechselkursrisiken verschärfen diese Entwicklung. Vor diesem Hintergrund folgten zahlreiche Branchenvertreter der Einladung von foodactive, der Ernährungsinitiative der Metropolregion Hamburg, um über zu erwartende Entwicklungen an den globalen Märkten für Agrarrohstoffe und mögliche Reaktionen von Lebensmittelherstellern zu diskutieren.

Im Hotel Hafen Hamburg beschrieb zunächst Norbert Rücker, Chefanalyst für Rohstoffe bei der Privatbank Julius Bär, die aktuelle Entwicklung an den Weltagrarmärkten. In diesem Zusammenhang sprach er sich für mehr Transparenz, mehr Information und eine größere Teilnahme industrieller Akteure aus, um kurzfristige Preisverzerrungen durch Spekulationen zu minimieren.

Am Beispiel des Rohkakao-Marktes machte Olaf Reichardt, Geschäftsführer der Fuchs & Hoffmann GmbH, deutlich, wie sich Hersteller über Preisabsicherungen an den Warenterminmärkten oder den Einkauf der Rohstoffe direkt beim Produzenten auf die Preisentwicklung einstellen. Die Chancen des strategischen Einkaufs von Agrarrohstoffen wurden auch im Beitrag von Ingmar Mester, Leiter Einkauf der Ostfriesischen Tee Gesellschaft Laurens Spethmann GmbH & Co. KG deutlich. Zugleich wies er auf die Herausforderungen hin, vor die ein Unternehmen in diesem Zusammenhang gestellt ist. „Eine Strategie erfordere letztlich taktische Maßnahmen, die von der gesamten Unternehmensorganisation mitgetragen werden müssen“, so Mester. Sofern dies gelingt, seien erhebliche Potentiale zu heben, auch wenn das Unternehmen nur über eine geringe „Einkaufsmacht“ verfüge.

In der anschließenden Diskussion wies Frau Dr. Schröder, Leiterin der Ernährungsinitiative foodactive, auf die Erfahrungen mit der internetbasierten Ausschreibungsplattform hin, die Lebensmittelherstellern für den Einkauf offen stehe. Bislang sind hierüber vor allem Hilfsstoffe wie z.B. Verpackungsmaterialien beschafft worden. Auch Ausschreibungen von Rohstoffen können über die Plattform erfolgen. Neben einer erhöhten Markttransparenz konnten durch die Bedarfsbündelung z.T. erhebliche Preisvorteile erzielt werden. (Pressemeldung vom 28.09.2012)

Quelle: Süderelbe AG | Foto: Süderelbe AG
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