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Wirtschaft
AHK: Schwung des russischen WTO-Beitritts nutzen!
Donnerstag, der 12.Juli 2012
AHK: Schwung des russischen WTO-Beitritts nutzen!

Hamburg: Der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) bietet aus Sicht von Dr. Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, große Chancen für Russland und Europa. Daher spricht sich Seele in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (11. Juli) dafür aus, den Schwung des WTO-Beitritts zu nutzen, um die Beziehungen zwischen der Euro-päischen Union und Russland entscheidend zu intensivieren. Denn: „Russland gehört zu Europa. Politisch, wirtschaftlich und kulturell." Aber der Erfolg sei kein Selbstläufer. Um die Beziehungen zu vertiefen, müssten sich beide Partner be-wegen. „Nur wer verändert, gewinnt! Wer still steht, hat schon verloren.“

Russland müsse sich weiter reformieren, wenn es vom Rohstofflieferanten zur Indust-riemacht werden und für Investoren attraktiv sein will, fordert AHK-Präsident Seele. Mit dem neuen Zollregime, das der WTO-Beitritt verlangt, müsse sich auch die Zollpraxis ändern und mehr Investitions- und Rechtssicherheit geschaffen werden. „Um wirt-schaftlich erfolgreich zu sein, muss Russland neu investieren: politisch wie wirtschaft-lich. Und zwar in mehr Planungssicherheit, in eine umfassende Verwaltungsreform und die Bekämpfung der Korruption wie auch in die Ausbildung von Fachkräften und eine wettbewerbsfähige Infrastruktur“, schreibt Seele in dem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Doch ungeachtet des großen Reformbedarfs verfügt Russland aus Sicht der AHK und ihres Präsidenten über ein einzigartiges Potenzial. Russland hat die weltweit drittgröß-ten Devisenreserven, eine nur geringe Schuldenquote und eine dynamische Mittel-schicht. Gerade letztere müsse von der russischen Politik aktiv eingebunden werden, um den weiteren Abfluss von geistigem und finanziellem Kapital zu stoppen.

Russland braucht Partner. Europa braucht Russland

Für diesen Weg der Modernisierung Russlands empfiehlt Seele der EU, sich deutlich stärker als Partner zu engagieren. Die starke deutsche Position in Russland könne als Vorbild dienen. So erreichte der Handel zwischen Deutschland und Russland 2011 ein Rekordniveau, mit einem Zuwachs deutscher Exporte um rund 40 Prozent. Dabei soll-ten sich die Europäer in Russland nicht nur mit Maschinen und Anlagen, sondern vor allem mit Know-how einbringen. „Es gibt bereits Kooperationen, die den Weg weisen", erläutert Seele. „Als Vorstandsvorsitzender der Wintershall mit langjährigem Russland-Geschäft weiß ich, wie erfolgreich eine Partnerschaft sein kann, wenn sie auf Augen-höhe gelebt wird."

Gute Voraussetzungen für eine Partnerschaft mit Perspektive sieht Seele grundsätzlich gegeben: „Russland braucht einen Modernisierungspartner. Und Europa braucht das wachstumsstarke Russland, um selbst zu profitieren.“ Eine Partnerschaft funktioniert aber nicht als Einbahnstraße, betont Seele: „Die Europäer verlangen zu Recht, dass sie in Russland verlässlich investieren können. Aber ebenso verlangen die Russen, mit ihren Investitionen in der EU willkommen zu sein. " (Pressemeldung vom 11.07.2012)

Quelle: Deutsch-Russische Auslandshandelskammer | Foto: Deutsch-Russische Auslandshandelskammer
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