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Kultur
BSH: 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland – Sonderausstellung „Über Wasser – Unter Wasser“
Dienstag, der 29.Mai 2018
BSH: 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland – Sonderausstellung „Über Wasser – Unter Wasser“
Hamburg: Anlässlich des Starts der Norddeutschen Seewarte vor 150 Jahren in Hamburg erinnern das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD) an den Beginn der maritimen Dienste in Deutschland. Unter dem Titel „Über Wasser – Unter Wasser“  stellen die drei Einrichtungen die Facetten maritimer Dienste in Deutschland vor. Die Ausstellung kann vom 2. Juni bis zum 31. August 2018 im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg besucht werden.
 
In einzelnen Themenbereichen innerhalb der regulären Dauerausstellung zeigt das Museum das breite Spektrum maritimer Dienste. Es reicht von Segelanweisungen und Wettervorhersagen für die Seeschifffahrt über Untersuchungen zum Laderaumklima auf Schiffen, die Vermessung der Meere, die Wracksuche, die meteorologische und ozeanographische Datenerhebung auf Schiffen, über die Darstellung von Messnetzen und Sicherheit in der Seeschifffahrt bis hin zu Meeresumweltschutz und der Offshore-Windenergie.
 
Originaldokumente erstmals zu sehen
Erstmals zeigt das Museum Originaldokumente und -exponate aus dem Nachlass des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm Ihno von Freeden, und aus der Deutschen Seewarte. Auch sind erstmals seit Bestehen des BSH Modelle der BSH-Flotte zu besichtigen. Für die Arbeit des BSH, der zentralen maritimen Behörde Deutschlands, gehören die drei Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe ATAIR, DENEB und WEGA sowie die Vermessungsschiffe CAPELLA und KOMET zur zentralen Infrastruktur. Die Modelle ergänzen die bestehende Sammlung der Forschungs- und Vermessungsschiffe des IMMH, zu der unter anderem Modelle des ersten deutschen Vermessungsschiffes MÖWE, des ersten deutschen Forschungsschiffes nach dem Zweiten Weltkrieg, der GAUSS, sowie eines der wichtigsten deutschen Forschungsschiffe, der METEOR, gehören.

Quelle: © Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
 
Die Ausstellung zeigt, wie sich die Beratung der Schifffahrt von Segelanweisungen zu Routenempfehlungen unter Einbeziehung von Wettervorhersagen entwickelt hat. Seekarten unterstützten und ergänzten zur Zeit der Gründung der Norddeutschen Seewarte die Segelanweisungen als wichtigsten Teil der Navigationsausrüstung. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelten sie sich zu dem elementaren Werkzeug der Navigation. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in die Entwicklung von Seekarten im Laufe der Zeit. Der Schiffssimulator des IMMH verdeutlicht die Bedeutung von Informationen zu Strömungen, Wetter und Gezeiten in elektronische Seekarten für die Sicherheit der Seeschifffahrt. Die Vermessung der Meere und die Wracksuche sind weitere Themenbereich in der Ausstellung. Genutzte Technologien werden ebenso gezeigt wie Bilder gefundener Wracks und Filme von deren Untersuchung.
 
Systematische Wetterbeobachtung auf See
Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die systematische Beobachtung des Wetters durch die Besatzungen der Handelsschiffe. Diese besteht bis heute fort, wird aber zunehmend durch den Einsatz Automatischer Wetterstationen abgelöst. Zudem liefern Wettersatelliten zahlreiche Wetterdaten von den Weltmeeren. Neben dem Original der neuesten Schiffswetterstation wird ein Modell des zukünftigen Meteosat-Satelliten der 3. Generation gezeigt, der ab 2021 im Einsatz sein wird. Gerade hinsichtlich meteorologischer Messtechnik fungierte die Seewarte als Vorreiter: So ist ein Nachbau des Diamant-Drachens von Wladimir Köppen zu bestaunen. Mit Drachen und Fesselballonen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals die höheren Luftschichten untersucht – der Beginn der Aerologie. 
 
Außerdem sind zahlreiche historische Instrumente aus der Anfangszeit der Norddeutschen und Deutschen Seewarte zu sehen, wie beispielsweise eine Luftwaage und der Sprung’sche Laufgewichtsbarograph, von denen weltweit nur noch wenige Exemplare existieren. Die Besucher können sich in einer historischen Bordwetterwarte umschauen und hautnah im Film die Arbeit eines Meteorologen auf dem Fischereischutzboot MEERKATZE miterleben. Eine Bilderschau zeigt, wie das Leben heute auf der Bordwetterwarte des Forschungsschiffs POLARSTERRN  ist. 
 
Gäste können sich am Entziffern von meteorologischen Beobachtungen aus Schiffsjournalen probieren. Einige besondere Journale sind ausgestellt, wie das der Bark PAULA, von der die Flaschenpost am 12. Juni 1886 ausgeworfen wurde, die nach nahezu 132 Jahren im Januar 2018 an der Westküste Australiens gefunden wurde.  Dank des weit zurückreichenden Klimadatenarchivs der Seewarte ist es heute möglich, Klimazeitreihen zu ergänzen und damit Änderung des Klimas besser nachzuvollziehen. Einen Baustein bilden dabei die Wetteraufzeichnungen der rund 1 500 Überseestationen der Deutschen Seewarte sowie ihre damalige und heutige Bedeutung für die Klimaforschung. 
 
Thema Sicherheit
Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in die Warndienste von BSH und DWD vor Stürmen und Sturmfluten zum Schutz der Schifffahrt und der Küstenbewohnerinnen und -bewohner. Sicherheit in der Seeschifffahrt ist ein wesentliches Thema der Ausstellung. Die Entwicklung von Technologien zur Kommunikation zwischen den Schiffen und von Schiffen an Land und zur Navigation kann nachverfolgt werden. Dies beinhaltet auch die Darstellung des heutigen NAVTEX-Systems, mit dem Wetterwarnungen an Schiffe übermittelt werden. 
Mit der ersten Genehmigung des BSH eines deutschen Offshore-Windparks 2001 startete der Ausbau der Gewinnung von Windenergie über den Meeren. Die Ausstellung zeigt neben dem Modell einer Konverterplattform und einer Offshore-Windenergieanlage unter anderem den Ausschnitt eines Blasenschleiers, der den Rammschall während des Aufbaus reduziert. Auch sind Querschnitte von Strom- und Datenkabeln von Offshore-Windparks zu besichtigen. Mit zunehmender Nutzung der Meere steigt der Bedarf nach einer Raumordnung auf den Meeren. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Raumordnung und die Zuteilung von Flächen auf Nord- und Ostsee für die Schifffahrt, die wirtschaftliche Nutzung, militärische Belange und den Schutz der marinen Tier- und Pflanzenwelt.
Mit wachsenden Kenntnissen über die Ozeane wächst auch das Bewusstsein, dass Schutz und Nutzung der Meere ausbalanciert sein müssen. Die Ausstellung erklärt die Aufgaben in der Überwachung des Zustands von Meer und Atmosphäre. Sie zeigt Originalinstrumente zur Messung von Temperaturen in Luft und Wasser, zur Erhebung meereskundlicher Daten wie etwa Strömungen und Salzgehalt seit Ende des 19. Jahrhunderts. Auch Modelle der Stationen des Marinen Umweltmessnetzes auf hoher See in Nord- und Ostsee, MARNET, sind ausgestellt. Das Museum zeigt eine Animation des Jahrhundert-Salzwassereinbruchs 2014 in die Ostsee, der erstmals von der MARNET-Station Darßer Schwelle gemeldet worden ist.
 
Norddeutsche Seewarte
Am 1. Januar 1868 eröffnete Wilhelm Ihno Adolf von Freeden, der Rektor der Großherzoglich Oldenburgischen Navigatonsschule in Elsfleth, die Norddeutsche Seewarte. Ozeanische Reisen sollten sicherer und kürzer werden. Die Erforschung des Wetters und der Strömungen auf den Weltmeeren begann.
Bald entwickelten sich an der Norddeutschen, später Deutschen Seewarte Wissenschaften wie die Ozeanographie und Meteorologie und ein umfangreicher maritimer Dienstleistungsbereich. Diesen nehmen heute das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) wahr. Mehr Informationen zum Jubiläum „150 Jahre Norddeutsche Seewarte“ gibt es unter www.bmvi.de/seewarte. 
 
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die zentrale maritime Behörde in Deutschland. Rund 850 Menschen in rund 100 Berufen befassen sich mit Aufgaben in der Seeschifffahrt, der Ozeanographie, der nautischen Hydrographie, der Offshore-Windenergie und der Verwaltung. Fünf eigene Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe operieren in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee. Das BSH arbeitet international in mehr als 12 Organisationen und etwa 200 dort angesiedelten Gremien unter anderem bei der Entwicklung internationaler Übereinkommen mit. 
 
Der DWD ist der nationale Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland. Seine Aufgaben sind gesetzlich geregelt. Hierzu gehören die Wettervorhersage und die Herausgabe von amtlichen Warnungen vor gefährlichen Wetterereignissen. Er ist zuständig für die meteorologische Sicherung von Luft- und Seefahrt und von wichtigen Infrastrukturen wie die Energieversorgung und die Kommunikationssysteme. Der DWD analysiert das Klima weltweit und forscht zum Klimawandel und dessen Auswirkungen. Ein Schwerpunkt an der Niederlassung Hamburg ist die Beratung der Seeschifffahrt, die Überwachung des Klimas über den Ozeanen sowie die Mitwirkung an Forschungstätigkeiten zum Küstenschutz. Zur Erfüllung seiner Aufgaben betreibt der DWD umfangreiche Mess- und Beobachtungssysteme und vertritt die Bundesrepublik Deutschland u. a. in  internationalen Organisationen, wie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). 
 
BSH und DWD sind Bundesoberbehörden und Ressortforschungseinrichtungen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.
 
Schifffahrt erleben in Hamburgs ältestem noch erhalten Speicherbau mitten in der HafenCity. Inhalt des Internationalen Maritimen Museums Hamburg (IMMH) ist mit mehr als 100.000 Exponaten die weltweit größte maritime Privatsammlung des im Dezember 2016 verstorbenen Stifters Prof. Peter Tamm. Entdecken Sie in der Schatzkammer ein echtes Goldschiff, wertvolle Modelle aus Silber und Bernstein oder die weltweit größte Sammlung noch erhaltener Knochenschiffe. Ein weiteres Highlight ist der professionelle Schiffsführungssimulator auf Deck 1, an dem die Besucher unter Anleitung fachkundiger Kapitäne ein 300 Meter langes Containerschiff in den Hamburger Hafen steuern können.(Pressemeldung vom 29.05.2018)
Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie | Foto: BSH
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