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Wirtschaft
Jeder vierte Lebensmittelhersteller könnte Preiskampf nicht überleben
Mittwoch, der 25.Januar 2012
Jeder vierte Lebensmittelhersteller könnte Preiskampf nicht überleben
Hamburg: Das weltweite Bevölkerungswachstum, veränderte Essgewohnheiten in Schwellenländern und steigender Energiebedarf haben die Rohstoffpreise immer weiter steigen lassen. Das hat auch Auswirkungen auf die Lebensmittelindustrie: Laut Prognosen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird der Fleischkonsum bis 2020 um rund ein Fünftel auf 330 Millionen Tonnen jährlich zulegen. In der Folge geht die FAO davon aus, dass die Fleischpreise im Vergleich zum zurückliegenden Jahrzehnt inflationsbereinigt um 30 Prozent steigen. Bei Getreide erwartet sie eine Verteuerung um real 20 Prozent. Den Nahrungsmittelproduzenten gelingt jedoch nicht, ihre gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, denn deutsche Konsumenten sind sehr preissensibel. Bei ohnehin niedrigen Margen von 1 bis 2 Prozent und einem harten Wettbewerb wird so die Luft für die rund 4.000 Hersteller immer dünner. Werner Warthorst, Mitglied der Geschäftsleitung bei der HSH Corporate Finance, erwartet deshalb eine zunehmende Konzentration und zahlreiche Fusionen in der Lebensmittelbranche. Auch Insolvenzen sind im mit 670.000 Beschäftigten drittgrößten verarbeitenden Gewerbe in Deutschland nicht auszuschließen.
 
 
Im deutschen Lebensmittelhandel hat diese Konzentration bereits stattgefunden. So vereinten 2010 die fünf größten Händler Edeka, Rewe, Metro, Schwarz und Aldi 164 Milliarden Euro Umsatz auf sich, der gesamte Rest kommt nur auf 60 Milliarden Euro. Der harte Wettbewerb um Marktanteile im Handel setzt die Produzenten unter noch größeren Druck. Besonders davon betroffen sind die mehr als 1.000 deutschen Wurst- und Fleischwarenhersteller, ein besonders zersplitterter Wirtschaftszweig. Rund die Hälfte sind mittelständische Familienunternehmen mit Jahresumsätzen von geschätzt weniger als 5 Millionen Euro. „Bei einem Händler aus dem Angebot genommen zu werden, können sie sich nicht leisten. Umsatzrückgänge von 30 Prozent oder mehr wären die Folge“, erklärt Werner Warthorst. Zu dem Preiskampf kommen hausgemachte Probleme: „Die Branche“, so Warthorst, „hat sich zu lange auf den Heimatmarkt konzentriert und die notwendige Professionalisierung vernachlässigt.“
 
Drei Lösungswege: wachsen, fusionieren oder Nische besetzen
Warthorst begleitet deutsche Nahrungsmittelhersteller seit fast zehn Jahren bei der Entwicklung unternehmerischer Strategien, um dem zunehmenden Druck zu begegnen. Der Branchenexperte hält eine Marktbereinigung für unausweichlich: „Jeder vierte Lebensmittelproduzent wird nicht überleben. Wer jetzt keine Antworten auf die Herausforderungen findet, ist bald in ernsten Schwierigkeiten.“ Doch es gibt auch Lösungen. Je nach Segment und Produkten sieht Warthorst für Hersteller drei Optionen, sich den veränderten Rahmenbedingungen zu stellen: „Nahrungsmittelhersteller können wachsen, fusionieren oder eine auskömmliche Nische besetzen.“
 
Erfolgreiche Expansionsstrategie: Rosen-Eiskrem
Ein Beispiel für eine gelungene Expansionsstrategie ist der Eisproduzent Rosen-Eiskrem: Das inhabergeführte Unternehmen kaufte 2006 die Handelsmarkenproduktion von Nestlé Schöller mit zwei Werken in Nürnberg und Prenzlau, steigerte seine Produktionskapazität von 90 auf rund 230 Millionen Liter und stieg so zum größten konzernunabhängigen Speiseeishersteller Europas auf.  Die Konsolidierung im Lebensmitteleinzelhandel hat dazu geführt, dass der Handel immer mehr starke, flexible Partner in der Industrie braucht, die mit hohem Innovationspotenzial und hoher Lieferquote überzeugen. Laut Warthorst zeigt Rosen-Eiskrem, wie eine erfolgreiche strategische Lösung aussehen kann. Das Unternehmen hat durch die Expansion seine Innovationskraft und Lieferflexibilität weiter gesteigert und ist im Eiskremsegment einer der wichtigsten Partner der größten Händler geworden. Jedes Unternehmen müsse jedoch seine eigene Lösung für die aktuelle Marktentwicklung finden: „Den größten Handlungsspielraum hat, wer jetzt handelt, bevor er mit dem Rücken an der Wand steht. Doch wer passiv bleibt, wird auf jeden Fall verlieren.“ (Pressemeldung vom 25.01.2012)
Quelle: HSH Corporate Finance | Foto: HSH Corporate Finance
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