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Wissenschaft
Neue Zentrum für Schwerbrandverletzte am UKSH
Mittwoch, der 29.April 2015
Neue Zentrum für Schwerbrandverletzte am UKSH

Lübeck: Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ist in den vergangenen Monaten in der Klinik für Plastische Chirurgie ein hochmodernes Zentrum für Schwerbrandverletzte entstanden. Der Neubau wurde am heutigen Dienstag, 28. April 2015, in Anwesenheit des Wissenschaftsstaatssekretärs des Landes Schleswig-Holstein, Rolf Fischer, feierlich eingeweiht.

„In Lübeck wird Spitzenmedizin und Spitzenforschung praktiziert. Das neue Zentrum für Schwerbrandverletzung ist ein wichtiger Beitrag des Landes, um das Zentrum zukunftsfähig aufzustellen. Davon werden nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern auch Studierende und die Forschung und Lehre insgesamt profitieren“, sagte Rolf Fischer anlässlich der Schlüsselübergabe.

Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, sagte: „Mit der neuen Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte am Campus Lübeck erneuert das UKSH eine wichtige und hochmoderne Versorgungseinheit für den Norden Deutschlands. An keinem anderen Krankenhaus in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist für die Behandlung von Brandopfern ein derart hochspezialisiertes Expertenwissen und hochmoderne Medizintechnik vorhanden.“

Hans-Adolf Bilzhause, Geschäftsführer der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), sagte: „Weil die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit für Schwerbrandverletzte ungewöhnlich hoch sein müssen, hat jede Leitung und jedes Kabel der komplexen technischen Anlagen eine besondere Abdichtung, damit hier langfristig die entsprechenden Anforderungen und zugleich die höchsten Hygieneanforderungen erfüllt werden können.“

Das Zentrum für Schwerbrandverletzte unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Mailänder ist eines der insgesamt 17 Zentren in Deutschland, in denen Menschen mit schweren Brandverletzungen sofort adäquat behandelt werden können. In diesem Zentrum, das zur Klinik für Plastische Chirurgie gehört, können Brandverletzte nicht nur aus Schleswig-Holstein, sondern aus allen norddeutschen Bundesländern und Dänemark optimal versorgt werden. Die Patienten sind fast immer lebensbedrohlich verletzt.

Prof. Dr. Peter Mailänder, Leiter der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie sowie der Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte am UKSH, sagte: „Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere für die Intensivpflegekräfte, aber auch für die Ärztinnen und Ärzte, bedeutet das Arbeiten in den neuen Räumlichkeiten eine hohe Motivation, die bereits bestehenden Qualitätsstandards zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern.“

Das Zentrum verfügt über vier Bettenzimmer mit Beatmungsmöglichkeit und Intensivüberwachung sowie über einen eigenen Operationssaal. Zudem wurden ein Erstversorgungsraum, mehrere Arzt- und Untersuchungszimmer für die Unfallchirurgie sowie ein Medikamentenlager geschaffen. Die Behandlungsräume und der Operationssaal im Neubau sind mit medizinischem Spezialequipment für die Behandlung Schwerbrandverletzter ausgestattet. Die Belüftung der Räume, die eine zentrale Bedingung für eine erfolgreiche Behandlung der Patientinnen und Patienten darstellt, entspricht modernsten Hygienestandards. „Damit wurden optimale Voraussetzungen sowohl für die Erstversorgung als auch für die oft wochen- und monatelange weitere plastisch-chirurgische operative Versorgung der schwerbrandverletzten Patienten geschaffen“, sagte Prof. Mailänder. Jährlich werden in Lübeck zwischen 60 und 100 Schwerbrandverletzte behandelt.

Die Gesamtkosten der baulichen Maßnahmen für das dreigeschossige Gebäude einschließlich Baunebenkosten und Ersteinrichtung der Räume belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro, die vom Land Schleswig-Holstein investiert wurden. Die Nettogrundfläche des Neubaus umfasst 1.276 Quadratmeter. Die Bauherrenvertretung und Projektsteuerung lagen bei der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), geplant wurde die Baumaßnahme vom Architekturbüro petersen pörksen partner architekten + stadtplaner aus Lübeck.

Brandverletzungen entstehen nicht nur durch Feuer, auch Strom, Verbrühungen und Verätzungen verursachen Verbrennungen. Unmittelbar nach der Verbrennung geht es primär um die Erhaltung des Lebens. Dies erfordert eine möglichst rasche Versorgung. Hierfür steht im neuen Zentrum für Schwerbrandverletzte am UKSH, Campus Lübeck, ein hochspezialisiertes Team aus Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften rund um die Uhr zur Verfügung. Mit modernstem Equipment können vier Schwerbrandverletzte in einer speziell auf diese Patienten ausgerichteten Intensivstation zeitgleich behandelt werden. Da gerade Kinder häufig Opfer von Verbrennungen und Verbrühungen sind, wurde im Verbund mit der Kinderklinik des UKSH eine gemeinsame Intensivmedizin für schwerbrandverletzte Kinder eingerichtet. Dort können jeweils zwei verletzte Kinder rund um die Uhr intensivmedizinisch betreut werden.

Vor allem, wenn es um die Versorgung großflächiger Verbrennungswunden durch Hauttransplantationen geht, ist die Verbrennungsmedizin auf Hautersatz angewiesen. Die wissenschaftliche Kooperation mit der Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) bietet neuartige Möglichkeiten des Tissue Engineering durch die Züchtung von Hautzellen und die Generierung künstlicher Gewebeersatzmaterialien. Diese modernen Methoden retten Patientinnen und Patienten mit großflächigen Brandverletzungen bereits heute das Leben. Darüber hinaus werden in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum neue regenerative Ansätze verfolgt. Dabei geht es um die Reduktion der Narbenbildung mit dem Ziel, noch bessere funktionelle und ästhetische Ergebnisse zu erreichen. Damit werden Grundlagenforschung und anwendungsbezogene Forschung eng miteinander verknüpft. Gleichzeitig besteht so die Möglichkeit, Forschungsergebnisse in innovative Produkte der Medizintechnik umzusetzen.

Die Verbrennungsmedizin ist eine der vier Säulen der Plastischen Chirurgie und somit obligatorischer Bestandteil der Facharztausbildung in der Plastischen Chirurgie. Die Ausbildung zur Plastischen Chirurgin und zum Plastischen Chirurgen ist in Deutschland nur an drei Universitätskliniken möglich. Das Zentrum für Schwerbrandverletzte in Lübeck bietet diese in Deutschland seltene spezielle Ausbildungsmöglichkeit an. (Pressemeldung vom 29.04.2015)

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein | Foto: UKSH, Campus Kiel, Campus Lübeck
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