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Wissenschaft
UKSH führend im umsichtigen Einsatz von Antibiotika
Donnerstag, der 9.April 2015
UKSH führend im umsichtigen Einsatz von Antibiotika

Kiel | Lübeck: Die Verordnungspraxis von Antibiotika in der Medizin spielt bei der Entstehung von Antibiotika-Resistenzen eine Rolle. Durch den steigenden Einsatz von sogenannten Breitspektrum-Antibiotika nicht nur im stationären, sondern auch im ambulanten Bereich entwickeln die Bakterien Resistenzen, um zu überleben. Diesem Trend setzt die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) seit 2010 eine Ausbildungsinitiative für Antibiotic Stewardship entgegen, um Ärzte und Apotheker in der Klinik zum umsichtigen und individualisierten Einsatz von Antibiotika anzuhalten. Antibiotic Stewardship bedeutet, Strategien zum rationalen Umgang mit Antibiotika umzusetzen und eine dauerhafte Antiinfektiva-Verordnungspraxis sicherzustellen.

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und bereits 2011 als erstes deutsches Uniklinikum je eine Arztstelle für Antibiotic Stewardship am Campus Kiel und Campus Lübeck geschaffen. Damit setzt das UKSH bereits einen entscheidenden Punkt der von Landesgesundheitsministerin Kirstin Alheit geforderten Maßnahmen für ein restriktiveres Antibiotika-Verordnungsmanagement erfolgreich um. Inzwischen bestehen die Teams aus jeweils zwei Ärzten und drei Apothekern pro Campus, die gemeinsam bei täglichen Visiten in den verschiedenen Kliniken des UKSH die behandelnden Ärzte beraten. Ihr Schwerpunkt ist die „patientenoptimierte“ Antibiotikatherapie. Die Leitung des Teams am UKSH, Campus Kiel, Dr. Anette Friedrichs, ist Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie und Fachärztin für Innere Medizin und anerkannte Antibiotic Stewardship-Expertin, sowie Mitglied der Kommission ART (Antiinfektiva, Resistenz und Therapie) am Robert-Koch-Institut in Berlin. In Lübeck wird das Team von Dr. Evelyn Kramme als Fachärztin für Innere Medizin, Klinische Infektiologin, Antibiotic Stewardship-Expertin und stellvertretende Sprecherin der Antibiotic Stewardship-Initiative der DGI geleitet.

„Ein typischer Fall ist beispielsweise die Erkrankung eines Patienten, der sich mit Luftnot in der Notaufnahme der Inneren Medizin vorstellte“, berichtet Dr. Friedrichs, „bei ihm wurde eine Lungenentzündung diagnostiziert, die der Hausarzt bereits mit einem Antibiotikum anbehandelt hatte. Aufgrund seiner zusätzlich bestehenden Herz- und Niereninsuffizienz und der damit verbundenen umfangreichen Hausmedikation wurde das Antibiotic Stewardship-Team zu Rate gezogen, so dass die Therapie auf ein nierenschonendes Antibiotikum mit deutlich weniger Wechselwirkungen umgestellt werden konnte.“

Nicht jede Antibiotikatherapie muss zwingend mit einem sog. Breitspektrum-Antibiotikum durchgeführt werden. Wichtig bei der Auswahl des Antibiotikums ist eine eindeutige Diagnosestellung, eine sinnvolle mikrobiologische Diagnostik, um den möglichen Erreger zu sichern sowie die Kenntnis der jeweiligen Resistenzsituation in den verschiedenen Kliniken. Mögliche Wechselwirkungen mit der Hausmedikation des Patienten werden genauso in die Auswahl des Antibiotikums mit einbezogen wie die Notwendigkeit einer Dosisanpassung bei Leber- und Niereninsuffizienz des Patienten. Gemeinsam mit den behandelnden Ärzten wird dann die notwendige Therapiedauer festgelegt, um die Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie (z.B. Durchfall) möglichst gering zu halten. „Wir können nicht verhindern, dass (multi-)resistente Keime von außen ins UKSH getragen werden, aber intern für den sinnvollen und patientenoptimierten Einsatz von Antibiotika sorgen, um so der Resistenzentwicklung entgegen zu wirken“, betont Dr. Friedrichs.

Die kontinuierliche Arbeit der Antibiotic Stewardship-Teams kommt direkt dem Patienten zugute: Die Rate der Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen am UKSH ist im Jahr 2014 gegenüber 2013 gesunken. Insgesamt konnten im Jahr 2014 gegenüber 2013 an beiden Standorten rund zehn Prozent der durchschnittlichen Tagesdosen der Antibiotika durch den deutlich umsichtigeren und gezielteren Einsatz eingespart werden. (Pressemeldung vom 09.04.2015)

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein | Foto: UKSH, Campus Kiel, Campus Lübeck
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