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Wirtschaft
Universitätsmedizin Greifswald - ausgeglichenes Ergebnis aufgrund struktureller Probleme nicht erreichbar
Freitag, der 20.Februar 2015
Universitätsmedizin Greifswald - ausgeglichenes Ergebnis aufgrund struktureller Probleme nicht erreichbar

Greifswald: „Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) legte eines der leistungsstärksten Jahre in ihrer Geschichte hin. Mit rund 5.000 Mitarbeitern wurden schwergewichtige Forschungsprojekte weiter ausgebaut, eine bundesweit hoch anerkannte Lehre und Ausbildung fortentwickelt sowie 169.000 Patienten medizinisch versorgt und ein Umsatzergebnis aus Krankenhausleistungen in Höhe von 190,8 Millionen Euro erzielt“, sagte heute der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Reiner Biffar, anlässlich des Neujahrsempfanges. Dennoch sei es nicht gelungen, die erheblichen strukturellen Nachteile für die Universitätsmedizin vollständig zu kompensieren und ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Zur traditionellen Jahresauftaktveranstaltung mit dem Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, werden zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erwartet.

Neuer Rekord bei eingeworbenen Drittmitteln für die Forschung
Im Zusammenspiel zwischen bevölkerungsbezogener Community Medicine und Molekularer Medizin hat sich die Universitätsmedizin Greifswald in den vergangenen 15 Jahren als ein gefragter Kooperationspartner in internationalen Wissenschaftskonsortien der individualisierten Medizin etabliert. Dadurch konnte das Drittmittelaufkommen nicht nur auf einem hohen Niveau gehalten, sondern erneut ausgebaut werden. „Die Drittmittelausgaben wurden in 2014 um 1,3 Millionen Euro auf 22,7 Millionen Euro gesteigert. Das ist die bisher höchste Summe an Drittmittelausgaben für Forschung“, informierte der Vorstandsvorsitzende und Wissenschaftliche Vorstand, Prof. Reiner Biffar. Somit kommen auf jeden Euro Landesgeld weitere 45 Cent aus eingeworbenen Drittmitteln für Forschungsprojekte. Der Zuschuss des Landes betrug 2014 insgesamt 50,1 Millionen Euro. Aufgrund des stabilen Drittmittelaufkommens konnten insgesamt 692 Mitarbeiter mit unterschiedlichen Stellen- und Zeitanteilen aus Drittmitteln finanziert werden (2013: 648). Die Hoffnung besteht, dass in der Zukunft die stetige Drittmittelsteigerung nicht durch den engen Rahmen der Eigenmittel aus dem Landeszuschuss begrenzt werden wird.

Trotz ihrer peripheren Lage ist es der UMG gelungen, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern durch die Beteiligungen am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung in den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung oder an der Nationalen Kohorte überregional zu verorten. Die Beteiligung an der Nationalen Kohorte, der bislang größten epidemiologischen Querschnittsstudie zur Entstehung und Fortschreitung weit verbreiteter Erkrankungen in Deutschland mit insgesamt 200.000 Probanden stärkt nach Auffassung des Vorstandsvorsitzenden den Wissenschaftsstandort Greifswald mit seinem unverwechselbaren Markenzeichen der individualmedizinischen und bevölkerungsbezogenen Forschung. „Im Cluster Nordost ist die Universitätsmedizin für die Daten- und Probenerhebung von 20.000 Teilnehmern mit einem Hauptuntersuchungszentrum in Neubrandenburg und einer Nebenstelle in Neustrelitz zuständig. Außerdem sind wir federführend für das Datenmanagement und die MRT-Bildgebung der Nationalen Kohorte verantwortlich und mit Prof. Wolfgang Hoffmann im Vorstand des Nationale Kohorte e.V. und mit Prof. Henry Völzke im epidemiologischen Lenkungsausschuss vertreten“, so Biffar.

„Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen. Auch im letzten Jahr konnten mehrere neue hochkarätige Forschungsprojekte nach Greifswald geholt werden.“ Stellvertretend für zahlreiche EU-Kooperationen nannte der Wissenschaftliche Vorstand Einwerbungen aus dem Horizon 2020-Programm. Mit der Förderzusage für das Vorhaben „EUthyroid: Towards the elimination of iodine deficiency and preventable thyroid-related diseases in Europe“ liegt nun erstmals die Koordination eines großen EU-weiten Verbundes mit Partnern aus 23 EU-Ländern in den Händen eines Greifswalders (Prof. Henry Völzke). Den Grundstock für dieses mit insgesamt drei Millionen Euro geförderten Projekts bilden die Expertise und Daten aus der „Study of Health in Pomerania“ (SHIP) speziell in der Schilddrüsenforschung.
Die Bewilligung für das EU-Starting-Grant-Projekt „Nanomethods to understand what makes an endogenous protein immunogenic“ von Dr. Mihaela Delcea Ende 2014 belegt ebenfalls die zunehmende internationale Wettbewerbsfähigkeit und Wahrnehmung der Greifswalder Wissenschaftler. Die Nachwuchsforscherin hat sich in Brüssel unter 3.273 Bewerbern durchgesetzt und die Höchstförderung von 1,49 Millionen Euro für ihren Antrag erzielt. ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (European Research Council) wurden entwickelt, um exzellente junge Wissenschaftler mit einem eigenen Forschungsteam zu unterstützen. Die Kandidaten müssen in ihrem Antrag eine bahnbrechende wissenschaftliche Idee darlegen. Die Biochemikerin Dr. Mihaela Delcea hat mit neuen biophysikalischen Methoden nachgewiesen, wann ein körpereigener Eiweißstoff vom Abwehrsystem als fremd erkannt wird. Ziel dieser Untersuchungen ist zu erklären, warum sich Abwehrreaktionen des Körpers manchmal gegen ihn selber richten und dadurch Autoimmunerkrankungen auslösen.

Neue Psychiatriestation sichert medizinische Ausbildung
Ein Studienplatz in Humanmedizin oder Zahnmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald ist weiterhin heiß begehrt. Mit 2.503 Bewerbern auf einen Studienplatz in Humanmedizin liegt die Universitätsmedizin Greifswald hinter der Berliner Charité bundesweit an zweiter Stelle. Ähnliches gilt für die Zahnmedizin, bei der die Universitätsmedizin mit 492 Bewerbern auf einen Studienplatz hinter Frankfurt/Main ebenfalls bundesweit an zweiter Stelle liegt. Diese Plätze behauptet Greifswald nunmehr seit über fünf Jahren. Aktuell studieren 1.564 junge Frauen und Männer in Greifswald Medizin. Der Frauenanteil beträgt 58,9 Prozent. Die meisten Studierenden außerhalb von MV sind ursprünglich in Brandenburg, Baden-Württemberg und Berlin zuhause. Die ausländischen Medizinstudenten haben ihre Heimat überwiegend in Polen, Syrien, Österreich und Israel. Auch in der Professorenschaft ist Bewegung. Die Universitätsmedizin verhandelt mit einer zunehmenden Zahl an potenziellen Professorinnen.

Um den Anforderungen an eine moderne Mediziner- bzw. Zahnmedizinerausbildung auch weiterhin gerecht werden zu können, baut die Universitätsmedizin ihr Studiendekanat und das ihm angeschlossene Lehr-Lern-Zentrum weiter aus. Das Lehr- und Lern-Zentrum steht seit Ende 2014 unter einer neuen akademischen Leitung und entwickelt innovative, berufsübergreifende Konzepte für die medizinische Ausbildung. Unter den neuberufenen Professoren werden auch in diesem Bereich neue Kompetenzen in Greifswald eingebracht. Für gemeinsame Projekte steht die Universitätsmedizin Greifswald mit den Fachhochschulen in Neubrandenburg und Stralsund in Kontakt.

Von großer Bedeutung für die Lehre ist die Ausbildung der Medizin- und Zahnmedizinstudenten in der Psychiatrie. Zum 1. April 2015 ist geplant, eine psychiatrische Station mit 30 Betten an der Universitätsmedizin zu eröffnen. Dort sollen vorrangig Depressionen, Bournouts, Zwangsstörungen und Neurosen behandelt werden. Damit kehrt die vollstationäre Psychiatrie in Teilbereichen nach Greifswald zurück. Dies sichert die Studiengänge der Human- und Zahnmedizin auf Dauer.

Umsatz aus Krankenhausleistungen um elf Millionen gestiegen
Mit 190,8 Millionen Euro wurde 2014 der Umsatz in der Krankenversorgung um elf Millionen Euro gegenüber dem Vergleichsjahr 2013 gesteigert, was vor allem an der Zunahme der schweren Krankheitsfälle liegt. Insgesamt beläuft sich der Umsatz des Uniklinikums mit dem Kreiskrankenhaus Wolgast und seinen 15 Verbundunternehmen auf ca. 215 Millionen Euro (2013: 212,5 Euro).

Im vergangenen Jahr wurden an den 21 Fachkliniken in der Universitäts- und Hansestadt so viele Patienten wie noch nie behandelt. Insgesamt vertrauten sich 169.000 Patienten (2013: 167.000), davon 36.382 vollstationär (2013: 36.052) und 2.220 teilstationär (2013: 1.965) in zwei Tageskliniken der Universitätsmedizin an (Patienten ohne Kreiskrankenhaus Wolgast). An der Universitätsmedizin wurden im letzten Jahr 26.798 operative Eingriffe vorgenommen, 7.283 davon ambulant und 815 Babys geboren. Die Ärzte und Pflegefachkräfte versorgten 13.128 stationäre Notfälle. Die Universitätsmedizin als Maximalversorger sowie größter Arbeitgeber und Ausbilder in Vorpommern verfügt über 901 Planbetten und 33 Plätze an Tageskliniken. Die Bettenauslastung lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 75,4 Prozent und die Verweildauer bei 6,7 Tagen.

Auch wenn der größte Anteil der Patienten aus Vorpommern und aus MV kommt, so suchen doch zunehmend Menschen aus anderen Bundesländern den Rat der Greifswalder Experten, vor allem Brandenburger (547), Berliner (236), Nordrhein-Westfalen (190) und Niedersachen (175). Verdreifacht hat sich die Anzahl der Patienten aus dem Ausland. Kamen vor zwei Jahren 132 Menschen aus dem Ausland in die Universitäts- und Hansestadt zur Behandlung, waren es 2014 schon 360 Bürger aus über 50 Ländern, darunter 131 russische, 70 polnische, 63 ukrainische, 29 norwegische, zwölf niederländische, elf kasachische und neun kuwaitische Staatsbürger. Das Durchschnittsalter der stationären Patienten lag bei 53 Jahren.

Gegenwärtig arbeiten in der Hochschulmedizin, im Kreiskrankenhaus Wolgast sowie in den Verbundunternehmen rund 4.895 Menschen. In der Universitätsmedizin, im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und in der Personalservice Gesundheitswesen GmbH (PGG) am Standort Greifswald sind aktuell 4.042 Mitarbeiter beschäftigt, davon 586 Ärzte, 1.204 Pflegekräfte sowie 1.091 Mitarbeiter im medizinisch-technischen Dienst, 423 Beschäftigte im Funktionsdienst und 738 weitere Mitarbeiter und 231 Azubis. Der Frauenanteil beträgt 70 Prozent und das Durchschnittsalter der Beschäftigten ist 38 Jahre. 140 Mitarbeiter sind ausländische Fachkräfte, die vor allem aus Syrien, Polen, Jemen, Indien und Italien kommen. 560 Berufsschüler lernen an der Beruflichen Schule der Universitätsmedizin.

Krankenhauslandschaft muss sich an gesellschaftlicher Entwicklung orientieren
Die Universitätsmedizin Greifswald wird für das vergangene Jahr erstmals kein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen können. „Der Jahresabschluss wird derzeit vom Wirtschaftsprüfer abschließend geprüft, aber wir müssen von einem Defizit von mehreren Millionen Euro ausgehen“, befürchtete der kommissarische Kaufmännische Vorstand, Sylvia Langer. „Das ist angesichts der vielen Fälle und der großen Leistung unserer Mitarbeiter in der medizinischen Versorgung unserer Patienten sicher enttäuschend, spiegelt aber die derzeitige wirtschaftliche Situation, in der sich viele Krankenhäuser und Universitätsklinika in Deutschland befinden, wider“, ergänzte der Ärztliche Vorstand, Dr. Thorsten Wygold.

Die Vorstände sehen drei grundsätzliche Ursachen für diese Entwicklung. Zum einen laufen den Kliniken die Kosten davon. „Die Schere zwischen Personalkosten und der Budgetentwicklung geht immer drastischer auseinander. Allein die Personalkosten der UMG stiegen von 2010 bis heute um 16,55 Prozent“, machte Wygold deutlich. Im gleichen Zeitraum stieg der Basisfallwert, der die Grundlage für den Behandlungspreis bildet, lediglich um 9,2 Prozent.

„Zum anderen wird der universitäre Mehraufwand aufgrund spezieller Behandlungsverfahren bei hochkomplexen Erkrankungen und multimorbiden Patienten nicht adäquat vergütet. Und schließlich verweigern die Krankenkassen zunehmend die Erstattung bestimmter Leistungen im stationären Bereich, weil sie ambulant erbracht werden sollen. Aber auch die regionale Zersplitterung von ärztlichen Leistungen in der Fläche führt zu einem ungesunden Wettbewerb um Patienten, nicht selten mit der Gefahr, dass die Versorgungsqualität auf der Strecke bleibt. Hier ist die Bundes- und Landespolitik gefordert, mit den Beteiligten die Kräfte im stationären und ambulanten Sektor zu bündeln und die regionalen Strukturen der demographischen Entwicklung anzupassen“, betonte der Ärztliche Vorstand.

„Die Universitätsmedizin ist bereit, Verantwortung in der Region zu übernehmen. Die Frage ist jedoch für uns, was ist an welchem Standort sinnvoll und werden die Leistungen auf universitärem Niveau bezahlt. Diesen Diskussionsprozess müssen wir für viele Bereiche mit den Akteuren vor Ort führen und die Menschen mitnehmen.“ Als Beispiel nannte der Ärztliche Vorstand die stationäre Betreuung von Kindern in Anklam. „An den kleineren Standorten kann nicht dasselbe hohe Versorgungsniveau vorgehalten werden wie in einer Universitätsklinik. Daher müssen überregionale spezialisierte medizinische Leistungszentren in der Kindermedizin die Versorgung der kleinen Patienten übernehmen. Die Universitätsmedizin Greifswald bietet dazu eine exzellente Betreuung an. Für die Versorgung vor Ort kann ein gezieltes regionales Angebot im Sinne von Gesundheitsstützpunkten sinnvoll sein. Wir sind in diesem Thema sehr weit in den Gesprächen vor Ort und mit der Landespolitik.“

Orthopädie und Unfallchirurgie wachsen zusammen
Der Ärztliche Vorstand kündigte Veränderungen auch für medizinische Fachgebiete in Greifswald an. So werden unter anderem die Orthopädie und die Unfallchirurgie zu einem Muskuloskeletalen Zentrum zusammengefasst und sollen um Spezialdisziplinen wie die septische Weichteil-, Gelenk- und Knochenchirurgie und orthopädische Rehabilitationsmedizin erweitert werden. Damit entsteht ein hochspezialisiertes Zentrum, in dem betroffene Menschen alle notwendigen Fachärzte antreffen und nutzen können.
Angelaufen ist die telemedizinische Betreuung von Schlaganfall-Patienten in Kooperation mit mehreren Kliniken im Umland. Bereits jetzt können beispielsweise im Klinikum Bergen auf Rügen Stroke-Unit-Experten der Neurologischen Klinik Greifswald rund um die Uhr zugeschaltet werden. Das Netzwerk soll zügig ausgebaut werden. Des Weiteren soll die gezielte Behandlung übergewichtiger Patienten intensiviert werden. Die Klinik für Innere Medizin A wurde als Adipositas-Zentrum zertifiziert und zugelassen. Aktuell bewirbt sich auch die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie um das Qualitätssiegel.
Gebaut wird natürlich auch weiterhin an der Universitätsmedizin, in verschiedenen Bauträgerschaften. Für 6,5 Millionen Euro wird die Strahlentherapie erweitert. Die Fertigstellung ist bereits für Ende des Jahres geplant. Für 3,5 Millionen Euro entsteht bis 2016 das neue Gesundheitszentrum; Baustart war im Januar 2015. Die neue Notaufnahme für rund 20 Millionen Euro aus Landesmitteln wird voraussichtlich 2018 in Betrieb gehen. Bereits für April dieses Jahres ist die Entlastung der Notaufnahme durch eine vorgeschaltete Notfallambulanz vorgesehen.

Sylvia Langer neuer kommissarischer Kaufmännischer Vorstand
Eine Veränderung gab es jüngst im kaufmännischen Bereich. Sylvia Langer wurde am 13. Januar 2015 durch den Aufsichtsrat der Universitätsmedizin Greifswald mit den Aufgaben eines kommissarischen Kaufmännischen Vorstands betraut. Die 43-Jährige arbeitet seit mehr als 15 Jahren im Gesundheitswesen und Gesundheitsmanagement und kennt auch die Universitätsmedizin gut, an der sie bereits seit 2009 tätig ist. Die gebürtige Thüringerin leitet das Dezernat Zentrales Verwaltungsmanagement mit rund 100 Mitarbeitern und den Referaten Controlling, Recht, Logistik, Zentrale Dienste und dem Beteiligungsmanagement. Mit dem neuen kommissarischen Amt ist auch das aktive Bestreben verbunden, trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen die Universitätsmedizin in den kommenden Jahren wieder in ein ausgeglichenes Fahrwasser zu lotsen.
„Wir arbeiten gegenwärtig unter Hochdruck daran, mit einem Maßnahmenkatalog die Finanzsituation zu bereinigen“, so die neue Frau im Vorstand der Universitätsmedizin. „Die Kostenstrukturen müssen in allen Bereichen an die Erlössituation angepasst werden. Das erfordert Struktur- und Prozessänderungen im gesamten Unternehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Leistungen gar nicht oder nicht ausreichend finanziert werden und wir auch noch nicht genau abschätzen können, in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt seitens der Politik mit der geplanten Krankenhausreform korrigierend eingegriffen wird“, so Sylvia Langer.

Ausblick 2015 
„Die künftige Leistungsfähigkeit der universitären Medizin, sowohl in der Krankenversorgung, als auch in der Forschung und Lehre hängt weitestgehend davon ab, ob es gemeinsam mit der Politik in Land und Bund zeitnah gelingt, das Ungleichgewicht in der finanziellen Ausstattung zu überwinden. Vielen der 33 Universitätsklinika und 37 Medizinischen Fakultäten droht der wirtschaftliche Kollaps. Es geht um die Zukunft der universitären Spitzenmedizin in Deutschland“, bekräftigte Prof. Reiner Biffar.

Eine weitere zentrale Aufgabe zur Sicherung der Universitätsmedizin in Greifswald sieht der Vorstandsvorsitzende in der Entwicklung sektorenübergreifender medizinischer Konzepte, um den wachsenden medizinischen Anforderungen der Versorgung in ländlichen Region trotz Fachkräftemangel gerecht zu werden. „Analysiert und diskutiert wurde schon sehr viel, jetzt müssen wir auch den Mut haben, nicht mehr zeitgemäße Strukturen zu überwinden und die innovativen Konzepte umzusetzen. Wir bieten hierfür unsere spezifischen Kompetenzen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung an. Mit der Greifswalder Ausrichtung Community Medicine und Individualisierter Medizin stehen genau diese Spezialisten in der Forschung zur Verfügung“, so Biffar abschließend.

Foto oben: Annegret Scholz ist eines der vielen Gesichter der Unimedizin. Die junge Ärztin arbeitet in der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin.

(Pressemeldung vom 20.02.2015) 

Quelle: Universitätsmedizin Greifswald | Foto: UMG, © Janke/UMG
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