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Wirtschaft
Mecklenburg-Vorpommern: IHK zu Schwerin: Konjunktur im Herbst 2014: Gute Geschäftslage – eingetrübte Erwartungen
Dienstag, der 11.November 2014
Mecklenburg-Vorpommern: IHK zu Schwerin: Konjunktur im Herbst 2014: Gute Geschäftslage – eingetrübte Erwartungen

Schwerin: Gut neun von zehn Unternehmen in Westmecklenburg bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Die Erwartungen zur Entwicklung der Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten sind stark zurückgegangen. Dieser Rückgang wirkt sich negativ auf den Konjunkturklimaindex aus und lässt diesen auf 115,7 Punkte sinken.

Dazu Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin: „Für die Unternehmen gilt es die Ruhe zu bewahren. Die Zahlen deuten zwar auf eine verschlechterte Stimmung der Unternehmen hin. Die fundamentalen Daten zur guten Geschäftslage und die positiven Investitionsplanungen deuten jedoch nicht auf einen Abschwung hin. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind jedoch weiterhin gut.“

Erwartungen rückläufig
Die Unternehmen wurden zu verschiedenen Risikofaktoren befragt.
Den Faktor „Inlandsnachfrage“ sieht jedes zweite Unternehmen mit Sorge. Der Faktor „wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“ stellt für 42 Prozent der Unternehmen das größte Risiko ihrer Entwicklung dar. Hier spielen die Rente mit 63, die Mütterrente sowie die Einführung des Mindestlohns hinein. Die Rente mit 63 führt außerdem zum vorzeitigen Weggang von Fachkräften aus den Unternehmen, bedingt durch die demografische Entwicklung kommen nicht genug Auszubildende nach. Der Mindestlohn führt evtl. zu einer Erhöhung der Arbeitskosten, die sich nicht immer auf den Produktpreis umlegen lässt. Daher nennen die Unternehmen die Risikofaktoren „Arbeitskosten“ (40 Prozent) und Fachkräftemangel (43 Prozent) weiterhin besonders häufig. Positiv für die Unternehmen haben sich die Energiepreise entwickelt. Die sinkenden Rohölpreise schlagen sich an den Zapfsäulen nieder und sorgen sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Arbeitsnehmern für mehr finanziellen Spielraum.

Wie gestaltet sich international das wirtschaftliche Umfeld?
Vor allem die weitere Belebung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika bleibt spürbar. Der schwache Euro führt zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte und Dienstleistungen im Nicht-EU-Ausland. Zum Beispiel liegt bereits die Steigerung der deutschen Ausfuhren in die USA in den ersten acht Monaten 2014 höher als die Gesamtausfuhren von Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2013. Innerhalb der Eurozone können die großen Krisenstaaten Spanien und Portugal nach harten Reformen wieder positive Zahlen vermelden, die sich auch auf den dortigen Arbeitsmärkten abzeichnen. Die auf die Stimmung drückenden Meldungen zur Ukraine-Krise, aus dem Nahen Osten sowie zu Ebola sind zwar medial allgegenwärtig, schlagen sich realwirtschaftlich aber kaum nieder. Zudem sind diese Einzelrisiken unabhängig voneinander.

Arbeitslosigkeit auf Rekordtief – Beschäftigungsaufschwung flacht ab
Bundesweit ist die konjunkturelle Aufschwungphase aus dem Frühsommer zunächst unterbrochen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet jedoch ab Jahresbeginn 2015 mit positiven Quartalsergebnissen und einem Gesamtwachstum von 0,8 Prozent im Gesamtjahr 2015. Nach 320.000 Stellen in diesem Jahr rechnet die Prognose des DIHK zur Beschäftigungsentwicklung für 2015 mit einem Beschäftigungszuwachs von 150.000 Stellen. Damit bleibt die Zahl der Arbeitslosen etwa auf dem aktuellen Niveau von 2,9 Mio.

Die regionalen Einschätzungen der Unternehmen in Westmecklenburg zu ihrer aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die nächsten zwölf Monate sind deutlich differenzierter als in der Vorumfrage. Während die Einschätzungen zur Geschäftslage in Ludwigslust-Parchim und der Landeshauptstadt Schwerin weiter steigen, ist in Nordwestmecklenburg ein deutlicher Rückgang zu konstatieren. Die genannten Krisen im Ausland sowie die heimische Wirtschaftspolitik drücken bei den Unternehmen die Einschätzungen der Erwartungen in den deutlich negativen Bereich. Dies schlägt sich in Nordwestmecklenburg auf die Beschäftigungsplanung und die Bereitschaft für weitere Investitionen nieder. Der regionale Konjunkturklimaindex sinkt um 28,7 Punkte auf 101,5.

Besser als in der Frühsommer-Umfrage ist die Geschäftslage im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Keines der antwortenden und dort ansässigen Unternehmen bewertet seine Geschäftslage als schlecht, 54 Prozent sogar als gut. Jedoch sind die Erwartungen der Unternehmen ebenso wie in Nordwestmecklenburg deutlich schlechter ausgefallen als in der Vorumfrage und im Saldo leicht ins Minus gerutscht. Der Saldo der Investitionsplanungen ist trotzdem stark gestiegen und auch die Beschäftigungsplanung hat sich leicht verbessert. Der regionale Konjunkturklimaindex sinkt um 4,9 Punkte auf 121,6.

Stimmung in der Landeshauptstadt am besten
In der Landeshauptstadt Schwerin ist die Stimmung insgesamt am besten. Gut neun von zehn Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als befriedigend oder gut. Auch haben die Unternehmen ihre Erwartungen deutlich zurückgeschraubt, dennoch bleibt der Saldo der Erwartungen positiv. Der Rückgang der Investitions- sowie der Beschäftigungsplanungen hält sich entsprechend in Grenzen, so dass beide Salden deutlich positiv bleiben. Der regionale Konjunkturklimaindex sinkt um 6,9 Punkte auf 129,2.

Aus diesen regional sehr unterschiedlichen Einschätzungen ergibt sich ein Konjunkturklimaindex für Westmecklenburg von 115,7, was einem Rückgang von 13,5 Punkten gegenüber dem Frühsommerrekordwert von 129,2 entspricht. „Die historisch niedrige Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent im IHK-Bezirk, die im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 0,9 Prozentpunkte gesunken ist sowie die hohen Tarifabschlüsse und die niedrigen Energiekosten führen zu einer stabilen Binnennachfrage, die vor allem den Handel in der bevorstehenden Weihnachtszeit beflügeln sollte,“ so Eisenach abschließend. (Pressemeldung vom 11.11.2014) 

Quelle: IHK Schwerin | Foto: IHK Schwerin
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