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Wirtschaft
Hamburg - Meinungsbild zu G8 - G9
Samstag, der 7.Juni 2014
Hamburg - Meinungsbild zu G8 - G9

Hamburg: Schulsenator Ties Rabe hatte Hamburgs Bürgerinnen und Bürger sowie die schulischen Gremien aller Schulformen dazu aufgerufen, Ihre Meinung zu G8/G9 zu äußern sowie Wünsche, Kommentare und Anregungen zu formulieren. Rabe: „Ich freue mich, dass sich in so kurzer Zeit über 700 Hamburgerinnen und Hamburger sowie schulische Gremien beteiligt und ein eindeutiges Votum abgegeben haben. 58 Prozent aller Einsendungen und sogar 85 Prozent der schulischen Gremien haben sich klar für die Beibehaltung des Abiturs nach acht Jahren am Gymnasium (G8) ausgesprochen. Sie wünschen sich Ruhe an den Gymnasien und lehnen eine Rückkehr zu G9 mit übergroßer Mehrheit ab. Viele Einsender haben sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und uns sehr detaillierte Anmerkungen gegeben und Vorschläge gemacht. Ich bedanke mich für dieses starke Engagement.“

Vom 2. April bis zum 23. Mai 2014 gingen insgesamt 708 Rückmeldungen in einer eigens von der Schulbehörde eingerichteten E-Mail-Adresse ein. Für G8 sprachen sich dabei 408 Einsender (58%), für G9 262 Einsender (37%) und für G8 und G9 an einer Schule 13 Einsender (2%) aus. 23 Einsender gaben kein eindeutiges Votum ab und 2 Einsendungen waren ungültig, da es sich um Doppelungen handelte.

Unter den 708 Einsendungen waren auch 93 Stellungnahmen von schulischen Gremien von Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien, darunter Schulkonferenzen, Elternräte, Kreiselternräte, Lehrerkollegien, Schulleiterkonferenzen und Kammern. Davon sprachen sich 79 für G8 aus (85%), 5 für G9 (5%) und 9 blieben ohne Votum (10%). Im Einzelnen waren darunter 25 Schulkonferenzbeschlüsse aus Stadtteilschulen, die alle für die Beibehaltung der jetzigen Struktur plädierten sowie 13 Schulkonferenzbeschlüsse aus Grundschulen, von denen 9 gegen und 3 für die Einführung von G9 an den Gymnasien plädierten, eine vermied ein klares Votum.

Die Einsender hatten die Möglichkeit einer Veröffentlichung zu widersprechen. Da dies niemand wahrgenommen hat, veröffentlicht die Schulbehörde alle Rückmeldung auf Ihrer Homepage. So haben alle Interessierten die Möglichkeit, die eingesandten Argumente und Anregungen nachzulesen.

Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich über so zahlreiche Zuschriften. Das Meinungsbild ist eindeutig. Die Mehrheit wünscht sich einen Schulfrieden und keine neue Schulreform an den Gymnasien. Die genauere Auswertung bestätigt aber auch unterschiedliche Akzente. Die eigentlich Betroffenen sind besonders klar und eindeutig mit ihrer Ablehnung. Das gilt vor allem für die aktiven Eltern, Schüler und Schulgremien die zu 85% gegen G9 an den Gymnasien sind. Auch die anderen Einsendungen sind gegen die Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien, doch hier liegen Gegner und Befürworter etwas näher zusammen (329 (56%) zu 257 (44%). Offensichtlich ist die Zustimmung für das jetzige G8-Abitur bei den direkt Betroffenen größer als bei denen, die gar nicht mehr zur Schule gehen oder mit der Schule nur noch wenig zu tun haben.“

Das von der Schulbehörde eingerichtet E-Mail-Postfach ist Teil einer umfangreichen Beteiligung der Öffentlichkeit, die Schulsenator Rabe auf den Weg gebracht hatte. Zuvor waren bereits die Schulkonferenzen der Gymnasien befragt worden. Deren Meinungsbild war sehr eindeutig ausgefallen: 87 Prozent der Gymnasien hatten sich gegen Rückkehr zu G9 ausgesprochen, nur 11 Prozent dafür.

Parallel zu den Entscheidungen der Gymnasial-Schulkonferenzen hatten viele weitere schulische Gremien und Verbände die Frage aufgegriffen und sich positioniert. Unter anderem lehnten Hamburgs Elternkammer, Hamburgs Schülerkammer und Hamburgs Lehrerkammer sowie der Landesschulbeirat und beide Lehrergewerkschaften eine Rückkehr zu G9 an den Gymnasien ab. In einer Expertenanhörung im Schulausschuss der Bürgerschaft sprachen sich alle geladenen Experten für eine Beibehaltung des G8 an Hamburgs Gymnasien aus, da G9 bereits flächendeckend an den Stadtteilschulen angeboten wird. Sogar ein Wissenschaftler, der von der Initiative zur Rückkehr zu G9 an den Gymnasien als Kronzeuge benannt wird, lehnte eine Rückkehr zu G9 an den Hamburg Gymnasien ab. Zuletzt hatte sich auch die Konferenz der Schulleitungen der Stadtteilschulen dafür ausgesprochen den Schulfrieden einzuhalten und das Wahlangebot zwischen G8 an Gymnasien und G9 an Stadtteilschulen beizubehalten. (Pressemeldung vom 07.06.2014)

Quelle: Senat der Hansestadt Hamburg | Foto: Senat der Hansestadt Hamburg
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