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Wirtschaft
Fehmarnbelt-Projekt: Tunnelbohrmaschine mit starken Problemen - Entscheidung für Absenktunnel ist richtig
Freitag, der 28.März 2014
Fehmarnbelt-Projekt: Tunnelbohrmaschine mit starken Problemen - Entscheidung für Absenktunnel ist richtig

Berlin | Kopenhagen: Die weltgrößte Tunnelbohrmaschine in Seattle, USA, ist in Schwierigkeiten geraten. Aufgrund von Reparaturarbeiten am Hauptlager steht die unter dem Namen Bertha bekannte Maschine derzeit still Damit ruhen auch die Arbeiten am 2,6 km langen Autobahntunnel, den Bertha eigentlich in das Erdreich treiben soll. Es ist noch unklar, wann die Reparaturen abgeschlossen sind und der Bau fortgesetzt werden kann.

Probleme mit dem Hauptlager an den gewaltigen Tunnelbohrmaschinen sind keine Seltenheit und traten auch während der Bohrarbeiten am Großen Belt-Tunnel auf. Dieses ist einer der entscheidenden Gründe, warum man sich beim Fehmarnbelt-Projekt gegen einen Bohrtunnel entschieden hat und stattdessen auf einen Absenktunnel setzt. Die technischen Herausforderungen und Risiken beim Bau eines Absenktunnels sind wesentlich geringer als bei einem Bohrtunnel. Kim Smedegaard Andersen, Kontraktdirektor für den Absenktunnel bei der Femern A/S, erläutert:

„Ein Absenktunnel bedeutet, dass man Tunnelelemente an Land gießt und sie in einen zuvor ausgehobenen Graben auf den Meeresgrund absenkt. Anschließend füllt man den Graben wieder auf, sodass der Tunnel unter dem Meeresboden geschützt liegt. Dies ist eine gut erprobte Methode, die sich auf bekannte Technologie stützt und fast völlig unabhängig von den komplexen geologischen Verhältnissen im Fehmarnbelt durchführbar ist. Bei einem Bohrtunnel gräbt sich eine Tunnelbohrmaschinen durch den Untergrund und errichtet dabei fortlaufend eine Rohrführung aus Betonelementen. Die geologischen Verhältnisse stellen für eine Tunnelbohrmaschine eine erhebliche Herausforderung dar. Im Fehmarnbelt müsste die Bohrung durch mehrere Erdschichten verlaufen, was zu unterschiedlichen Problemen, wie beispielsweise. einem unerwarteten Verschleiß des Bohrkopfes, führen kann. Die laufende Wartung des Schneiderads des Bohrkopfes ist von entscheidender Bedeutung, weshalb man Zugang zur Arbeitskammer vor dem Bohrkopf haben muss, wo ein Druck von bis zu 6 bar herrscht. Jede Bohrmaschine ist daher ein äußerst kompliziertes Stück Werkzeug, das eine hochspezialisierte Besatzung erfordert. Wenn etwas am Bohrkopf der Maschine kaputt geht, kann eine Reparatur ungeheuer schwierig sein.“

Wenn unter dem Fehmarnbelt ein Tunnel gebohrt werden sollte, würde man ganze sechs dieser enormen Bohrmaschinen benötigen, die alle in etwa die Größe der amerikanischen Bertha als weltweit größte Tunnelbohrmaschine haben müssten. So hätte man noch weniger Kontrolle über das Bauverfahren, als momentan in Seattle, wo man mit nur einer Bohrmaschine arbeitet. Eine Reparatur der Bohrmaschine in Seattle könnte erfolgen, indem man sich von der Erdoberfläche aus zur Maschine vorarbeitet. Diese Möglichkeit wäre im Fehmarnbelt nicht gegeben, da fast der gesamte 18 km lange Tunnel unter dem Meer gebaut wird. Im Übrigen wäre ein gebohrter Tunnel unter dem Fehmarnbelt etwa 20 km lang. Die Länge des Absenktunnels beträgt dagegen nur ca. 18 km, da ein Bohrtunnel tiefer unter dem Meeresboden verlaufen müsste als ein Absenktunnel.

Kim Smedegaard Andersen berichtet weiter: „Unabhängig davon, um welche Art von Tunnel es sich handelt, muss eine große Menge Meeresboden ausgehoben werden. Aber es gibt große Unterschiede zwischen der Qualität des Bodens, der für einen Absenktunnel ausgehoben wird und dem Boden, der von Maschinen herausgebohrt wird. Bei einem Absenktunnel handelt es sich um reinen Meeresboden, der direkt für die Landgewinnung verwendet werden kann, während das Material aus einem Bohrtunnel eine umfassende Bearbeitung erfordert, da es eine sehr flüssige Konsistenz aufweist und Bentonit enthält - eine Tonart, die während der Tunnelbohrung zugeführt wird. Auch der Energieverbrauch ist bei den beiden technischen Lösungen sehr unterschiedlich. Der Gesamtenergieverbrauch beim Bau eines Bohrtunnels liegt bei 1.230 Gigawattstunden gegenüber 166 Gigawattstunden beim Bau eines Absenktunnels. Alles in allem bedeutet unsere Entscheidung für einen Absenktunnel, dass wir derartige Probleme, wie sie gerade in Seattle auftauchen, und die wir auch von der Großen Belt-Querung kennen, vermeiden. Wenn wir einen Absenktunnel bauen, haben wir weitaus mehr Kontrolle über das gesamte Bauvorhaben und können mit großer Sicherheit sagen, wie lange der Bau dauern wird.“

Aber nicht nur die technischen Bedingungen sind bei einem Absenktunnel vorteilhafter als bei einem gebohrten Tunnel. Der Absenktunnel ist auch wirtschaftlich und zeitlich gesehen eine rentablere Lösung als ein gebohrter Tunnel. Laut Schätzungen würde es 8 Jahre dauern, einen Bohrtunnel fertigzustellen, wohingegen der Absenktunnel nur 6,5 Jahre in Anspruch nimmt. Eine längere Bauzeit würde die Querung verteuern und damit eine längere Amortisationszeit zur Folge haben, was einen gebohrten Tunnel faktisch zu einem unrentablen Projekt machen würde. Schätzungen zufolge werden die Baukosten für einen Absenktunnel 40,7 Mrd. DKK betragen (5,5 Mrd. EUR), für einen Bohrtunnel dagegen 50,8 Mrd. DKK (6,8 Mrd. EUR). (Pressemeldung vom 28.03.2014)

Quelle: Femern A/S | Foto: Femern A/S
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