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Wirtschaft
Wintershall in der Nordsee - Öl und Gasförderung „vor der eigenen Haustür“
Sonntag, der 2.März 2014
Wintershall in der Nordsee - Öl und Gasförderung „vor der eigenen Haustür“

Kassel: Rund die Hälfte des heute in Europa verbrauchten Erdgases stammt nach wie vor aus den Nordsee-Anrainerstaaten Norwegen, den Niederlanden, Dänemark, Großbritannien und Deutschland. Die Erdölproduktion in dieser Region deckt mehr als ein Viertel des europäischen Ölverbrauchs ab. Als einer der großen europäischen Erdölund Erdgasproduzenten gehört die Nordsee zu den traditionellen Schwerpunktgebieten von Wintershall. Die 100-prozentige BASF-Tochter ist bereits seit 1965 in der Region tätig. In den letzten fünf Jahren hat Wintershall Explorationsrechte an rund 120 Lizenzen in der deutschen, britischen, norwegischen, dänischen und niederländischen Nordsee erworben, die auf neue Ölund Gasvorkommen untersucht werden.

Norwegen
Norwegen ist neben Russland der wichtigste Erdölund Erdgaslieferant Europas. Seit der Gründung der norwegischen T ochtergesellschaft Wintershall Norge Mitte des vergangenen Jahrzehnts hat Wintershall seine Aktivitäten in Norwegen signifikant ausgebaut. Bereits heute ist Wintershall mit über 50 Lizenzen – davon mehr als die Hälfte als Betriebsführer – einer der größten Lizenznehmer in Norwegen und investiert rund die Hälfte ihres weltweiten Explorationsbudgets in der nördlichen Nordsee. Gleichzeitig verlagert Wintershall ihr erfolgreiches Explorationsportfolio in die Entwicklungsund Produktionsphase. Das Unternehmen plant bis zum Jahr 2015 bis zu zwei Milliarden Euro in die Exploration und die Entwicklung seiner Funde in Norwegen und UK zu investieren und strebt dort ein Produktionsniveau von 50.000 Barrel Öläquivalent (boe) pro Tag an. Zur Erreichung dieses Produktionsziels sollen unter anderem die Felder Knarr und Edvard Grieg beitragen, die sich derzeit noch in der Entwicklung befinden und an denen Wintershall eine Beteiligung hält.

Ein wesentlicher Baustein für weiteres Wachstum ist der Ende Juli 2013 erfolgreich abgeschlossene Asset-Tausch mit dem norwegischen Unternehmen Statoil, mit dem Wintershall zu einem der größten Produzenten auf dem norwegischen Kontinentalschelf wurde. Damit konnte das Unternehmen seine Reserven sowie die tägliche Produktion in Norwegen von rund 3.000 boe auf knapp 40.000 boe mehr als verzehnfachen. Im Rahmen des Asset-Tausches hat Wintershall von Statoil Anteile an den drei produzierenden Feldern Brage (32,7%), Gjøa (15%) und Vega (30%) erhalten, die Reserven (2P) von rund 100 Millionen boe umfassen. Zusätzlich hat Wintershall mit Brage zum ersten Mal die Betriebsführerschaft einer großen Produktionsplattform in Norwegen übernommen. Neben einer weitreichenden Zusammenarbeit auf dem norwegischen Kontinentalschelf umfasst die strategische Kooperation auch bedeutende zukunftsorientierte Themen wie die gemeinsame Forschung zur Erhöhung des Ölertrags (EOR) sowie die Forschung nach unkonventionellen Kohlenwasserstoffvorkommen.

Der Maria-Fund (Wintershall 50%) mit geplantem Produktionsstart im Jahr 2018 gilt mit geschätzten 130 Millionen Barrel Öl sowie knapp über 2 Milliarden Standard-Kubikmetern (sm3) Erdgas als einer der größten Ölfunde in Norwegen im Jahr 2010. Zusammen mit den anderen Lizenzpartnern hat Wintershall als Betriebsführer eine bevorzugte Entwicklungslösung für Maria. Danach würde die Lagerstätte über eine Unterwasserinstallation mit der bereits vorhandenen, nahe gelegenen Infrastruktur verbunden werden. Eine Investitionsentscheidung ist damit nicht verbunden. Wintershall strebt eine Übermittlung des Entwicklungsund Betriebsplans (PDO) an die norwegische Regierung im Jahr 2014 an. Ausgebaut wurde das Engagement in Norwegen zudem durch die Zuteilung von drei neuen Explorationslizenzen durch das norwegische Energieministerium im Rahmen der Lizenzrunde APA 2012 sowie eine Explorationslizenz in der 22. Lizenzrunde. Die norwegischen Behörden haben auch die Entwicklungsund Betriebspläne für das Ölfeld Knarr (erste Ölförderung geplant für 2014) und für Edvard Grieg in der norwegischen Nordsee genehmigt. Die Lizenzpartner haben eine koordinierte Entwicklung von Edvard Grieg zusammen mit dem Fund Draupne vereinbart. Die Aufnahme der Ölproduktion aus dem Feld ist für 2015 geplant.
Neben dem Fund Maria plant Wintershall jetzt auch die Entdeckung Skarfjell in der Nordsee zu entwickeln. Durch die Erweiterungsbohrung Skarfjell North konnte die nördliche Erweiterung der Lagerstätte und ein geschätztes Volumen von 60 bis 160 Millionen Barrel Öläquivalent bestätigt werden. Ergebnisse einer zweiten Erweiterungsbohrung im südlichen Teil der Lagerstätte Skarfjell werden voraussichtlich Ende des Jahres 2013 erwartet. Der Ausbau der Aktivitäten von Wintershall Norge auf dem norwegischen Schelf spiegelt sich auch in den schnell wachsenden Mitarbeiterzahlen wider: 2014 soll die Zahl der Mitarbeiter in Norwegen auf rund 500 steigen, darunter das Team auf der Brage Plattform und im neuen Offshore-Zentrum in Bergen.

Großbritannien
Wintershall ist Betriebsführer der Wingate-Gasförderplattform, die im Oktober 2011 in Betrieb genommen wurde. Wingate, die erste eigenoperierte Erdgasproduktion von Wintershall in der britischen Nordsee, fördert derzeit rund eine Million Kubikmeter Erdgas pro Tag.

Wintershall optimiert ihr Portfolio und veräußert Anteile an ausgewählten Ölund Gasfeldern auf dem britischen Kontinentalschelf. Im Rahmen einer Transaktion erwirbt die ungarische MOL-Gruppe 14 Beteiligungen in der Nordsee, unter anderem nicht-eigenoperierte Anteile am Produktionsfeld Broom (29 %) sowie den Funden Catcher (20 %), Cladhan (33,5 %) und Scolty/Crathes (50 %). Auch die Anteile von Wintershall an der Infrastruktur des Sullom-Voe-T erminals und am Brent-PipelineSystem sind Teil der Vereinbarung. Wintershall erhält im Gegenzug von der MOL-Gruppe einen finanziellen Ausgleich in Höhe von 375 Millionen US$ – vorbehaltlich möglicher Wertanpassungen zum Closing, das für das 1. Quartal 2014 erwartet wird. Die Transaktion soll – vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden und Partner – finanziell rückwirkend zum 1. Januar 2013 vollzogen werden. „Mit der Veräußerung nicht-eigenoperierter Assets können wir uns in der Nordsee verstärkt auf unsere Kompetenzen in der Exploration, Entwicklung und Produktion eigenoperierter Felder konzentrieren“, sagte Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender von Wintershall.

Dänemark
Die eigenoperierte Explorationsbohrung Hibonite (5504/1-3) im westlichen Teil der dänischen Nordsee hat Erdöl in der Formation nachgewiesen. In der nächsten Phase werden nun die Wirtschaftlichkeit des Hibonite Fundes sowie mögliche zusätzliche Reserven untersucht. Eine mögliche gemeinsame Entwicklung mit dem nahegelegenen Feld Ravn wird in Betracht gezogen. Zuvor hatte die Explorationsbohrung Ravn-3 im Jahr 2009 bei einer Endteufe von 4.469 Metern unter dem Meeresspiegel Kohlenwasserstoffe nachgewiesen. In der dänischen Nordsee ist Wintershall im Besitz von drei Lizenzen.

Niederlande
In den Niederlanden ist Wintershall einer der größten Erdgasproduzenten und betreibt dort insgesamt 23 Offshore-Plattformen. Im Jahr 2013 hat Wintershall in den Niederlanden vier Bohrungen in Betriebsführerschaft abgeteuft, an einer weiteren Bohrung war das Unternehmen beteiligt. Um die Betriebsführung effizient zu steuern, kontrolliert Wintershall 18 dieser Plattformen mit einem der modernen Funküberwachungssysteme von Den Helder aus. Nach dem Start von Wingate in Großbritannien werden nun Anlagen in drei verschiedenen Ländern sowie insgesamt 20 Plattformen von der RCO-Zentrale überwacht: neben den 18 Plattformen in der niederländischen Nordsee, eine Plattform in der deutschen und die Wingate-Plattform in der südlichen britischen Nordsee. Dadurch wird die Zahl der Transportund Versorgungsflüge zu den Plattformen um ein Drittel reduziert. Die Zentrale für Remote Controlled Operations (RCO) ist eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Förderung kleinerer Lagerstätten in der südlichen Nordsee. In Rijswijk bei Den Haag befindet sich zudem das unternehmensweite Kompetenzzentrum für Offshore-Technologie.
Dort arbeitet Wintershall auch an der Weiterentwicklung seiner Expertise im Flachwasser. Der Ausbau der Offshore-Expertise gewinnt allgemein bei der Suche und Förderung von Öl und Gas an Bedeutung und kommt auch bei den Aktivitäten in anderen Regionen der Welt zum Einsatz.
Dass sich Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit bei der Erdgasförderung nicht ausschließen, zeigt die Förderplattform E18-A als eines von mehreren Projekten von Wintershall in der niederländischen Nordsee. Ein Großteil der Anlage besteht aus der stillgelegten Gasförderplattform P14-A, die von ihrem Platz in der niederländischen Nordsee abgebaut und zerlegt wurde und nach einem Komplettumbau ihre Arbeit im Jahr 2009 im Block E18-A aufgenommen hat. Im Februar 2012 hat Wintershall mit der Gasförderung aus der Lagerstätte K18-Golf in der niederländischen Nordsee begonnen. Im Jahr 2012 wurde die zweite Produktionsbohrung K18-G4 im nördlichen Bereich des Feldes eingebracht. Damit wurde eine Plateauförderung von bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Tag ermöglicht. Mit der Explorationsbohrung F17-10 ist Wintershall zuletzt im Dezember 2012 vor der niederländischen Küste etwa 120 Kilometer nördlich von Den Helder auf eine Rohöllagerstätte von signifikantem Potenzial gestoßen. Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Fundes und möglicher Reserven Ausdehnung sollen weitere Appraisal-Bohrungen abgeteuft werden.

Deutschland
Die Förderplattform Mittelplate in der UNESCO-Weltkulturerberegion Wattenmeer in Schleswig-Holstein ist die einzige Bohrund Ölförderanlage in deutschen Gewässern. Das Offshore-Feld, an dem Wintershall gemeinsam mit RWE Dea zu je 50 Prozent beteiligt ist, stellt die tragende Säule der Erdölförderung in Deutschland dar. Mit jährlich ca. 1,4 Millionen Tonnen Erdöl (2012) fördert die Lagerstätte einen Großteil der gesamten deutschen Produktion und belegt, dass Ressourcengewinnung und Umweltschutz Hand in Hand gehen können. Mit über 200 Millionen Barrel sicheren initialen Reserven handelt es sich um das größte in Deutschland bekannte Ölvorkommen, dessen Entwicklung in den vergangenen Jahren durch weit abgelenkte Bohrungen von Land aus weiter geführt wurde. Außerdem betreibt Wintershall im sogenannten „Entenschnabel“ – dem äußersten Bereich der deutschen Nordsee – die Plattform A6-A. Sie ist die einzige Offshore-Gasförderplattform Deutschlands und hat im Jahr 2012 rund 160 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert. (Pressemeldung vom 02.03.2014)

Quelle: Wintershall Holding GmbH | Foto: Wintershall Holding GmbH
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