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Wirtschaft
Das Interview - Holger Banik: Cuxhaven wird als einer der ersten Standorte von LNG profitieren
Sonntag, der 2.März 2014
Das Interview - Holger Banik: Cuxhaven wird als einer der ersten Standorte von LNG profitieren

Cuxhaven: Interview mit Holger Banik (45) über seine neue Aufgabe als Sprecher der Geschäftsführung der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG.

Herr Banik, Sie sind seit Januar 2014 Sprecher der Geschäftsführung von Niedersachsen Ports. Welche Schwerpunkte haben Sie sich gesetzt?

Die niedersächsischen Seehäfen haben eine breite Vielfalt in ihren Umschlagsschwerpunkten, das ist ihre Stärke. Unser Ziel ist es, diese Stärken auszubauen und die derzeitigen Strukturen für die Wachstumsmärkte zu stärken. Wir haben die Wachstumsbranchen Energie, Agri, Kfz und Container identifiziert und richten danach unsere Investitionen aus. Allerdings investieren wir nicht nach dem Gießkannen-Prinzip über alle Häfen hinweg, sondern verwenden die vorhandenen Mittel mit Augenmaß, zielgerichtet und in angemessener Zeit.

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung am 24.2.2014 zwischen dem Land Niedersachsen und Cuxport wurde vereinbart, den Bau des Liegeplatzes 4 voranzutreiben. Welche Schritte verfolgt NPorts nun?

Mit der Unterzeichnung des „Memorandum of Understandig“ hat das Land Niedersachsen den politischen Willen bekundet, dieses Bauprojekt in die Realisierung zu bringen. Das sehen wir als positives Signal und beginnen umgehend mit der Arbeit. Rechtliche und finanzielle Fragen müssen nun besprochen werden ebenso wird die technische Planung ausgearbeitet.

Mit rund 46 Millionen Tonnen haben die niedersächsischen Seehäfen im vergangenen Jahr im Seeverkehr etwa 7 % weniger Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum 2012. Wie ist diese Entwicklung zu erklären?

Unsere Kollegen der Marketing-Gesellschaft Seaports of Niedersachsen, die den Umschlag aller Seehäfen erfasst, also auch den der privaten und kommunalen Seehäfen, erklärt diese Entwicklung mit dem rückläufigen Umschlag von Massengütern. So sind z.B. insbesondere Rohölimporte stets von konjunkturellen Entwicklungen und vom Produktionsvolumen der aus Wilhelmshaven belieferten Raffinerien abhängig. Weltweite Überkapazitäten hätten sich deshalb negativ ausgewirkt.

Für die NPorts-Häfen haben wir im vergangenen Jahr ein ausgeglichenes Umschlagsergebnis erzielt. Im See- und Binnenverkehr wurden in unseren Häfen 2013 insgesamt 27,3 Mio. t Güter (2012 27,4 Mio. t) umgeschlagen. Zu dem Ergebnis hat u.a. die Verdopplung der Mengen beim Kohleimport über die Niedersachsenbrücke in Wilhelmshaven beigetragen. Hier zahlen sich die Investitionen der letzten Jahre in die Umschlaganlage Niedersachsenbrücke aus.

Stichwort Umwelt. Wie unterstützt Niedersachen Ports die umweltfreundliche Alternative LNG (LNG – Liquefied Natural Gas) für eine nachhaltige Seeschifffahrt und wie kann Cuxhaven davon profitieren?

Cuxhaven wird als einer der ersten Standorte von der neuen Technologie profitieren. Die Reederei Cassen Eils hat für den Helgolandverkehr ein Seebäderschiff mit einer umweltfreundlichen LNG-Technik bestellt. Damit nehmen sie neben der Reederei AG Ems, die ein Fährschiff für den Borkumverkehr umrüstet, an der Nordseeküste beim Einsatz der LNG-Technologie bereits eine Vorreiterrolle ein.

NPorts hat im letzten Jahr die Potenziale für eine Nutzung von „Liquefied Natural Gas“ (LNG, Flüssiggas) in den Häfen in einer Studie untersuchen lassen. Für Cuxhaven und Stade lässt sich aus der Treibstoffmenge der größeren Abnehmer ein Potenzial von 23.200 t LNG pro Jahr aus der Schifffahrt abschätzen. Hinzu kommt das Potenzial insbesondere in Cuxhaven durch eine landseitige Nutzung, z.B. durch die Kühlhäuser und LKW-Verkehre. Insbesondere die in Auftrag gegebene neue LNG-betriebene Helgolandfähre kann ein wichtiger Startpunkt für eine LNG-Einführung sein. Für den Einsatz von LNG-Technologien in den NPorts-Häfen werden bei uns nun konkrete Strategien und Handlungsoptionen entwickelt.

Welche Infrastrukturmaßnahmen und Bauprojekte haben sie für das laufende Jahr geplant?

Die Liste der Investitionen ist weiterhin lang, kleine und große Projekte tragen dazu bei, die Kapazitäten zu erweitern. Ich will nur einige ausgewählte Projekte nennen. Als größte Maßnahme für das laufende Jahr wird Niedersachsen Ports in Brake am Südpier (AGRI-Terminal) einen zweiten Liegeplatz für Großschiffe bis 275 Metern Länge einrichten. Damit wird man der wachsenden Umschlagentwicklung im Bereich Getreide- und Futtermittel am AGRI-Terminal gerecht. Für den Wachstumsmarkt Kraftfahrzeuge investiert Niedersachsen Ports in Emden, dem drittgrößten Automobilumschlagshafen in Europa, und in Cuxhaven in das Segment Automobilumschlag. Weiterhin wird 2014 in die Eisenbahninfrastruktur der Häfen investiert, insbesondere an den Standorten Brake und Cuxhaven wurden bzw. werden Erweiterungen der Gleisanlagen durchgeführt. In Brake wurde der Zufahrtsbereich zur Hafenbahn arrondiert und eine Gleiswaage mit Radioaktivitätsmessanlage installiert. In Cuxhaven werden dann künftig drei Gleise für die Aufstellung von Ganzzügen zur Verfügung stehen und somit wird die Hinterlandanbindung, die im Hafen beginnt, gestärkt. In seinen Häfen Brake, Cuxhaven, Emden und Wilhelmshaven verfügt Niedersachsen Ports über rund 75 Kilometer eigene öffentliche Eisenbahninfrastruktur. Auch für die Eisenbahn-Netzbetriebsführung auf dem Container-Terminal JadeWeserPort Wilhelmshaven ist das Unternehmen verantwortlich. Grund genug, das Dienstleistungsangebot auch in diesem Bereich zu verstetigen.

Wir danken dem Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven e.V. für die Bereistellung des Interviews.
(Pressemeldung vom 02.03.2014) 

Quelle: Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG | Foto: Niedersachsen Ports, © Andreas Burmannn
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