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Wirtschaft
acqua alta: vom komplexen Frühwarnsystem bis zur Schutzwand
Dienstag, der 4.Oktober 2011
acqua alta: vom komplexen Frühwarnsystem bis zur Schutzwand
Hamburg: Auf der Fachmesse acqua alta präsentieren vom 11. bis 13. Oktober rund 70 spezialisierte Unternehmen, Institute und Behörden aus 9 Ländern ihre innovativen Produkte, Technologien und Dienstleistungen für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau im CCH - Congress Center Hamburg. Das Angebotsspektrum der Aussteller in Halle H reicht von neuen Systemen zur Überwachung von Pegeln und Deichen (Vorwarnung) über Anbieter mobiler Schutzsysteme bis hin zu Bauunternehmen für Rückhaltebecken und Deiche an Flüssen und Küsten. Auf dem begleitenden internationalen Kongress diskutieren drei Tage lang Vertreter aus Forschung, Wirtschaft, Kommunen und Politik aus dem In- und Ausland über neue Entwicklungen und Projekte. Die Hafenmetropole Hamburg bietet 2011 als Umwelt-Hauptstadt Europas einen besonderen Rahmen für diese Fachveranstaltung.
 
Über erste Ergebnisse des Forschungsprogramms KLIWAS will die Bundesanstalt für Gewässerkunde auf ihrem Stand auf der acqua alta informieren. Das Bundesverkehrsministerium hatte dies ins Leben gerufen, um abzuschätzen, ob und wie für die Schifffahrt wichtige Wasserstraßen vom Klimawandel betroffen sein werden. Die KLIWAS-Wissenschaftler analysieren die Gewässer hinsichtlich ihrer gegenwärtigen hydrologischen, chemischen, biologischen und ökologischen Eigenschaften und modellieren klimabedingte Änderungen. Daraus entwickeln sie sinnvolle Anpassungsoptionen für die Wasserstraße der Zukunft. Die Forschungen wurden im März 2009 aufgenommen und werden Ende 2013 abgeschlossen.
 
Lange bevor der Deich bricht, kann es zu Absenkungen oder Rissen kommen. Das Koordinierungsbüro Geotechnologien in Potsdam stellt auf der acqua alta ein neues satellitengestütztes Verfahren zur Erfassung von horizontalen und vertikalen Versätzen an Bauwerken, das auch langsame Veränderungen registriert. Der österreichische Aussteller MTA Messtechnik informiert über ein System, das Wasserpegel und Durchflussmenge regelmäßig erfasst und die Daten über das Internet an einen angeschlossenen Server überträgt. Durch die Alarmfunktion können die Verantwortlichen die notwendigen Entscheidungen für den Hochwasserschutz rechtzeitig treffen. Ebenfalls ein System zur Überwachung von Umweltdaten präsentiert das österreichische Unternehmen Pessl Instruments. Zurzeit arbeitet die Firma an einem Projekt in China. Dort werden rund 800 Messsysteme aufgestellt, um frühzeitige Maßnahmen gegen drohende Gefahren wie Hochwasser ergreifen zu können. 
 
Ein Gemeinschaftsstand unter der Federführung des HochwasserKompetenzCentrum (HKC) in Köln bündelt Kompetenz und Erfahrung zum Thema Hochwasser und -schutz. Unter den Akteuren sind auch die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge (DKKV). Die Aussteller wollen gemeinsam durch ihre Arbeit den Hochwasserschutz und das Risikomanagement national und international erweitern und verbessern. Weitere Gemeinschaftsstände mit namhaften Ausstellern gibt es unter der Regie des Europaverband Hochwasserschutz, des BWK sowie zum SKINT Projekt (North Sea Skills Integration an New Technologies).
 
ThyssenKrupp GfT Bautechnik stellt auf der acqua alta das neue mobile Dammbalkensystem „TKR-3“ vor, das in Zusammenarbeit mit der TU Berlin sowie der Roslauer Schiffswerft entwickelt wurde. Es ist u.a. Teil der Schutzanlage im Ostseebadeort Timmendorfer Strand, die die Bewohner vor Sturmfluten bewahren soll. Der Aussteller Prefa Aluminiumprodukte informiert über robuste Aluminiumprofile, die in einem Nut- und Feder-System zum Beispiel an Häusern vor Fenster und Türen angebracht werden können. Auch Zufahrten und Wege sind so vor einströmendem Wasser zu schützen. Das Unternehmen Aquariwa präsentiert rasch montierbare Zylinder aus GFK-Platten, aus denen Barrieren gebaut werden können. Von der Firma Mobildeich wird überdies eine neue Container-Technik mit Krananlage für den kompakten Transport, Aufbau und Aufbewahrung ihrer Deichmodule vorgestellt. Ein probates Mittel zum Schutz vor steigende Fluten und zur Verstärkung von Barrieren sind Sandsäcke. Um sie im Notfall innerhalb kurzer Zeit in großen Mengen zur Verfügung zu haben, hat aljo Aluminium-Bau eine Hochleistungs-Maschine entwickelt, die pro Stunde 1200 Säcke füllen kann. Sie wird auf der acqua alta in Aktion gezeigt.
 
Auf der Fachmesse präsentieren sich außerdem Institute zahlreicher Hochschulen und Technischer Universitäten. Einzelne Unternehmen und Institutionen informieren darüber hinaus im Open Space – Ausstellerforum über neue Entwicklungen, Produkte und Forschungsvorhaben in den Bereichen Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau. (Pressemeldung vom 30.09.2011)
Quelle: Hamburg Messe und Congress GmbH | Foto: ON3 Studio (ON3 S)
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