Wissenschaft

MS-Therapie mit MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten): Aktuelle Daten untermauern Sicherheit und Wirksamkeit in Zeiten von COVID-19

24.04.2021

Merck KGaADarmstadt: Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, gab heute eine neue Substudien-Analyse der MAGNIFY‑MS bekannt. Sie zeigt bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) unter MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) ein spezifisches Immunzell-Repopulationsmuster, das einen positiven Einfluss auf die Infektabwehr und Bildung protektiver Antikörpern nach Impfung haben könnte. Die Daten wurden auf der virtuellen Jahrestagung 2021 der American Academy of Neurology (AAN) vom 17. bis 22. April vorgestellt.

  • Neue Analyse zu spezifischen Immunzell-Repopulationsmustern unter MAVENCLAD weist auf potenzielle Immunkompetenz und Bildung protektiver Antikörper nach Impfung hin
  • Israelische Studie zeigt, dass Patienten unter MAVENCLAD-therapie nach COVID-19-Impfung vergleichbare Immunantwort zu Gesunden aufweisen
  • Sicherheitsdaten belegen, dass mit MAVENCLAD behandelte Patienten bei bestätigter oder vermuteter COVID-19-Erkrankung einen Krankheitsverlauf ähnlich zur Allgemeinbevölkerung entwickeln

In der MAGNIFY-MS kam es bereits einen Monat nach Beginn der MAVENCLAD-therapie zu einer Verminderung der B-Gedächtniszellen, die bei den niedrigsten Spiegeln über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten anhielt. Dagegen erholten sich die Konzentrationen naiver B-Zellen umgehend – eine Population, die typischerweise am Aufbau einer Antikörperantwort auf Impfstoffe beteiligt ist. Zuvor hatten Daten der MAGNIFY-MS bereits gezeigt, dass mit MAVENCLAD behandelte Patienten eine Immunantwort auf die Impfung gegen Influenza- oder Varizella-Zoster-Viren unabhängig von der Lymphozytenzahl aufbauen können.

„Die auf der AAN vorgestellten Ergebnisse liefern uns neue Erkenntnisse darüber, wie sich Mavenclad auf das Immunsystem auswirken, wie sie eine therapeutische Wirkung bei MS-Patienten erzielen und gleichzeitig die Erholung von Immunzellen für die Immunabwehr ermöglichen können“, sagte Prof. Dr. Heinz Wiendl von der Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie des Universitätsklinikums Münster. „Diese wichtigen Daten liefern Hinweise darauf, dass Patienten unter Mavenclad-therapie nicht nur von ihrer Wirkung auf Schubrate und Krankheitsverlauf profitieren, sondern gleichzeitig auch eine adäquate Immunantwort auf Impfstoffe ausbilden können. Dies ist angesichts der gegenwärtigen Pandemie eine besonders wichtige Erkenntnis.“

Neue Erkenntnisse liefert zudem eine Anwendungsbeobachtung von Prof. Dr. Anat Achiron, FAAN, und ihren KollegInnen des Multiple Sclerosis Center des Sheba Medical Centre in Tel HaShomer und der Sackler School of Medicine der Universität Tel Aviv in Israel. Patienten unter MAVENCLAD-therapie können COVID-19-Antikörper nach Vakzination mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ausbilden, so das Fazit der Studie, die kürzlich im Fachmagazin Therapeutic Advances in Neurological Disorders veröffentlicht wurde. Die Impfung erfolgte 4,4 Monate nach der letzten Einnahme von MAVENCLAD. Gemäß der Studienanalyse entwickelten alle 23 mit MAVENCLAD behandelten Patienten mit schubförmig-remittierender MS nach Vakzination mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer eine Immunantwort in Form protektiver SARS‑COV-2-IgG-Antikörper [Antikörpertiter > 1,1, gelten als positiv; Median = 7,0]. Diese war vergleichbar mit den Titern der Vergleichsgruppe von MS-Patienten ohne immunmodulatorische Behandlung bzw. gesunder Teilnehmer. Die humorale Immunantwort auf den COVID-19 Impfstoff war unabhängig von der Lymphozytenzahl. Die Ergebnisse schienen einzigartig für MAVENCLAD im Vergleich zu anderen hochwirksamen MS-Therapien zu sein. Laut einer weiteren aktuellen Publikation im Multiple Sclerosis Journal traten bei MS-Patienten nach der ersten und zweiten Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer keine unerwarteten Sicherheitssignale auf.

„Es ist uns ein besonders wichtiges Anliegen, dass Patienten, die mit Mavenclad behandelt werden, in Pandemiezeiten ein möglichst normales Leben führen können“, sagte Dr. Danny Bar-Zohar, globaler Leiter der Entwicklung im Unternehmensbereich Healthcare von Merck. „Neben dem patientenfreundlichen oralen Anwendungsschema, der nachgewiesenen Wirksamkeit und dem gut charakterisierten Sicherheitsprofil von Mavenclad zeigen die neuen Daten nun auch vielversprechende erste Belege dafür, dass die behandelten Patienten eine für sie so wichtige adäquate Immunantwort auf eine COVID-19-Impfung ausbilden können.“

Eine solche Immunkompetenz ist angesichts der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie für Patienten mit chronischen Erkrankungen weltweit von entscheidender Bedeutung. Eine auf der AAN vorgestellte und im MSaRD veröffentlichte aktualisierte Sicherheitsanalyse nach Zulassung lieferte Erkenntnisse zum Verlauf einer COVID‑19-Erkrankung bei Patienten unter MAVENCLAD-therapie. In die Auswertung der Sicherheitsdatenbank flossen Fälle mit bestätigter (n=160) oder vermuteter (n=101) COVID-19-Erkrankung ein. Die Mehrheit der Patienten wies leichte bis mäßige Atemwegssymptome auf und kein Patient musste beatmet werden. Die mit MAVENCLAD behandelten Patienten zeigten damit einen ähnlichen COVID-19-Krankheitsverlauf wie die Allgemeinbevölkerung.  

MAVENCLAD® ist eine orale Kurzzeittherapie, die selektiv und periodisch auf Lymphozyten abzielt, die maßgeblich am Krankheitsgeschehen der schubförmigen MS (RMS) beteiligt sein sollen. Im August 2017 erteilte die Europäische Kommission in 28 Ländern der Europäischen Union plus Norwegen, Liechtenstein und Island die Marktzulassung für MAVENCLAD® für die Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (RMS). MAVENCLAD® wurde seitdem in mehr als 80 Ländern zugelassen, darunter Kanada, Australien und die USA. Mehr Informationen erhalten Sie in der jeweiligen Verschreibungsinformation.

Das klinische Entwicklungsprogramm zu Cladribin-Tabletten umfasst folgende Studien:

  • CLARITY (Cladribine Tablets Treating MS Orally): Zweijährige placebokontrollierte Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin-Tabletten als Monotherapie bei Patienten mit RRMS.
  • CLARITY Extension: Placebokontrollierte Erweiterungsstudie der Phase III zur zweijährigen CLARITY-Studie, die die Sicherheit und explorative Wirksamkeit von Cladribin-Tabletten zwei weitere Jahre über CLARITY hinaus gemäß dem Verabreichungsschema für die Behandlungsjahre 3 und 4 untersuchte.
  • ORACLE MS (Oral Cladribine in Early MS): Zweijährige placebokontrollierte Phase-III-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin-Tabletten als Monotherapie bei Patienten mit Risiko für die Entwicklung von MS (Patienten, bei denen ein erstes klinisches Ereignis auf MS hinweist).
  • ONWARD (Oral Cladribine Added ON to Interferon beta-1a in Patients With Active Relapsing Disease): Placebokontrollierte Phase-II-Studie primär zur Bewertung der Sicherheit und Verträglichkeit von Cladribin-Tabletten als Zusatztherapie bei Patienten mit schubförmiger MS, bei denen während der etablierten Behandlung mit Interferon beta ein aktiver Schub stattgefunden hat.
  • PREMIERE (Prospective Observational Long-term Safety Registry of Multiple Sclerosis)-Studie: Langzeitnachbeobachtung aus dem Sicherheitsregister zu Patienten mit MS, die an klinischen Studien mit Cladribin-Tabletten teilgenommen haben.

In der zweijährigen CLARITY-Studie wurde bei Patienten, die mit Cladribin-Tabletten behandelt wurden, als häufigstes unerwünschtes Ereignis (UE) Lymphopenie angegeben (26,7 % unter Cladribin-Tabletten und 1,8 % unter Placebo). Die Inzidenz von Infektionen lag bei 48,3 % unter Behandlung mit Cladribin-Tabletten und 42,5 % unter Placebo, wobei 99,1 % bzw. 99,0 % von den Prüfärzten als leicht bis mäßig schwer bewertet wurden. Aus anderen klinischen Studien wurden ähnliche unerwünschte Ereignisse berichtet.

Die Substudie von MAGNIFY-MS untersuchte die Dynamik von peripheren Immunzellfraktionen und ihre Repopulationsmuster in den ersten 12 Monaten nach Initiierung der MAVENCLAD-Therapie bei 57 Patienten. Die absoluten Zellzahlen und prozentualen Veränderungen gegenüber Baseline von Zellfraktionen des adaptiven Immunsystems und Immunglobulinen wurden bestimmt. Die Ergebnisse belegen einen früh einsetzenden Effekt, wobei die meisten B-Zell-Subtypen ihren Tiefststand in Monat 2 nach Therapiebeginn erreichen. Die Depletion von T-Zell-Subtypen trat zu einem späteren Zeitpunkt auf (meist zwischen Monat 3 und 6). Bei anderen Subtypen natürlicher Killerzellen wurden keine Veränderungen beobachtet. Die Spiegel der B-Gedächtniszellen blieben bis Monat 12 auf ihrem erniedrigten Niveau. Regulatorische B-Zellen erholten sich in Monat 3 und erhöhten sich auf Werte oberhalb des Baselineniveaus.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste nicht traumatische, zu starken Beeinträchtigungen führende neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Die Zahl der weltweit an MS erkrankten Menschen wird auf circa 2,8 Millionen geschätzt. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei vor allem Sehtrübung, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie Kraftlosigkeit und Koordinationsprobleme auftreten. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS.

Merck im Bereich Neurologie und Immunologie

Merck blickt auf eine lange Tradition in den Therapiegebieten Neurologie und Immunologie und verfügt über umfangreiche F&E- und Geschäftserfahrungen im Bereich Multiple Sklerose (MS). Das aktuelle Portfolio des Unternehmens zu MS umfasst zwei Produkte zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose: Rebif® (Interferon beta-1a) und MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten). Merck will das Leben von Patienten entscheidend verbessern und widmet sich dazu bestimmten Bereichen mit hohem Therapiebedarf. Neben seinem Engagement für MS konzentriert sich Merck mit seiner Pipeline auch auf die Entdeckung potenzieller neuer Therapien für andere inflammatorische und immunvermittelte Erkrankungen des Nervensystems einschließlich systemischem Lupus erythematodes (SLE).

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Healthcare, Life Science und Electronics tätig. Rund 58.000 Mitarbeiter arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von der Entwicklung präziser Technologien zur Genom-Editierung über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2020 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 17,5 Milliarden Euro.

Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns. Merck hält die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Die einzigen Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo die Unternehmensbereiche als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Electronics auftreten.

(Pressemeldung vom 23.04.2021)
Quelle: Merck KGaA | Foto: Merck KGaA
Firmennews
Rostock Port
ThyssenKrupp AG
SHS - Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA
Rhenus SE & Co. KG
Phoenix Contact GmbH & Co. KG
HOYER GmbH Internationale Fachspedition
GfK SE
ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA
Lufthansa Cargo AG
Zeppelin GmbH
Newsletter

Melden Sie sich zum Newsletter an und wir informieren Sie aktuell über neue Meldungen auf nordic market.

Hier anmelden!

FIRMENGLOSSAR auf nordic market
PRODUKTGLOSSAR auf nordic market