Wissenschaft

Mit System gegen die Ausbreitung von Krebs: SysMed will Forschungsverbund gründen

05.06.2012

Universität Rostock Rostock: Unter dem Namen „SysMed“ hat sich an der Universitätsmedizin Rostock ein interdisziplinäres Konsortium gebildet, das mittelfristig Gelder für die Gründung eines Forschungsverbundes einwerben will.
 
Ziel ist es, die Entstehung von Metastasen bei Krebserkrankungen besser zu verstehen – und letztlich besser behandeln zu können. Das Projekt geht über die Grenzen der Medizin hinaus und kooperiert mit anderen Fakultäten der Universität Rostock. Neu ist die Einbeziehung einer noch jungen Disziplin, der Systembiologie. Systembiologen verbinden die Ergebnisse molekularer medizinischer Forschung mit Methoden aus Mathematik und Informatik, um dynamische Prozesse in der Zelle zu beschreiben. So können Ergebnisse aus dem Labor mittels computergestützter Modelle räumlich und zeitlich in Zusammenhang gebracht werden.
 
 
Am 5. Juni 2012 traffen sich Mediziner, Systembiologen, Chemiker und Physiker zu einem ersten Workshop mit dem Ziel der gegenseitigen Vernetzung. Die Universitätsmedizin Rostock fördert SysMed (Systems Medicine of Cancer Invasion and Metastasis – from drugs to individualized therapy) mit 150.000 Euro für zwei Jahre.
 
„Ein Merkmal der Krebsausbreitung ist die Überschreitung von Grenzen“, erklärt Professor Dr. Dr. Brigitte Pützer, Koordinatorin des SysMed-Verbundes. „Sobald einzelne Krebszellen aus dem Verband des primären Tumors auswandern, beginnt in aller Regel die aggressive Phase der Krebserkrankung durch die Bildung von Metastasen in anderen Geweben und Organen. Wenn Krebszellen den Ort ihrer Entstehung verlassen, überschreiten sie nicht nur eine räumliche Grenze. Um auswandern zu können, lockern zunächst einzelne Krebszellen die Barrieren des Bindegewebes, indem sie aktiv dessen Auflösung befördern.“ Es sei weitgehend unverstanden, wie innerhalb des zunächst „gutartigen“ Verbandes diese grenzüberschreitende und die Nachbarschaft durchdringende „Guerilla“ entsteht. Während der Primärtumor vielfach auf Chemotherapie anspricht, sind die Auswanderer häufig resistent gegen Behandlungen. Dem Forschungsverbund wird es entsprechend darum gehen, unter Zuhilfenahme systembiologischer Methoden die intra- und interzellulären Vorgänge zu erklären, welche zur Metastasierung führen.
 
 
Durch die fächerübergreifende Zusammenarbeit erhoffen sich die Krebsforscher Unterstützung beim „Herunterbrechen der riesigen Datenmengen, die wir mit modernen molekularbiologischen Techniken anhäufen, auf ein experimentell handhabbares Maß“, so Professor Brigitte Pützer. Und weiter: „Durch interdisziplinäre Vernetzung wollen wir unsere fachlichen Grenzen überschreiten, um schließlich Forschungsergebnisse im Sinne translationaler Medizin schneller zur Anwendung zu bringen.“ (Pressemeldung vom 21.05.2012)
Quelle: Universität Rostock | Foto: Universität Rostock
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