Wirtschaft

Marguerite II startet als Nachfolger des Europäischen Fonds 2020 für Energie, Klimaschutz und Infrastruktur

01.12.2017

KfW Bankengruppe
Luxemburg: Europas führende nationale Förderbanken und die Europäische Investitionsbank freuen sich, den Start von Marguerite II, einem gesamteuropäischen Infrastrukturfonds mit Beteiligungszusagen von über 700 Mio. EUR, bekannt zu geben; damit soll auch künftig die Förderung von Schlüsselinvestitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energie, Verkehr und digitale Infrastruktur durch die Marguerite-Plattform gewährleistet werden.
 
Mit dem heutigen Start von Marguerite II wird die wichtige Arbeit des Europäischen Fonds 2020 für Energie, Klimaschutz und Infrastruktur („Fonds Marguerite“) als gesamteuropäischem Beteiligungsfonds fortgesetzt; Ziel des Fonds ist es, als Katalysator für Neuinvestitionen ("Greenfield") sowie auch für den Ausbau bestehender Infrastrukturinvestments ("Brownfield") in den Sektoren erneuerbare Energien, Energie, Verkehr und digitale Infrastruktur zu fungieren, und so die wesentlichen EU-Politiken in Bezug auf Klimawandel, Energiesicherheit, digitale Agenda und transeuropäische Netze umzusetzen. Der Fonds wird über ein Investitionsvolumen von über 700 Mio. EUR für Infrastrukturprojekte in der gesamten EU und in den Beitrittsländern verfügen. Marguerite II hat eine Laufzeit von 10 Jahren (mit 2 möglichen Verlängerungen um jeweils 1 Jahr) und soll innerhalb von 5 Jahren vollständig investiert sein.
 
Einzigartige Partnerschaft zwischen öffentlichen Banken und Europäischer Union zur Förderung von Neuinvestitionen
 
Die Europäische Investitionsbank wird 200 Mio. EUR zur Verfügung stellen, von denen 100 Mio. EUR vom Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) garantiert werden, dazu kommen jeweils 100 Mio. EUR von den fünf nationalen Förderbanken.
 
Die fünf nationalen öffentlichen Förderinstitute, die als Leadinvestoren auftreten, sind die polnische Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK), die französische Caisse des Dépôts Group (CDC), die italienische Cassa depositi e prestiti (CDP), die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das spanische Instituto de Crédito Oficial (ICO).
 
Marguerite II startet als Nachfolger des  Europäischen Fonds 2020 für Energie, Klimaschutz und Infrastruktur
Herausforderungen in den Zielsektoren
Marguerite II wird ähnliche Investitionen wie der Vorgängerfonds finanzieren, weiterhin mit Schwerpunkt auf sogenannten "Greenfield Investments", welche die Auflage neuer Infrastrukturprojekte entsprechend den Zielen des Investitionsplans für Europa und des Europäischen Fonds für strategischen Investitionen (EFSI) ermöglichen. Diese beinhalten die Verringerung des CO2-Ausstoßes durch die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen und des Ausbaus erneuerbarer Energien, den flächendeckenden Zugang zu Hochgeschwindigkeits-Internet über Glasfaserleitungen, bessere Verkehrsverbindungen und die Stärkung der Energiesicherheit. Darüber hinaus finanziert der Fonds "grüne" und innovative Projekte, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gemäß Investitionsplan und den COP 21-Zielen begünstigen.
 
Nachweisliche Erfolge - Investitionen in Höhe von 10 Mrd. EUR konnten gehebelt werden
Der heute eingeführte Fonds Marguerite II folgt der erfolgreichen Investitionsstrategie des Fonds Marguerite.
 
Der Fonds Marguerite ist inzwischen vollständig investiert und hat seine ursprünglichen Ziele erreicht; quer über alle Zielsektoren wurden über 700 Mio. EUR an Eigenkapital und eigenkapitalähnlichen Mitteln für 20 Investitionsprojekte in 12 Mitgliedsstaaten zugesagt. Damit konnten Vorhaben im Gesamtwert von über 10 Mrd. EUR umgesetzt werden. Der Fonds Marguerite hat unter anderem Offshore-Windparks in Belgien und Deutschland finanziert, Onshore-Windparks in Schweden, Solarkraftwerke in Frankreich, Biomassekraftwerke in Portugal, eine EfW-Anlage in Polen, Verkehrsinfrastrukturprojekte in Kroatien, Irland, Italien und Spanien, digitale Infrastrukturprojekte in Frankreich und Italien sowie Gastransport- und -speicheranlagen in Lettland.
 
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KfW, Dr. Günther Bräunig sagte: „Bei der Finanzierung einer modernen Infrastruktur in Europa gilt: Gemeinsam geht es einfacher und besser für alle. Der zentrale Erfolgsfaktor ist dabei die effiziente Verbindung von Banking-Know-how und Kapitalstärke auf nationaler und europäischer Ebene einerseits mit einem professionellem, marktnahen Fondsmanagement andererseits. Dieser Ansatz war entscheidend für den Erfolg von Marguerite I und er prägt jetzt auch Marguerite II. Deshalb haben wir uns mit voller Überzeugung wieder beteiligt. Die Kompetenz unserer Tochtergesellschaft KfW IPEX-Bank in der internationalen Export-, Projekt- und Infrastrukturfinanzierung war dabei für uns von großem Wert.“
 
Nicolás Merigó, CEO und Partner von Marguerite, erklärt: “Wir freuen uns, heute mit Unterstützung von BGK, CDC, CDP, EIB, ICO und KfW den Fonds Marguerite II auflegen zu können." Wir heißen die BGK als einen neuen Leadinvestor in Marguerite II willkommen und sind stolz darauf, die Erweiterung der Marguerite-Plattform bekannt zu geben, damit weiterhin wichtige Infrastrukturprojekte als Teil des Investitionsplans für Europa realisiert werden können."
 
Bank Gospodarstwa Krajowego
BGK ist die einzige staatliche Entwicklungsbank in Polen. Die BGK initiiert Programme für wirtschaftliches Wachstum in Polen und setzt sie um. Sie ist das Kompetenzzentrum für Infrastruktur- und Exportfinanzierung sowie für die Finanzierung kommunaler Unternehmen und lokaler Gebietskörperschaften. Die Bank entwickelt unter anderem Bürgschafts- und Garantiemodelle zur Förderung des Unternehmertums. Sie ist beteiligt an Programmen zur Verbesserung der Situation am polnischen Wohnungsmarkt und des Zugangs zu Wohnraum für Polen. Die Bank managt europäische Programme und verteilt EU-Mittel auf nationaler und regionaler Ebene. Sie spielt eine führende Rolle bei der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen.
 
Caisse des Dépôts Group
Die französische Caisse des Dépôts und ihre Tochtergesellschaften sind eine staatliche Institutsgruppe. Als Langzeitinvestor ist sie darauf ausgelegt, dem öffentlichen Interesse und der regionalen Wirtschaftsentwicklung zu dienen.
 
Das Fachwissen der CDC in ihrem Kompetenzbereich genießt weithin Anerkennung; die Gruppe konzentriert sich auf vier Felder, in denen derzeit Umwälzungen stattfinden, die für Frankreichs langfristige Entwicklung von strategischer Bedeutung sind: Dezentralisierung, Energie und Ökologie, digitale Transformation, Demographie und Soziales.
 
Cassa depositi e prestiti
Die Cassa depositi e prestiti (CDP) ist ein nationales Förderinstitut, das bereits seit 1850 die italienische Wirtschaft unterstützt. Sie finanziert staatliche Investitionen, fördert die internationale Zusammenarbeit und wirkt als Katalysator für die Entwicklung der Infrastruktur des Landes. Die CDP hilft italienischen Unternehmen, Innovationen umzusetzen und zu wachsen, und dabei gleichzeitig die Exporte zu steigern und die internationale Expansion voranzutreiben. Als wichtigster Akteur im Bereich sozialer und bezahlbarer Wohnungsbau trägt die CDP zum Wachstum des italienischen Immobiliensektors bei und fördert die urbane Transformation. Die wichtige Rolle der CDP als Impulsgeber für die italienische Wirtschaft spiegelt sich auch in ihrem Geschäftsplan für die Jahre 2016 - 2020. In diesen 5 Jahren wird die CDP 160 Milliarden Euro - plus zusätzlich über 100 Milliarden Euro über staatliche und private Fonds - in die Wirtschaft investieren, um das Wachstum in Italien zu beschleunigen.
 
Europäische Investitionsbank
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Institution der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen und gehört den Mitgliedstaaten. Sie vergibt langfristige Finanzierungsmittel für solide Investitionsprojekte, die den Zielen der EU entsprechen.
 
Instituto de Crédito Oficial
Das Instituto de Crédito Oficial (ICO) ist ein staatliches Unternehmen, das dem spanischen Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Wettbewerbsfähigkeit angegliedert ist. Mit über 40 Jahren Erfahrung ist ICO eine Referenzadresse sowohl für KMU-Finanzierung als auch für die Finanzierung großer Investitionsprojekte. Einer der Aktionspläne der staatlichen spanischen Bank sieht vor, die Internationalisierung spanischer Unternehmen voranzutreiben, um ihr Wachstum zu fördern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Auftrag des ICO ist es, Wirtschaftsaktivitäten zu unterstützen, welche aufgrund ihrer sozialen, kulturellen, innovativen oder ökologischen Bedeutung gefördert und weiterentwickelt werden sollten.
 
KfW
Die KfW ist eine der führenden Förderbanken der Welt. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung setzt sich die KfW im Auftrag des Bundes und der Länder dafür ein, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen weltweit zu verbessern. Allein 2016 hat sie dafür ein Fördervolumen von 81,0 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Davon flossen 44 Prozent in Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz. Die KfW hat die KfW IPEX-Bank mit dem Management ihrer Beteiligung an Marguerite II beauftragt, um von der umfassenden Erfahrung ihrer Tochter zu profitieren, die auf internationale Projekt-, Export- und Infrastrukturfinanzierung spezialisiert ist.
 
Marguerite
Marguerite ist ein unabhängiges Unternehmen mit Büros in Luxemburg und Paris und wird weiterhin den Fonds Marguerite, Marguerite Pantheon SCSp sowie künftig auch Marguerite II verwalten. Marguerite Investment Management, Teil der Marguerite-Gruppe, ist ein der AIFMD (EU-Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds) entsprechender Investmentmanager unter Aufsicht der CSSF (Commission de Surveillance du Secteur Financier). Sowohl der Fonds Marguerite als auch Marguerite Pantheon SCSp sind als luxemburgische Fonds etabliert. (Pressemeldung vom 03.12.2017)
Quelle: KfW Bankengruppe | Foto: KfW-Bildarchiv
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