Wirtschaft

Linde und AQ entwickeln mobiles System zur Behandlung von Schiffsemissionen

28.09.2013

Unterschleißheim: Haben Schiffe und Frachtkähne Chemikalien transportiert, müssen sie anschließend entgast werden, um sie für die nächste Ladung vorzubereiten. Messungen zeigen, dass hierbei in hohem Maße schädliche organische Kohlenwasserstoffe frei werden. Ein Vorgang, der Mensch und Umwelt in der Nähe von Häfen und Wasserwegen belasten kann. Abhilfe schafft ein System, das auf dem Prinzip der Abgasreinigung mittels Tieftemperaturkondensation beruht.

Bewährtes Prinzip innovativ eingesetzt
In großen Frachthäfen stellt die hohe Schadstoffbelastung der Luft ein erhebliches Problem dar. Vor diesem Hintergrund hat Linde Gas Benelux, eine Tochtergesellschaft der Linde Group, gemeinsam mit dem im Antwerpener Hafen ansässigen Chemie- Dienstleister AQ eine innovative Lösung zur Behandlung von Schiffsemissionen entwickelt.

Das System nutzt das bewährte Linde-Prinzip der Abgasreinigung mittels Tieftemperatur-kondensation (Vapour Emission Control, VEC). Dabei wird Flüssigstickstoff bei -196°C verwendet, der keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt hat, um die Dämpfe flüchtiger organischer Verbindungen aus dem Abgas auszukondensieren. Übrig bleiben saubere Luft und ein Kondensat,
das wiederverwendet oder entsorgt werden kann. Dieses Verfahren der sogenannten Tieftemperatur- oder Kryotechnik hat Linde in über einhundert stationären Anlagen in der (petro-)chemischen und pharmazeutischen Industrie und in Tanklagern umgesetzt. Es basiert auf der von Linde patentierten CIRRUS-VEC-Technologie. AQ hat diese Technologie auf einen speziell entwickelten Anhänger installiert und damit mobil gemacht. So kann es rund um die Uhr überall dort eingesetzt werden, wo es benötigt wird.

Kosten-Transparenz garantiert
AQ-Geschäftsführer Alain Devroye sieht ein breites Einsatzspektrum für die neuartige Lösung: "Wir konzentrieren uns zunächst auf die Schifffahrt, und dazu zählen auch große Binnenlastkähne. Wir können sofort zu jedem festgemachten Schiff kommen. Aber wir richten unser Angebot auch an Tankläger, wo Tanklastzüge und Tankwaggons behandelt werden müssen. Es ist sogar denkbar, dass das System als Reserve oder als vorübergehender Ersatz für stationäre Reinigungsanlagen verwendet wird, die zu Wartungs- oder Reparaturzwecken stillgelegt sind."

Dabei gewährleistet AQ jederzeit Kosten-Transparenz. "Wir berechnen eine Pauschale, so dass wir Schiffe jeden Typs und jeder Größe behandeln können. Damit weiß der Kunde sofort, was er zu erwarten hat und erlebt keine Überraschungen in Form nachträglicher Mehrkosten", erläutert Alain Devroye. Und Wim van Dorth, Projektingenieur bei Linde, ergänzt: "Mit der Partnerschaft zwischen AQ und Linde stehen Kunden das gebündelte Know-how und der Service beider Unternehmen zur Verfügung - und das zu einem sehr günstigen Preis."

Herkömmliche Entgasung ist nicht mehr zeitgemäß
Das System zur kryogenen Behandlung von Schiffsemissionen kann einen wichtigen Beitrag zur Luftverbesserung in Häfen leisten. Denn bei der herkömmlichen Entgasung von Schiffen werden Substanzen wie Benzol und Toluol frei. Diese sind für Mensch und Umwelt in Hafengebieten und an Wasserwegen potenziell schädlich. Daher stufen die Hafenbehörden großer Frachthäfen wie Amsterdam, Antwerpen und Rotterdam das Entgasungs-Verfahren als nicht mehr zeitgemäß ein. In Rotterdam, dem größten Tiefseehafen Europas, dürfen beispielsweise Schiffe nur an bestimmten Orten entgast werden - sofern sie nicht über ein eigenes Dampfrückgewinnungssystem an Bord verfügen. Die örtlichen Hafenbehörden gehen sogar noch einen Schritt weiter: Für "saubere" Hochseeschiffe mit einem Environmental Ship Index-Wert (ESI) von 20 oder mehr gibt es einen Rabatt auf die Hafengebühren. Dieser Anreiz ist Teil der Maßnahmen, mit denen immer mehr Hafenbetriebe zum "sauberen Hafen" werden wollen. (Pressemeldung vom 01s.08.2013) 

Quelle: Linde AG | Foto: Linde AG
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