Wirtschaft

Kupfermail Nr. 90 der Aurubis AG

19.10.2011

Aurubis AG Hamburg: KUPFERMAIL - Nr. 90

Kupfermarkt:
Der Oktoberbeginn hatte es in sich. Gleich an zwei geographischen Brennpunkten des Kupfermarktes, in Europa und Asien, wurde die Marktroutine von besonderen Ereignissen durchbrochen. In London traf sich die Metallwelt zur jährlichen LME-Woche, in China legte die Wirtschaft mit der National Day Golden Week eine siebentägige Arbeitspause ein. Beide Ereignisse sorgten am Kupfermarkt, der im September unter dem Eindruck der europäischen Schuldenkrise Kursverluste von 23 % hinnehmen musste, für eine Atem•pause. Nach 6.785 US$/t notierte Kupfer wieder über 7.300 US$/t (Settlement).
  
Während der LME-Woche herrschte vor allem ein Thema vor: die Konsequenzen der Schuldenkrise in Europa und anderswo für die Weltkonjunktur und damit für die Kupfernachfrage in den wichtigsten Absatzmärkten. Ende September hatte der IWF seine Wachstumsprognosen für die Industrieländer zum Teil deutlich zurückgenommen und dies mit vier Faktoren begründet: das Erdbeben in Japan, die Euro-Krise, die Schwäche der US-Konjunktur und die Risikoaversion vieler Investoren. In Gesprächen mit Geschäftspartnern während der LME-Woche fand sich diese Negativeinschätzung jedoch so nicht wieder. Zwar hieß es, dass sich das Geschäft nicht von den unsicheren Rahmenbedingungen und bestehenden Risiken abkapseln könne, die ausgeprägte Negativstimmung sei jedoch nicht im Einklang mit der gegenwärtigen Lage in der Realwirtschaft. So entsteht der Eindruck einer Diskrepanz zwischen „gefühlter“ Krise und aktivem Geschäft, auch wenn konjunkturelle Schwächen spürbarer werden dürften. Die jüngsten Zahlen in Europa untermauern dies. Die Industrieproduktion der Euro-Zone stieg im August überraschend um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr und übertraf die Erwartungen deutlich. Die deutsche Elektroindustrie, die eine der großen Endverbrauchsbranchen für Kupfer in Europa ist, verzeichnete im August mit 6 % erneut ein deutliches Auftragsplus gegenüber dem Vorjahreswert. Gleichzeitig nahm ihre Produktion um herausragende 20 % zu, für 2012 geht der Industrieverband ZVEI von einem Produktionsplus von 5 % aus. Auch das Geschäft der deutschen Autobauer läuft weiterhin auf Hochtouren. Ein großer Autozulieferer und Kabelhersteller berichtete, dass er im laufenden Geschäft keinen Abschwung sehe und dass alle Bereiche eine stabile und hohe Auslastung zeigen würden. Von konkreten Auftragseinbrüchen scheint man hier also weit entfernt zu sein. Das Orderverhalten der Kunden ist jedoch deutlich vorsichtiger geworden. Sie vermeiden noch stärker als bisher den Aufbau von Kupferbeständen, gerade zum Jahresende hin, orientieren sich kurzfristiger und legen mehr Wert auf eine flexible Belieferung, um so unmittelbar auf die Veränderung ihrer Auftragslage reagieren zu können. Für die Betrachtung der europäischen Nachfrageseite sorgt dieses Kaufverhalten trotz des vorhandenen Bedarfs für Unschärfen.[gallery]43[/gallery]
   
Auf der anderen Seite der Welt gestaltet sich die Marktbeurteilung nicht einfacher. Während und nach der Golden Week hat China mit einer Reihe von Daten aufgewartet, die für Diskussionsstoff sorgten. Aufsehen erregte vor allem die Verlautbarung der China Non-Ferrous Metals Industry Association, dass die chinesischen Kupferbestände bei Produzenten, Konsumenten, beim Handel und bei staatlichen Stellen (SRB) Ende 2010 insgesamt etwa 1,8 Mio. t betragen haben sollen. Dies erscheint aus einer Reihe von Gründen, u. a. wegen des hohen benötigten working capitals, nicht plausibel und wird deshalb in Marktkreisen stark angezweifelt. Es fällt auf, dass im genannten Kupferbestand auch die bisher strikt geheim gehaltenen Mengen der strategischen Reserve enthalten sind. Selbst wenn diese für den unmittelbaren Verbrauch geblockt sein dürften, entsteht doch zunächst das Bild einer guten Marktversorgung. Einige gehen deshalb soweit, hinter der plötzlichen Veröffentlichung ein Herunterreden des Preises zu vermuten, denn China ist weiterhin aktiver Käufer am Kupfermarkt. So hat der Rückgang des LME-Kupferpreises auf zeitweise unter 7.000 US$/t und ein für Importe geöffnetes Arbitragefenster die chinesischen Einfuhren an Rohkupfer und Kupferprodukte im September um fast 12 % gegenüber dem Vormonat auf rund 380.000 t ansteigen lassen. Dies ist ein 16-Monats-Hoch. Mit einer Fortsetzung des Trends wird gerechnet. Hierauf deuten vor allem die zum Versand angemeldeten Kupfermengen in LME-Lagerhäusern hin: Von insgesamt 51.850 t Kathoden wartet ein Großteil derzeit an südkoreanischen Standorten auf die Auslieferung nach China. Die Kathodenprämien cif Shanghai sind angestiegen.
 
Fügt man der Situation in Europa und China die schnelle Abnahme der LME-Kupferbestände um 23.000 t seit Anfang Oktober 2011 hinzu, spricht augenblicklich wenig für einen Nachfrageeinbruch. Angesichts der weiterhin unzureichenden Kupferproduktion dürfte der Kupferpreis deshalb fundamental gut nach unten abgestützt sein. 
 
Kupferrohstoffe 
Die anhaltenden Streiks in der Kupferminenindustrie Indonesiens und Perus fordern weiter ihren Tribut und verschaffen den Minenunternehmen bei Konzentratverkäufen im Spotmarkt derzeit eine stärkere Verhandlungsposition. Gleichzeitig zeigen Händler und chinesische Hütten Kaufinteresse. Die TC/Rcs stehen deshalb weiterhin unter Druck. Am europäischen Altkupfermarkt hat der Rückgang der Kupferpreise die Mengenverfügbarkeit zeitweise verringert. Die gute Versorgung der Altkupferverarbeiter fängt dies jedoch zum Teil auf. Die Raffinierlöhne bewegen sich deshalb in einer größeren Bandbreite, abhängig u. a. von Lieferzeit und Kontraktgröße.
Quelle: Aurubis AG | Foto: Aurubis
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