Wissenschaft

Klimawandel: Atlantikzirkulation - die Vermessung

08.08.2021

BSH Bundesamt für Seeschifffahrt und HydrographieHamburg | Rostock: Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) stellt das Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) eine Hintergrundbroschüre zur Vermessung der Atlantikzirkulation zur Verfügung.

Die Broschüre veranschaulicht, wie diese notwendigen Daten erhoben werden und es wird erläutert, wie die Beobachtungen mit den Klimamodellen verknüpft werden. Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) waren an der Veröffentlichung der Broschüre beteiligt.

Für Europa ist die Atlantikzirkulation besonders wichtig. Sie transportiert an der Oberfläche warmes Wasser aus dem Südatlantik nach Norden bis in die Arktis. Dabei kühlt das Wasser ab und gibt Wärme an die Atmosphäre ab, die mit dem Westwind nach Europa gelangt. Folgen sind zum Beispiel die relativ milden Winter in Westeuropa und eisfreie Häfen in Skandinavien. Der Klimawandel wird jedoch zu wesentlichen Änderungen in der Atlantikzirkulation führen, die durch Modellsimulationen abgeschätzt werden.

Um die Klimamodelle zu verbessern, sind Langzeitbeobachtungen notwendig, die die Atlantikzirkulation über mehrere Jahrzehnte hinweg vermessen. Dafür betreibt das BSH zwei Tiefseeverankerungen im Nordatlantik, die im Juni 2021 erfolgreich mit dem Forschungsschiff ATAIR geborgen und erneut ausgelegt werden konnten. Diese Verankerungen beinhalten Messketten mit verschiedenen Sensoren, die unter anderem die Strömung, den Salzgehalt und die Temperatur des Wassers messen. Die neuen Daten ergänzen vorhandene Messungen in der Region von Goban Spur westlich von Irland, die seit 2016 erhoben werden.

Neben diesen stationären Messplattformen, betreibt das BSH ebenfalls mobile Messplattformen, wie Argo-Floats, die mit den Meeresströmungen durch den globalen Ozean treiben. Während eines Messzyklus sinken die autonomen Messgeräte bis in 2.000 m Tiefe ab und steigen dann langsam wieder bis zur Wasseroberfläche auf. Auf dem Weg messen sie zum Beispiel die Temperatur und den Salzgehalt des Wassers. Nach dem Auftauchen werden die erhobenen Daten per Satellit übertragen und in Nahe-Echtzeit öffentlich verfügbar gemacht. Das BSH koordiniert den deutschen Beitrag zum europäischen Argo-Programm.

Die Beobachtungen erlauben es, Aussagen darüber zu treffen, wie realitätsnah die Atlantikzirkulation in den Klimamodellen abgebildet ist. Dadurch können die zukünftigen Veränderungen des Ozeans besser modelliert und genauere Prognosen über die Auswirkungen auf Klima und Lebensbedingungen geliefert werden.

Weitere Informationen:
zu der Broschüre „Vermessung der Atlantikzirkulation  
zu der aktuellen Forschung im Zusammenhang mit der Atlantikzirkulation: „Volume transport time series and variability of the North Atlantic Eastern Boundary Current at Goban Spur“
 

Das BSH ist die zentrale maritime Behörde Deutschlands. An den beiden Dienstsitzen in Hamburg und Rostock sowie auf 5 Schiffen arbeiten rund 1.000 Beschäftigte aus über 100 Berufen. Im Mittelpunkt der Aufgaben stehen u.a. die Förderung, Sicherheit und Überwachung der Seeschifffahrt, Forschung und Erhebung langer Datenreihen im Bereich der Ozeanographie und Meereschemie, der Wasserstandsvorhersagedienst sowie die nautische Hydrographie, im Rahmen derer amtliche Seekarten erstellt werden. Ein in letzter Zeit stetig anwachsender Bereich ist die Zuständigkeit als Genehmigungs- und Überwachungsbehörde für Offshore-Windenergieanlagen. Als deutsche Flaggenstaatsverwaltung und Dienstleister für die maritime Wirtschaft unterstützt das BSH diese mit Genehmigungen, Haftungsbescheinigungen, Produktprüfungen, Zulassungen und Bereitstellung von Daten.

Um die Vereinbarkeit von Schutz und Nutzung der Meere kontinuierlich zu verbessern und das Wissen über die Meere kontinuierlich zu vertiefen, arbeitet das BSH in der maritimen anwendungsorientierten Forschung und an der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Untersuchungen und Bereitstellung von Daten zu Seegangsmessungen in Offshore-Windparks und sowie der Aufbau von Schallmessnetzen in Nord- und Ostsee und die Bereitstellung von Daten und technischen Informationen zu Impulsschall im Meer sind Beispiele dafür. Auch die Entwicklung von Technologien zur Messung von Schiffsemissionen in der Luft gehört dazu. Mit dem BSH Systemlabor Navigation und Kommunikation steht eine Testumgebung für komplexe Navigations- und Kommunikationssysteme zur Verfügung.

(Pressemeldung vom 06.08.2021)
Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie | Foto: BSH
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