Wirtschaft

InnoTrans 2022: Weltpremieren von Stadler

18.07.2022

Stadler Rail AGBussnang, 15. Juli 2022 - Stadler präsentiert an seinem grossen Bahnhof an der InnoTrans in Berlin Weltpremieren mit innovativen und nachhaltigen Antriebslösungen im Schienenverkehr. Zum ersten Mal stellt Stadler seinen mit Wasserstoff betriebenen Triebzug FLIRT H2 für den amerikanischen Personenverkehr vor.
Zu den weiteren ausgestellten Fahrzeugen gehören unter anderem der Weltrekord-Zug FLIRT Akku, die stärkste Hybrid-Lokomotive EURO9000 in Europa und die Strassenbahn der nächsten Generation TINA. Zudem erhalten Besucherinnen und Besucher an den Messeständen von Stadler einen umfassenden Einblick in die innovativen Lösungen in den Bereichen Schienenfahrzeuge, Service und Signalling.

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Digitalisierung prägen die Mobilität von heute und in der Zukunft. Stadler baut seit jeher Schienenfahrzeuge, die auf Zuverlässigkeit, Präzision, Energieeffizienz, gesunde Mobilität und erstklassigen Service setzen. In Kombination mit seinen innovativen Lösungen in den Bereichen Signalling, Service und Digitalisierung ermöglicht Stadler Bahnbetreibern damit ein Maximum an nachhaltiger Mobilität aus einer Hand – heute und in der Zukunft.

Auf der InnoTrans 2022 stellt Stadler gleich sieben Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebslösungen vor. Alle sieben Fahrzeuge werden zum ersten Mal dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit präsentiert. Die Stadler-Fahrzeuge, ausgestellt auf über 350 Schienenmetern auf dem Freigelände, setzen erneut Massstäbe hinsichtlich Energieeffizienz, Leistung und Komfort für die Bahnreisenden. Sämtliche Fahrzeuge können von innen und aussen besichtigt werden.

Neben nachhaltigen Fahrzeugkonzepten bietet Stadler an seinen Messeständen in der Halle 2.2 (Stand 160) und Halle hub27 E02 (Stand 750) einen detaillierten Einblick in seine Lösungen im Bereich Service und Signalling.

Zum ersten Mal ist Stadler mit einem eigenen Messestand (Halle hub27 E02, Stand 750) für sein breites Signalling-Portfolio an der InnoTrans vertreten. Dieses umfasst Lösungen in den Bereichen automatisiertes Fahren (ATO), Zugsicherung (ETCS) sowie führerlose Metrozüge (CBTC) und Bahnsicherungs-Anlagen. Mit über 500 Mitarbeitenden an mehreren Standorten in der Schweiz und Deutschland entwickelt und liefert Stadler massgeschneiderte Signalling-Lösungen, die Kunden weltweit einen effizienten, digitalen und nachhaltigen Bahnbetrieb ermöglichen.

Wasserstoff-Triebzug FLIRT H2 für die San Bernadino County Transportation Authority, USA

Der FLIRT H2 für die San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) ist der erste mit Wasserstoff betriebene Personenzug für die USA und trägt wesentlich dazu bei, Null-Emissions-Technologie für den Schienenverkehr in die USA  zu bringen. Der FLIRT H2 ist für den Einsatz im Fahrgastverkehr für das Redlands Passenger Rail Project in Kalifornien  vorgesehen. Das Redlands Passenger Rail Project ist eine 14 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen Redlands  und der Metrolink-Station von San Bernardino. Der FLIRT H2 besteht aus zwei Wagen und einem «PowerPack»  genannten Mittelteil. Dieses fasst die Brennstoffzellen und die Wasserstofftanks. Im «PowerPack» wird Wasserstoff in  elektrischen Strom umgewandelt, welcher dann in einer Antriebsbatterie gespeichert wird. Die Batterie versorgt dann den Antrieb des Fahrzeuges sowie die Klimaanlagen uns sonstigen Komforteinrichtungen mit Energie. Mit dieser  Konfiguration kann der Zug beim Bremsen auch die kinetische Energie rekuperieren, sodass auch diese für den Antrieb des Zuges wiederverwendet werden kann. Der Zug bietet 108 Fahrgästen einen Sitzplatz und darüber hinaus grosszügige Stehplatzflächen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 Stundenkilometern (79 mph).

Flirt H2 © Stadler

Präsentation FLIRT H2
Gleis T09/40, 20.09.2022, 14.00 Uhr

Batterie-Triebzug FLIRT Akku für NAH.SH, Deutschland

Mit dem zweiteiligen FLIRT Akku stellt Stadler den ersten Serientriebzug für das erste dekarbonisierte, nicht-elektrifizierte  Bahnnetz in Deutschland vor. Ausgelegt für nicht- oder nur teilelektrifizierte Strecken ist der FLIRT Akku mit seinem  Batterieantrieb vielseitig einsetzbar. Das Laden der Batterien ist während der Fahrt unter Oberleitung sowie an  elektrifizierten Haltepunkten möglich. Zudem kann mit den standardisierten UIC Vorheizeinrichtungen geladen werden.  Auch die kinetische Energie wird beim Bremsen rekuperiert. Damit ist diese neuste Generation von Batteriefahrzeugen  betrieblich deutlich flexibler einsetzbar, als die klassischen Batteriezüge, die seit vielen Generationen den Bahnbetrieb  geprägt haben. Bei einem Streckenversuch stellte Stadler mit dem Prototyp des FLIRT Akku den Weltrekord über 224 im  Batteriebetrieb gefahrene Kilometer auf. Der 46 Meter lange Triebzug verfügt über 124 Sitzplätze sowie zwei geräumige  und barrierefrei erreichbare Mehrzweckbereiche für die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen sowie Fahrrädern. Die  voll klimatisierten und stufenlos begehbaren Regionalfahrzeuge haben helle und grosszügige Fahrgasträume und sind  mit einer rollstuhlgerechten Toilette ausgestattet. 55 batterieelektrische Triebzüge vom Typ FLIRT Akku umfasst der  Auftrag, den die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH) 2019 im Rahmen der ersten  technologieoffenen Ausschreibung über Triebfahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien in Deutschland an Stadler  vergeben hat.

Präsentation FLIRT Akku
Gleis T08/40, 20.09.2022, 15.30 Uhr

Strassenbahn der neusten Generation TINA für HEAG Mobilo GmbH, Deutschland

Im Januar 2020 bestellte die HEAG Mobilo GmbH 14 Strassenbahnen vom neusten Typ TINA bei Stadler und löste bereits 2021 eine Option über weitere 11 Fahrzeuge ein. TINA ist ein Akronym für «Total Integrierter Niederflur-Antrieb». Der total integrierte Antrieb ermöglich erstmalig ein völlig neuartiges Innenraumkonzept, das ohne Stufen und Podeste über den Antrieben auskommt und damit dem Fahrgast einen bislang unbekannten Komfort bietet. Auf 43 Metern Länge bietet das fünfteilige Einrichtungsfahrzeug Platz für 272 Fahrgäste, davon 101 auf Sitzplätzen. Der optimierte Fahrgastraum ermöglicht eine barrierefreie Erreichbarkeit der Sitzplätze von jeder Fahrzeugtür. Grosse Panoramafenster sorgen für freie Sicht und erzeugen zusammen mit einer grossen Deckenhöhe ein grosszügiges Raumgefühl. Die Strassenbahn ist vollständig mit modernen Klimaanlagen ausgerüstet, die mit dem natürlichen Kältemittel CO2 arbeiten und somit das niedrigste mögliche Ozonabbaupotenzial sowie das niedrigste Treibhauspotenzial aufweisen. Ein Fahrerassistenzsystem mit Verkehrsschildererkennung erhöht zudem die Verkehrssicherheit. Die neue Strassenbahn wird ab Herbst 2023 in den Fahrgastbetrieb gehen.

Tina Heag Mobilo © Stadler

Präsentation TINA
Gleis T09/50, 21.09.2022, 11:00 Uhr

Neue Lokomotiven-Familie EURO9000 für die European Loc Pool AG (ELP), Schweiz

Mit der EURO9000 stellt Stadler an der InnoTrans 2022 die neuste und innovativste Lokomotive für den Schienengüterverkehr in Europa vor. Die sechsachsigen Lokomotiven sind TSI-konform und wurden mit Mehrsystemkonfiguration für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Niederlande und Belgien bestellt (15 kV + 25 kV AC und 1,5 kV + 3 kV DC). Die Fahrzeuge sind für den Einsatz auf den wichtigsten europäischen Eisenbahnkorridoren vorgesehen und verfügen standardmässig über ETCS und Funkfernsteuerung. Der modulare Aufbau der EURO9000 ermöglicht den Einbau von bis zu drei verschiedenen Antriebssystemen zusammen: Elektroantrieb, Dieselantrieb mit zwei energiesparenden 950-kW-Motoren und Batterien, welche einen umweltfreundlichen Betrieb auf nicht elektrifizierten Strecken ermöglicht. Dank eines Leistungsbereichs von bis zu 9 MW und einer herausragenden Zugkraft von bis zu 500 kN wird in vielen Fällen der Betrieb mit nur einer Lokomotive möglich sein, wo heute zwei Standard-Lokomotiven erforderlich sind. Bahnbetreiber profitieren dadurch von einer höheren Nutzlast und niedrigeren Traktionskosten.

Die EURO9000 ist vielseitig, wirtschaftlich und umweltfreundlich und vereint Energieeffizienz, Leistung und Zuverlässigkeit, was zu ein optimalen Lebenszykluskosten und damit zu einer langfristigen Kosteneffizienz des Bahnbetriebs führt. ELP ist der erste Kunde von Stadler für die neue EURO9000. Seit Mai 2019 hat ELP bei Stadler 30 elektrische Lokomotiven vom Typ EURO9000 bestellt. Die Fahrzeuge sind Teil des Rahmenvertrages zwischen Stadler und ELP über mindestens 100 Lokomotiven und werden durch ELP an Schienengüterverkehrsunternehmen aus verschiedenen Ländern vermietet. Die ausgestellte Lokomotive wird vom Erstbesteller der EURO9000, dem niederländischen Güterverkehrsunternehmen Rail Force One, betrieben werden.

Präsentation EURO9000:
Gleis 04/19, 21.09.2022, 14.00 Uhr

FLIRT (trimodal) für Transport for Wales, Grossbritannien

Der britische Bahnbetreiber Transport for Wales bestellte im Januar 2019 bei Stadler 35 Triebzüge vom Typ FLIRT bei Stadler. Davon verfügen 24 Züge über einen trimodalen Antrieb und können sowohl vollelektrisch mit Oberleitung, elektrisch mit Batterie oder hybrid mit Dieselantrieb betrieben werden. Dabei ist der Dieselantrieb nur für Ausnahmen vorgesehen, der Regelbetrieb ist rein elektrisch vorgesehen. Die Flotte von trimodalen FLIRT besteht aus 7 dreiteiligen und 17 vierteiligen Zügen. Die Fahrzeuge entsprechen den neusten TSI-Normen und wurden speziell gemäss Anforderungen von Transport for Wales und die lokale Infrastruktur konzipiert. Das Niederflur-Design erlaubt einen ebenerdigen Einstieg an jeder Tür und verkürzt und erleichtert dadurch den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen. Die ergonomisch gestalteten Sitze erhöhen den Fahrgastkomfort und sind alle mit einer Steckdose ausgerüstet. Alle Züge sind klimatisiert und verfügen über Abstellflächen für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder, Fahrgastinformationssysteme und Wi-Fi. Die ersten trimodalen FLIRT befinden sich momentan auf Testfahrten und sind noch in diesem Jahr für den Einsatz im Fahrgastbetrieb vorgesehen.

Präsentation FLIRT (trimodal)
Gleis T08/50, 22.09.2022, 11.00 Uhr

CITYLINK für Transport for Wales, Grossbritannien

Im Januar 2019 erhielt Stadler den Auftrag für die Herstellung und Lieferung von 36 Tram-Trains vom Typ CITYLINK für Transport for Wales. Der CITYLINK von Stadler ist eine modulare, barrierefreie Stadtbahn, welches die Stadtzentren mit den umliegenden Agglomerationen ohne Umsteigen verbindet. Er ermöglicht einen Betrieb auf elektrifizierten Strecken und auf nicht elektrifizierten Strecken mittels Batterie. Die Fahrzeuge sind so ausgelegt, dass sie sowohl auf Vollbahnstrecken sowie auf Metro- und Stadtbahnstrecken eingesetzt werden können. Dank dem Traktionsbatteriesystem sind für den Kunden keine teuren Investitionen in die Infrastruktur nötig. Der CITYLINK ist 40 Meter lang und bietet Platz für 252 Fahrgäste. Das Hochflurfahrzeug verfügt über einen Fahrerstand pro Seite und erreicht eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde. Die hellen und klimatisierten Fahrgasträume bieten auch Multifunktionsabteile mit Platz für Fahrräder sowie Sitzplätzen für Personen mit eingeschränkter Mobilität und zwei Plätzen für Rollstühle. Der CITYLINK ermöglicht Fahrgästen ein sicheres und komfortables Reisen ohne Umsteigen.

Präsentation CITYLINK
Gleis T10/70, 22.09.2022, 11.00 Uhr

METRO (IPEMU) für Liverpool City Region Combined Authority und Merseytravel, Grossbritannien

Nach der Vertragsunterzeichnung im Jahr 2017 für die Herstellung und Lieferung von 52 METRO-Zügen beantragte die Liverpool City Region Stadler im September 2021 mit dem Umbau von sieben Fahrzeugen zu unabhängig angetriebenen elektrischen Zügen (Independent Powered Electrical Multiple Unit IPEMU). Diese innovativen und umweltfreundlichen Züge basieren auf der ursprünglichen Class 777 METRO und ermöglichen die Ausweitung des Betriebs auf nicht elektrifizierten Strecken. Mit den IPEMU lassen sich Infrastrukturarbeiten vermeiden sowie die Fahrgastzahlen zu erhöhen dank integriertem Reiseerlebnis. IPEMUs können dieselbetriebene Züge ersetzen und unterstützen so regionale und nationale Behörden die Ziele zur Verringerung des CO2-Ausstosses zu erreichen. Darüber hinaus ersparen die IPEMUs das Umsteigen was zu einem verbesserten Reiseerlebnis und verkürzten Reisezeiten für die Fahrgäste führt. Der IPEMU ist mit einem batteriegestützten Energiespeichersystem ausgestattet. Die neue Batterietraktionsausrüstung ist im Untergestell untergebracht. Während ein IPEMU auf dem elektrifizierten Netz fährt, werden die Batterien über die dritte Schiene oder durch regeneratives Bremsen aufgeladen. Die Ladezeit beträgt weniger als 15 Minuten und eine Batterie ist für mehr als 10 000 Lade- und Entladezyklen ausgelegt. Der Übergang vom rein elektrischen zum IPEMU-Antrieb ist gleichmässig und für die Fahrgäste während der Fahrt nicht bemerkbar.

Präsentation METRO (IPEMU)
Gleis T09/60, 22.09.2022, 14.00 Uhr

(Pressemeldung vom 15.07.2022)
Quelle: Stadler Rail AG | Foto: Stadler Rail AG
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