Wirtschaft

Imtech-EnergieEffizienz-Symposium zum Thema Energiewende

10.10.2011

Hamburg: Die Runde war mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger und dem ehemaligen grünen Außenminister Joschka Fischer hochkarätig besetzt. Im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart fand am 26. September 2011 der erste Energy Efficiency Talk von Imtech statt. Moderiert von Nina Ruge wurde in den Vorträgen und der anschließenden Podiumsdiskussion klar, dass Deutschland viel effizienter als bisher mit Energie umgehen muss, um die Energiewende zu schaffen.

Der Umbau unseres Energiesystems wird Politik und Gesellschaft noch lange Zeit beschäftigen. Der günstigste Weg zur klimaneutralen Energieversorgung ist dabei die EnergieEffizienz – unsere größte ungenutzte Energiequelle. Doch außer Sonntagsreden zu halten, wird energiepolitisch zu wenig getan. Mit Worten wie diesen eröffnete Klaus Betz, Geschäftsführer der Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, das Symposium. „EnergieEffizienz ist die Brückentechnologie für eine vollständige Umstellung der Stromversorgung auf Erneuerbare Energien“, so Betz. „Imtech ist darauf vorbereitet und bietet Lösungen an, mit denen die Kunden sowohl ökonomisch als auch ökologisch von der Energiewende profitieren.“  
 
Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg macht sich die Gesellschaft Gedanken darüber, zu welchen Bedingungen und Kosten der Strom aus der Steckdose kommt. Vor uns liegt das teuerste gesellschaftliche Projekt seit der Finanzierung der Deutschen Einheit: Die Umlagen für Erneuerbare Energien summieren sich nach Schätzungen bis 2030 auf 250 Milliarden Euro, hinzu kommen 85 Milliarden für den Netzausbau.
 
Trotzdem leisten wir uns weiterhin einen sorglosen Umgang mit Energie. Daran ändern auch die Beschlüsse zur Energiewende nichts. Denn Effizienz-Projekte profitieren von den staatlichen Fördergeldern nur in bescheidenem Maße. Dabei leistet Energiesparen mit 50 Prozent den mit Abstand größten Beitrag zur Erreichung unserer Klimaschutzziele. EnergieEffizienz finanziert die Energiewende damit quasi von alleine.
 
EU-Energiekommissar Günther Oettinger sieht die Politik ebenfalls in der Pflicht. Das Klimaschutzziel, bis zum Jahr 2020 20 Prozent weniger Energie zu verbrauchen, würden die EU-Staaten klar verfehlen. Energiesparen habe Vorrang vor dem Aufbau neuer Energieerzeuger-Kapazitäten. Der entsprechende EnergieEffizienz-Plan 2011 werde derzeit mit den europäischen Regierungen diskutiert. Deutschland müsse hier etwa über steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten eine noch größere Vorreiterrolle einnehmen.
 
Auch der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer, bekannt als jemand, dem der maß- und sinnvolle Umgang mit Energie am Herzen liegt, forderte die Bundesregierung auf, mit der EnergieEffizienz endlich ernst zu machen. Die Industriestaaten müssten hier Schrittmacher sein. Vor allem auch angesichts des steigenden Energiebedarfs der Schwellenländer. Sonst drohten Verteilungskämpfe. Mit Appellen allein sei es nicht getan, sondern es bedürfe „spürbarer Preise“ sowie weiterer politischer Regulierungen.
 
Podiumsdiskussions-Teilnehmer Peter Eilers, Mitglied der Geschäftsleitung von Imtech Deutschland, erinnerte an die hohen Sparpotenziale gerade auch in der Gebäudetechnik – sowohl im Energieverbrauch als auch bei den Energiekosten. Effizienz-Maßnahmen sparen somit Geld ein. Durch das Dienstleistungsmodell „Contracting“ ließen sich zudem Maßnahmen umsetzen, ohne dass der Kunde Kapital einsetzen muss. Doch auch hier müsse der Staat stärkere Anreize geben. (Pressemeldung vom 06.10.2011)
Quelle: Imtech Deutschland / Foto: Imtech Deutschland
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