Wirtschaft

ifaa: Wie kann man die Wirtschaftlichkeit von Industrie 4.0 ermitteln?

25.07.2017

ifaa | Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. Düsseldorf: Damit Industrie 4.0 zielgerichtet genutzt werden kann, müssen die Auswirkungen auf die Produktivität von Unternehmen verständlich und messbar gemacht werden“ erklärte Dr. Marc-André Weber, wissenschaftlicher Experte des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa). Im Rahmen der Konferenz „Human Aspects of Advanced Manufacturing“ am 21. Juli in Los Angeles stellte er einen strukturierten Ansatz vor, der Digitalisierungslösungen Einsatzmöglichkeiten in betrieblichen Prozessen zuordnet und die Wirkungen auf Output und Input der Prozesse aufzeigt. Das Modell soll Praktikern helfen, geeignete Industrie 4.0-Lösungen zu finden, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit durch Produktivitätszuwächse zu verbessern.
 
Dr. Weber erklärte anhand mehrerer Beispiele, wie Industrie 4.0 die Produktivität beeinflusst. „Wenn zum Beispiel Lerninhalte auf einem Tablet an einem Arbeitsplatz bereitgestellt und dabei individualisiert an den Nutzer angepasst werden, kann in kurzer Zeit Wissen angeeignet und der Output verbessert werden – weil Produkte schneller und qualitativ hochwertiger vom Band laufen“ so Dr. Weber. Er machte dabei deutlich, dass es nicht „die eine“ Industrie 4.0-Strategie geben kann, sondern dass es auf eine betriebsspezifisch ausgewogene Mischung verschiedener Technologien und ihre sinnvolle Integration in unterschiedlichste Prozesse ankommt. Nur damit können Betriebe ihre Produktivität nachhaltig beeinflussen. Dr. Weber erklärte: „Manche Ansätze eignen sich, um den quantitativen Input zu reduzieren, etwa durch geringeren Materialverbrauch aufgrund intelligenter Maschinensteuerung. Andere Ansätze erhöhen den qualitativen Output, etwa weil weniger Ausschuss anfällt“.
 
Eine höhere Produktivität geht mit verbesserter Wirtschaftlichkeit einher. „Wirtschaftlichkeit entspricht in Euro bewerteter Produktivität“ so Dr. Weber. Aus diesem Grund ist es wichtig, Industrie 4.0 zielgerichtet einzusetzen, um das Verhältnis von Output zu Input zu verbessern. (Pressemeldung vom 24.07.2017)
Quelle: Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. | Foto: ifaa
FIRMENGLOSSAR auf nordic market
PRODUKTGLOSSAR auf nordic market