Wirtschaft

Hydrographie ist die Basis für die Nutzung und den Schutz der Meere

21.06.2021

BSH Bundesamt für Seeschifffahrt und HydrographieHamburg | Rostock: Anlässlich des Welttags der Hydrographie und des 100jährigen Bestehens der Internationalen Hydrographischen Organisation (International Hydrographic Organisation - IHO) am 21. Juni 2021 betont die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Dr. Karin Kammann-Klippstein, die Bedeutung der Hydrographie.

„Die Hydrographie ist die Basis für die Nutzung und den Schutz der Meere“, so die Präsidentin der zentralen maritimen Behörde Deutschlands. "Sie liefert die grundlegenden Informationen für alle Nutzungen der Meere, dient dem Schutz vor Gefahren, etwa durch Hochwasser und Untiefen, Hindernisse auf Schifffahrtsrouten und auf dem Meeresgrund lagernde Schadstoffe und trägt zu Erkenntnissen über bestehende oder bevorstehende Veränderungen des Meereszustands bei."

Diesem Zweck dienen insbesondere Seevermessung, Wracksuche, Seekarten und -bücher sowie Informationen zum Wasserstand. Die genaue Kenntnis der Gewässertiefen ermöglicht eine sichere Navigation ebenso wie zum Beispiel die Vorausberechnung von Hochwassern oder von Strömungen.

In diesem Zusammenhang weist die BSH-Präsidentin auch auf die wichtige Rolle hin, die die 1921 als Internationales Hydrographisches Büro in Monaco gegründete IHO für die Hydrographie spielt: „Für das große Bild der Meere benötigt man internationale Zusammenarbeit sowie eine Standardisierung und Harmonisierung der Daten. Als erste zwischenstaatliche Organisation hat die IHO in Kooperation mit allen Partnern und Nutzern hydrographischer Daten in den letzten 100 Jahren diese Standards definiert und so zum Beispiel das einheitliche Aussehen und die Qualität von Seekarten definiert.“

Die IHO feiert am Welttag der Hydrographie unter Beteiligung von Fürst Albert II. von Monaco ihr hundertjähriges Bestehen, aufgrund der Corona-Pandemie in erster Linie virtuell. Generalsekretär Dr. Mathias Jonas, zuvor Vizepräsident des BSH, und Fürst Albert II. von Monaco eröffnen die Feiern am Montag mit Festreden. Das Fürstentum hat die IHO und ihre Arbeit von Beginn an aktiv unterstützt. Mit seiner Stiftung „Fondation Prince Albert II de Monaco" setzt Fürst Albert II. sich aktiv für den Schutz der Meere ein.

„Natürlich blickt man bei einem solchen Jubiläum zurück auf das Erreichte, aber die Organisation richtet ihren Blick vor allem nach vorne und orientiert sich an den zukünftigen Anforderungen. Dabei wirkt das BSH mit seinem Zentrum für Hydrographie in Deutschland intensiv mit“, sagt Thomas Dehling, Leiter der Abteilung Nautische Hydrographie im BSH, Nationaler Hydrograph Deutschlands und Vorsitzender des Interregional Coordination Committee (IRCC) der IHO.

Hydrographie ist die Basis für die Nutzung und den Schutz der Meere

Foto: Funktion eines Fächerecholots: Das Fächerecholot sendet mehrere hundert Messstrahlen. Der Fächer erfasst einen Streifen des Meeresbodens entlang des Messprofiles. Daraus kann ein digitales Geländemodell erstellt werden.  Foto: (Bildmontage) Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

Mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung der Schifffahrt wachsen Hydrographie, Ozeanographie und Meteorologie weiter zusammen. Die flächendeckende Vermessung der Weltmeere nimmt an Bedeutung zu. Auch hier spielt die IHO eine zentrale Rolle. Mit der großzügigen Förderung durch die Nippon Foundation und der Kooperation von IHO und der zwischenstaatlichen ozeanographischen Organisation (Intergovernmental Oceanographic Committee - IOC) ist das 2017 gestartete Projekt Seabed 2030 ein besonders positives Beispiel dafür. Bis 2030 sollen alle verfügbaren Tiefen des Meeresbodens in bathymetrischen Karten zusammengetragen oder Lücken durch neue Vermessungen geschlossen werden. 2017 waren lediglich sechs Prozent des Meeresbodens nach modernen Standards vermessen. Inzwischen ist die Abdeckung auf fast 20 Prozent gestiegen. Seabed 2030 trägt die existierenden Daten zusammen und stößt neue Tiefenmessungen an. Das Projekt unterstützt ein wichtiges Ziel der UN-Ozeandekade 2021 bis 2030, einen transparenten Ozean mit offenem Zugang zu Daten, Informationen und Technologien für alle.

Das BSH ist die zentrale maritime Behörde Deutschlands. An den beiden Dienstsitzen in Hamburg und Rostock sowie auf 5 Schiffen arbeiten rund 1.000 Beschäftigte aus über 100 Berufen. Im Mittelpunkt der Aufgaben stehen u.a. die Förderung, Sicherheit und Überwachung der Seeschifffahrt, Forschung und Erhebung langer Datenreihen im Bereich der Ozeanographie und Meereschemie, der Wasserstandsvorhersagedienst sowie die nautische Hydrographie, im Rahmen derer amtliche Seekarten erstellt werden. Ein in letzter Zeit stetig anwachsender Bereich ist die Zuständigkeit als Genehmigungs- und Überwachungsbehörde für Offshore-Windenergieanlagen. Als deutsche Flaggenstaatsverwaltung und Dienstleister für die maritime Wirtschaft unterstützt das BSH diese mit Genehmigungen, Haftungsbescheinigungen, Produktprüfungen, Zulassungen und Bereitstellung von Daten.

Um die Vereinbarkeit von Schutz und Nutzung der Meere kontinuierlich zu verbessern und das Wissen über die Meere kontinuierlich zu vertiefen, arbeitet das BSH in der maritimen anwendungsorientierten Forschung und an der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Untersuchungen und Bereitstellung von Daten zu Seegangsmessungen in Offshore-Windparks und sowie der Aufbau von Schallmessnetzen in Nord- und Ostsee und die Bereitstellung von Daten und technischen Informationen zu Impulsschall im Meer sind Beispiele dafür. Auch die Entwicklung von Technologien zur Messung von Schiffsemissionen in der Luft gehört dazu. Mit dem BSH Systemlabor Navigation und Kommunikation steht eine Testumgebung für komplexe Navigations- und Kommunikationssysteme zur Verfügung.

(Pressemeldung vom 21.06.2021)
Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie | Foto: BSH
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