Wirtschaft

HWWI: Luftfahrtindustrie in Norddeutschland im Aufwind

24.04.2015

HWWI Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH Hamburg: Die Luftfahrtindustrie bleibt weltweit auf Wachstumskurs. Norddeutschland profitiert davon insbesondere in den Bereichen hoch qualifizierter Beschäftigung sowie in Forschung und Entwicklung (FuE). Diese Ergebnisse liefert eine Aktualisierung der Studie „Im Steigflug. Die Luftfahrtindustrie als Wachstumsmotor für Norddeutschland“. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hatte diese Studie im Jahr 2012 im Auftrag von Airbus durchgeführt. Die Aktualisierung beruht auf neuen Daten aus den Jahren 2012 bis 2014.

Die anhaltende wirtschaftliche Dynamik in den Schwellenländern und die steigende Vernetzung der urbanen Zentren in den asiatischen Volkswirtschaften sorgen weiterhin für Auftrieb in der Luft- und Raumfahrtindustrie. So wird sich in den kommenden Jahren der Passagierflugverkehr von 6.000 Milliarden auf 14.000 Milliarden Passagierkilometer weltweit mehr als verdoppeln. Der Anteil des Inlandsflugverkehrs in China wird dann allein rund 10 Prozent betragen. In den nächsten zwanzig Jahren werden infolge der steigenden Nachfrage weltweit mehr als 30.000 neue Flugzeuge ausgeliefert.

Norddeutschland als einer der wichtigsten Luftfahrtstandorte Deutschlands wird von diesen Entwicklungen besonders profitieren. Dies macht sich vor allem in einer stabilen Beschäftigungsentwicklung bemerkbar. Die Beschäftigung im norddeutschen Luft- und Raumfahrzeugbau ist in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel gestiegen und liegt derzeit bei über 38.000 Beschäftigten. Dies entspricht einem Anteil von rund 42 Prozent aller deutschlandweit in der Luftfahrtindustrie Beschäftigten. Von den Industriebeschäftigten in Hamburg arbeitet knapp jeder Vierte im Luft- und Raumfahrzeugbau. Im Luft- und Raumfahrzeugbau ist der Akademikeranteil überdurchschnittlich hoch: Rund 30 Prozent der in der Branche Beschäftigten sind Akademiker, gegenüber nur rund 11 Prozent im verarbeitenden Gewerbe insgesamt.

Die Unternehmen des Luft- und Raumfahrzeugbaus in Deutschland sind führend hinsichtlich ihrer FuE-Aktivitäten. Sie investieren pro Arbeitsplatz mehr als doppelt so viel in FuE wie ein durchschnittliches Industrieunternehmen. Als ein besonderer Erfolg der FuE-Aktivitäten in der Luftfahrt der letzten Jahre ist die Entkopplung von Transportleistung und Treibstoffverbrauch zu verzeichnen. Die Treibstoffeffizienz konnte durch eine kontinuierliche Verbesserung der Flugzeuge und deren Triebwerke deutlich erhöht werden. Auch das Lärmkontingent ist trotz zunehmender Passagierzahlen beispielsweise am Flughafen Hamburg um insgesamt 6 Prozent gesunken, je Fluggast sogar um 17 Prozent.

Die Forschungs- und Entwicklungskompetenz für die Luftfahrt ist in Norddeutschland durch verschiedene Technologiezentren in Hamburg, Bremen und Niedersachsen konzentriert. Diese bilden von der Materialforschung über die Treibstoffeffizienz bis hin zur Montagetechnik und Kabinenausrüstung die gesamte Prozesskette für Flugzeugfertigung in Deutschland ab. Hierbei ergänzen sich die Einrichtungen gegenseitig, sodass die länderübergreifende Zusammenarbeit in Norddeutschland weiter ausgebaut wird.
In den nächsten Jahren wird es im Luftfahrzeugbau voraussichtlich nicht zu einer Entwicklung neuer Flugzeugtypen kommen. Die Industrie wird durch schrittweise Weiterentwicklungen die Effizienz bestehender Flugzeugmuster weiter erhöhen und somit Kosten und Emissionen weiter senken. Hierzu zählen einerseits der zunehmende Einsatz leichterer Werkstoffe und andererseits neue Fertigungstechnologien, wie der 3D-Druck – der Bedarf an neuen Qualifikationen in den IT- und Ingenieursberufen zeichnet sich somit ab.

„Für Norddeutschland bleibt die Luftfahrt eine wichtige Schlüsselindustrie. Die weltweit steigende Nachfrage im Luftverkehr sowie die hohe Forschungsintensität der Branche sorgen für einen Zuwachs an hoch qualifizierter Beschäftigung. Vom branchenübergreifenden Technologie- und Wissenstransfer profitiert der gesamte Standort“, sagt Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des HWWI. (Pressemeldung vom 23.04.2015)

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH | Foto: HWWI
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