Wirtschaft

Hochwasserschutzsystem der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern

04.06.2013

MV Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Schwerin: Nach der Vorhersage der Hochwassermeldezentrale in Magdeburg ist in der zweiten Wochenhälfte damit zu rechnen, dass in Dömitz die Elbe den Richtwasserstand der Alarmstufe I, d.h. 5,00 m am Pegel erreicht. "Schon vor Erreichen der Alarmstufe I werden die Deichvorländer überflutet", warnt Umweltminister Dr. Till Backhaus. "Viehhalter sollten ihre Tiere deshalb vorsorglich evakuieren."

 "Die Hochwasserereignisse haben gezeigt, dass das ertüchtigte Hochwasserschutzsystem der Elbe dem Wasser standhalten konnte", betont der Minister. "Sie haben aber auch gezeigt, dass es erneut einer Anpassung an die offensichtlich veränderten hydrologischen Verhältnisse bedarf. Wir haben jetzt noch drei, vier Tage Zeit, um uns vorzubereiten." M-V sei jedoch gut gerüstet, ist der Minister überzeugt.

Aus der Erfahrung des Hochwassers von 2002, bei dem erstmals die Havelpolder zur Entlastung der Elbe genutzt wurden, hat das Land M-V mit den Ländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen einen Staatsvertrag geschlossen, der eine gemeinsame Entscheidung zur Flutung vorsieht. Aktuell beraten die Fachleute in Magdeburg, ob die Flutung der Havelpolder bei dem diesjährigen Ereignis zur Entlastung der Unterlieger herangezogen werden kann. Die Wirksamkeit dieser Hochwasserabwehrmaßnahme hängt insbesondere vom Verlauf der Wasserstandsentwicklung in der Elbe und der Havel ab.

Der Zustand der Hochwasserschutzanlagen in M-V wird zweimal jährlich durch eine Schaukommission unter Leitung des StALU WM überprüft, an der regelmäßig auch die untere Wasserbehörde und Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim sowie die örtlichen Gemeinden, Wasser- und Bodenverbände, die Bundeswehr und die Nachbarländer teilnehmen.

Die Frühjahrsschauen in den Bereichen Boizenburg und Dömitz fanden zuletzt im Mai dieses Jahres statt und ergaben keine gravierenden Beanstandungen. Das heißt, die Anlagen befinden sich in einem guten Unterhaltungszustand, der erwarten lässt, dass sie einem Ereignis, für das sie bemessen sind, problemlos standhalten werden. Der Abfluss, der diesem zugrunde liegt, beträgt 4000 m3/s. Bei den Hochwassern der Jahre 2002, 2006 und 2011 wurden Abflüsse von rund 3400 bis 3600 m3/s gemessen.

Seit 1991 hat das Land M-V in das Hochwasserschutzsystem Elbe und deren Rückstaugebiete rund 96 Mio. € investiert. Davon wurden 52,4 Mio. € von 2002 bis 2012 realisiert. Auch den jährlich 0,5 Mio. € für die Unterhaltung der Hochwasserschutzanlagen ist es zu verdanken, dass sie dieser Beanspruchung standgehalten haben. Von den noch 1991 sanierungsbedürftigen 94,9 km Deiche sind inzwischen 86,2 km ertüchtigt. In diesem Jahr werden zwei weitere Vorhaben, die Sanierung des Randkanaldeiches und des rechten Löcknitzdeiches mit einem Gesamtwertumfang von rund 2,5 Mio. € begonnen.

Die Elbe fließt auf 21 km durch Mecklenburg- Vorpommern. Die Gesamtlänge der Elbe liegt bei 1094 km. Im hochwassergefährdeten Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns leben auf einer Fläche von 25.132 ha ca. 14.000 Menschen mit ihrem Hab und Gut. Insgesamt werden vom StALU Westmecklenburg etwa 155 km Deiche unterhalten. Diese befinden sich nicht nur direkt an der Elbe, sondern auch an den Zuflüssen Löcknitz, Müritz-Elde-Wasserstraße, Sude, Schaale, Boize, Brahlstorfer Bach, dem sogenannten Rückstaubereich. Im Bereich der Sude befinden sich darüber hinaus Flutpolder, die z.T. gemeinsam mit dem Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband (Niedersachsen) betrieben werden. (Pressemeldung vom 03.06.2013)

Quelle: LU MV Nr. 157/ 2013 | Foto: MV, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
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