Wirtschaft

Hamburg Energie und Wärme Hamburg fusionieren

17.04.2021

Wärme Hamburg GmbHHamburg, 17.04.2021 - Die städtischen Energieversorger HAMBURG ENERGIE und Wärme Hamburg sollen zum 1. Januar 2022 fusionieren. Diese Entscheidung hat der Hamburger Senat heute bekannt gegeben. Damit wird das neue Unternehmen künftig Strom-, Gas- und Wärmelösungen für Privat- und Geschäftskunden aus einer Hand anbieten.

Die Entscheidung folgt auf die Umsetzung des Volksentscheids von 2013 und den vollständigen Rückkauf der Wärme Hamburg im Jahr 2019. Die Koalitionspartner SPD und GRÜNE hatten sich im Koalitionsvertrag 2020 darauf verständigt, dass die städtischen Unternehmen Synergien heben und stärker kooperieren sollen – auch um effektiver zum Klimaschutz beizutragen. Die Fusion der beiden kommunalen Energieunternehmen ist ein wichtiger Schritt, diese Vereinbarung umzusetzen. In der Vorbereitung waren Gewerkschaften und Betriebsräte eingebunden. Da alle Mitarbeitenden gebraucht werden, ist kein Stellenabbau geplant.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie und Aufsichtsratsvorsitzender bei der Wärme Hamburg und bei Hamburg Energie: „Wir haben beschlossen, dass Hamburg Energie und die Wärme Hamburg fusionieren sollen. Zwei starke Partner mit Profilen, die sich sehr gut ergänzen, kommen ab 2022 unter einem Dach zusammen. Dies wurde gründlich geprüft und wird jetzt vorbereitet. Die Fusion bringt Vorteile für die Energiewende, bei der Erreichung der Klimaziele und letztlich auch bei den Kosten. Für bestehende Kundinnen und Kunden ändert sich damit nichts, aber sie profitieren zukünftig von einer größeren Produktpalette aus einer Hand. Wir als Stadt stellen uns dadurch noch schlagkräftiger und besser auf, um die Energiewende voranzubringen und mehr Treibhausgase einzusparen. Die Fusion soll nicht zu Lasten der Beschäftigten aus keinem der beteiligten Unternehmen gehen. Denn der Erfolg dieser Fusion hängt maßgeblich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab – deshalb waren die Gewerkschaften und Betriebsräte in die Vorbereitung eingebunden und bleiben dies auch im weiteren Verfahren. Seit dem Rückkauf der Energienetze kann Hamburg die Energie- und Klimapolitik aktiv gestalten und tut dies auch. Das ist ein großer Vorteil für uns als Stadt und Bundesland. Wir arbeiten an der Wärmewende und sind mit vielen Projekten bundesweit Vorreiter, z.B. mit der Nutzung von industrieller Abwärme, Aquiferspeichern, Wärmepumpen oder Tiefengeothermie. Unsere städtischen Unternehmen bauen smarte Netze, E-Ladesäulen, sie bereiten Hamburgs Zukunft als Wasserstoffstandort aktiv vor und versorgen städtische und private Kunden mit Ökoenergie.“

Andreas Dressel, Finanzsenator und HGV-Aufsichtsratsvorsitzender: „Der Senat hat sich selbst mit dem Koalitionsvertrag ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Unter Wahrung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen wir gezielt Synergiepotenziale der Versorgungsbereiche Strom, Gas und Fernwärme heben. Die geplante Fusion zwischen HAMBURG ENERGIE und Hamburg Wärme ist in diesem Kontext ein richtiger und wichtiger Schritt zur Verzahnung. Ein solches Vorhaben will gut geprüft und abgestimmt sein. Mit dem durchgeführten Audit unter Federführung der zur Finanzbehörde gehörenden HGV konnten wir im Rahmen eines transparenten Verfahrens und unter Beteiligung aller relevanten Stakeholder die bestmögliche Variante für die Kooperation der beiden städtischen Unternehmen ermitteln. Zugleich haben wir den Personalvertretungen und Gewerkschaften eine enge Einbindung auch in den weiteren Prozess angeboten. Von der Fusion profitieren vor allem die Kundinnen und Kunden, aber eben mit zukunftssicheren Arbeitsplätzen im Ergebnis auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Unser Konzern Hamburg wird im Ergebnis weiter gestärkt.“

Christian Heine, Geschäftsführer der Wärme Hamburg: „Ich freue mich sehr über die Entscheidung Hamburg Energie und Wärme Hamburg zu fusionieren! Mit der Fusion sind wir in der Lage, unseren Kundinnen und Kunden ein noch breiteres Angebot an Produkten und Dienstleistungen zu bieten. Gleichzeitig können wir bei wichtigen Klimaschutz- und Zukunftsprojekten künftig unser Know-how bündeln und gemeinsam die urbane Energiewende voranbringen. Hamburg Energie und Wärme Hamburg haben große strategische Übereinstimmungen, tragen beide den Namen unserer Hansestadt und fühlen sich ihr in besonderem Maße verpflichtet. Dieser Verpflichtung können wir als ein starker, integrierter Regionalversorger für Privat- und Geschäftskunden nun noch besser gerecht werden.“

Michael Prinz, Geschäftsführer HAMBURG ENERGIE: „Im Auftrag der Stadt hat HAMBURG ENERGIE in den letzten elf Jahren bewiesen, wie die Energiewende mitten in einer Großstadt umgesetzt werden kann. Dem Gründungsauftrag, den Ausbau erneuerbaren Energien in der Hansestadt voranzutreiben, kommen wir nun mit vereinten Kräften nach. Daher freut mich die klare und konsequente Entscheidung außerordentlich, ein gemeinsames Unternehmen zu etablieren, das den Ausstieg aus fossilen Energien ganzheitlich weiter voranbringt. Zukünftig können den Menschen und Unternehmen in Hamburg Strom- und Wärmelösungen aus einer Hand geboten werden.“

Nathalie Leroy, Sprecherin der Geschäftsführung HAMBURG WASSER: „Wir sind richtig stolz darauf, dass wir in den letzten elf Jahren daran mitgewirkt haben, unsere Tochtergesellschaft HAMBURG ENERGIE zu einem erfolgreichen Unternehmen zu entwickeln und es jetzt durch die Fusion mit Wärme Hamburg unterstützt wird, die Ziele der Stadt Hamburg im Hinblick auf die Energiewende noch stärker umzusetzen. Natürlich sind wir auch betroffen, dass das Unternehmen und die Kolleginnen und Kollegen von HAMBURG ENERGIE unseren Konzern verlassen. Aber sie bleiben uns in der großen städtischen Familie erhalten.“

Dr. Isabella Niklas, Sprecherin der Geschäftsführung HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH: „Wir freuen uns, dass wir unsere Expertise aus dem Netzrückkauf im Rahmen der von der HGV durchgeführten Untersuchung einbringen konnten. Aus Konzernsicht eröffnet die Fusion strategisch und auch wirtschaftlich neue Potentiale, insbesondere im Bereich der dezentralen Erzeugung. Durch die Verschlankung der Prozesse gehen wir davon aus, dass die Steuerung durch die HGV zukünftig effizienter erfolgen kann. Wir bedanken uns bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wärme Hamburg, der Hamburg Energie und von Hamburg Wasser, die das Projekt in den vergangenen Wochen mit großem Engagement vorangetrieben haben.“

Das fusionierte Unternehmen wird künftig rund 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Damit bietet es die gesamte Wertschöpfungskette von Erzeugung, Verteilung und Vertrieb für Energie an. Das umfasst neben der Versorgung von Kunden mit 100 Prozent Ökostrom, Gas, Fern- und Nahwärme sowie Elektromobilität. Um die Fusion zu ermöglichen, wird HAMBURG ENERGIE aus dem HAMBURG WASSER-Konzern herausgelöst.

Vorausgegangen ist der Entscheidung ein dreimonatiges Audit mit dem Ziel, die optimale Form der künftigen Zusammenarbeit beider Unternehmen zu ermitteln. Unter Federführung der HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH wurde ein Kooperationsaudit durchgeführt. Neben der HGV waren die Geschäftsführungen und Führungskräfte der beteiligten Unternehmen (Wärme Hamburg, HAMBURG ENERGIE und HAMBURG WASSER), die Behördenleitungen der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, der Finanzbehörde, die Senatskanzlei, sowie Vertreter der betrieblichen Mitbestimmung und Gewerkschaften eingebunden. Die jeweiligen Aufsichtsräte müssen noch zustimmen.


(Pressemeldung vom 17.04.2021)
Quelle: Wärme Hamburg GmbH
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