Wissenschaft

Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis - Höchstdotierter deutscher Forschungspreis geht erneut an Hamburger Wissenschaftler

11.12.2014

Senat Hansestadt Hamburg Hamburg: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute in Bonn acht Wissenschaftlern den Leibniz-Preis 2015 zuerkannt. Der in Hamburg tätige Wissenschaftler Prof. Dr. Henry Chapman, wird für seine Leistungen im Bereich der Kurzzeit-Röntgenphysik geehrt. Er erhält ein Preisgeld in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Der Leibniz-Preis ist ein Ritterschlag für jeden Wissenschaftler. Mein herzlicher Glückwünsch gilt Prof. Dr. Henry Chapman, der den Preis für seine Forschung an freien Elektronenlasern zugesprochen bekommt. Mit ihm erhält wie im Vorjahr ein Wissenschaftler der Universität Hamburg diese besondere Auszeichnung. Der Leibniz-Preis ist auch Anerkennung für die exzellenten Forschungsbedingungen am Campus Bahrenfeld und die erfolgreiche Kooperation von DESY, Universität und Max-Planck-Gesellschaft in Hamburg.“

Begründung der Deutschen Forschungsgemeinschaft: „Mit Henry N. Chapman erhält ein international hoch renommierter Forscher den Leibniz-Preis, der in der Röntgenphysik und biologischen Physik bahnbrechende Entwicklungsarbeit geleistet hat. Chapman forscht an freien Elektronenlasern (FEL), mit denen sich komplexe Moleküle mittels ultrakurzer und hoch brillanter Röntgenpulse untersuchen lassen. Dabei sind jedoch grundlegende Probleme zu überwinden, allen voran jenes, dass die verwendeten Proben durch die extrem hohe Intensität der Röntgenstrahlung innerhalb kürzester Zeit – mitunter in 10 Femtosekunden, also 0,000 000 000 000 01 Sekunden – zerstört werden. Henry Chapmann entwickelte eine Methode, mit der er in Zusammenarbeit mit anderen Forschern erstmals innerhalb solcher kaum vorstellbarer Zeitspannen Beugungsbilder von Bio-Molekülen aufnehmen konnte, ehe die Proben verdampften. Bei dieser sogenannten seriellen Femtosekundenkristallografie (SFX) wird ein feiner Wasserstrahl mit winzigen Molekülproteinen mit dem freien Elektronenlaser gekreuzt. Die als „Abbildung vor Zerstörung“ („diffraction before destruction“) beinahe sprichwörtlich in die Fachwelt eingegangene Methode eröffnete den hochauflösenden Abbildungsverfahren in den Lebenswissenschaften völlig neue Möglichkeiten. Zugleich bahnte sie einen Weg zur Bestimmung der Struktur von Makromolekülen wie dem HI-Virus, die nicht kristallisiert werden können. Auf diese Weise konnte Chapman beispielsweise die Struktur eines Parasitenproteins aufklären, das die tropische Schlafkrankheit verursacht – was zugleich die Stärke des Physikers zeigte, wegweisende Methodenentwicklungen mit grundlegenden wissenschaftlichen Fragen zu verbinden.

In Großbritannien 1967 geboren, studierte und promovierte Henry Chapman im australischen Melbourne. Nach seiner Promotion folgten Postdoc-Jahre an der dortigen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization sowie in den USA, wo er zuletzt eine Arbeitsgruppe am renommierten Lawrence Livermore National Laboratory leitete. 2007 kam Chapman an das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg und wurde Gründungsdirektor des Centers for Free-Electron Laser Science (CFEL), einer gemeinsamen Einrichtung der Universität Hamburg, der Max-Planck-Gesellschaft und des DESY. Der Leibniz-Preis 2015 soll Chapman nicht zuletzt in die Lage versetzen, die noch größeren technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten der am DESY geplanten XFEL-Elektronenlaser-Anlage zu nutzen, die 2017 in Betrieb gehen soll.“

Verliehen werden die Leibniz-Preise 2015 am 3. März 2015 in Berlin. Die Preisverleihung ist im kommenden Jahr Teil einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungsorganisation für die Wissenschaft in Deutschland das 30-jährige Bestehen des „Gottfried Wilhelm Leibniz-Programms der DFG“ feiern will, in dessen Rahmen der Leibniz-Preis verliehen wird. Sein Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern und ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu ermöglichen. Für diese Zwecke kann ihnen für einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren ein Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro zugesprochen werden. Diese Mittel werden den Preisträgerinnen und Preisträgern ohne Antrag bewilligt; für den Einsatz der Mittel werden die weitestgehenden Freiheiten eingeräumt, die bei der Verwendung von öffentlichen Mitteln möglich sind.

Pro Jahr können bis zu zehn Preise verliehen werden. Mit den acht Preisen für 2015 sind bislang insgesamt 328 Leibniz-Preise vergeben worden. Davon gingen 109 in die Naturwissenschaften, 96 in die Lebenswissenschaften, 73 in die Geistes- und Sozialwissenschaften und 50 in die Ingenieurwissenschaften. Da Preis und Preisgeld in Ausnahmefällen geteilt werden, ist die Zahl der Ausgezeichneten höher als die der Preise. Insgesamt haben bislang 354 Nominierte den Preis erhalten, 312 Wissenschaftler und 42 Wissenschaftlerinnen. (Pressemeldung vom 11.12.2014)

Quelle: Senat der Hansestadt Hamburg | Foto: Senat der Hansestadt Hamburg
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