Wirtschaft

GL und DNV: Technischer Beirat informiert sich über die Fusion von GL und DNV

30.09.2013

Hamburg: Auf der Tagesordnung des 54. Technischen Beirats stand die Fusion des Germanischen Lloyd mit Det Norske Veritas. Unter der Leitung des Vorsitzenden Dr. Klaus Borgschulte wurde die Mitglieder des Technischen Beirats über den aktuellen Stand der Fusion zwischen DNV und GL zur größten Schiffsklassifikationsgesellschaft DNV GL Group informiert.

Erik van der Noordaa, Vorstandsvorsitzende der bisherigen GL Group, erläuterte die strategische Ausrichtung des neuen Unternehmens und hob die wichtigen Geschäftsfelder in dem Geschäftssegment Maritime Dienste hervor. Eine tragende Rolle spielen fortan die Klassifizierungsdienste für Schiffe und nun auch für Offshore Plattformen aller Art sowie die maritimen Beratungsdienste, die sowohl technische wie auch operative Fragestellungen bearbeiten.

Das maritime Geschäftssegment wird mit 6.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern vertreten sein, um weltweit Kundennähe zu gewährleisten. Allein im Bereich Maritime Beratungsdienste stehen 300 Berater zur Verfügung.

Erik van der Noordaa berichtete über weitere Ansätze eines nachhaltigen Wachstums der neuen Organisation: „Als führende Klassifikationsgesellschaft wird sich DNV GL insbesondere mit sicherheitsrelevanten Themenstellungen beschäftigen. Eine stärkere Konzentration und Investition in Forschung und Entwicklung ist dabei eine klare Zielsetzung.“

Finanzvorstand Dr. Joachim Segatz gab einen Überblick über das aktuelle Marktgeschehen und verwies auf die dynamische Nachfrageentwicklung im Offshore Bereich.

Über die Arbeit der zehn Fachausschüsse berichtete Dr. Pierre C. Sames, Leiter der maritimen Forschungsabteilung der DNV GL Group. Er führte aus, dass die Überarbeitung von Vorschriften und Regelwerke einem stringenten Überprüfungsregime unterworfen sind und nannte als Beispiel die neuen Vorschriften für große Rennyachten, neue Messverfahren zur Datenerfassung operativer Betriebszustände oder Strukturvorschriften für Offshore Plattformen sowie technologische Anforderungen an Condition Monitoring Systeme für Offshore Windturbinen.

Dr. Sames erläuterte zudem die technologischen Herausforderungen bei der Beurteilung von Dynamic Positioning Systemen im Eis. Mit dem Fokus auf Explorationsvorhaben in der Arktis steigt die Nachfrage nach Positionsverfahren für Offshore-Schiffe stark an. Zudem erfordert die Ausstattung von modernen Schiffen mit zahlreichen Sensoren zur Datenerfassung leistungsstarke integrierte Netzwerke, auf denen verschiedene sicherheitskritische und normale Anwendungen laufen. Er verwies darauf, dass der GL jüngst neue Richtlinien für Datennetze veröffentlicht hat.

Olav Nortun, Direktor Klassifikation bei DNV GL, erklärte wie die beiden Regelwerke der Klassifikationsgesellschaften DNV und GL zusammengeführt werden. Vorschriften zu Werkstoffen und Materialien werden aufgrund der geringeren Komplexität sehr viel früher veröffentlicht als beispielsweise die einschlägigen Vorschriften für die einzelnen Schiffstypen. Die neuen harmonisierten Vorschriften sollen bis Ende 2014 vorliegen. Nortun verwies darauf, dass der Prozess der Harmonisierung der Vorschriften keinen Einfluss auf die bereits klassifizierten Schiffe haben wird.

Albrecht Grell, Leiter der Maritimen Beratungsdienste von DNV GL, berichtete über eine neue Studie, die gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg erarbeitet wurde. Zielsetzung war die Beantwortung der Frage, wie die maritime Industrie mit den gestiegenen Herausforderungen eines wirkungsvollen Energiemanagements umgeht und in welchen Bereichen es „Best Practice“ Beispiele gibt. Zudem nutze er die Gelegenheit, die neuen maritimen Beratungsdienste mit lokalen Stützpunkten in Deutschland, Norwegen, China, Singapur und den Vereinigten Staaten von Amerika vorzustellen.

Jan Olaf Probst, Global Ship Type Manager von DNV GL, stellte diverse technische Maßnahmen vor, die einen unmittelbaren Einfluss auf den wirtschaftlichen Betrieb von Schiffen haben und deren Wettbewerbsfähigkeit steigern. „In der gegenwärtigen Marktsituation kommen Nachrüstungen und Umbauten eine wichtige Bedeutung zu“, so Jan Olaf Probst. „Diese ökoeffizienten Techniken wirken sich nicht nur auf finanzieller Ebene positiv aus. Sie senden auch in ökologischer Hinsicht positive Signale an die maritime Industrie.“ Er erläuterte, wie auf Tankern, Massengutfrachtern, Containerschiffen und Kreuzfahrtschiffen die Energieeffizienz gesteigert werden kann, welche Maßnahmen für welche Schiffstypen in Frage kommen und wie alt die Schiffe sein dürfen.

Dem Technischen Beirat und seinen Fachausschüssen gehören führende Persönlichkeiten aus Schifffahrt, Schiffbau, Zulieferindustrie, Versicherungswirtschaft, Forschung sowie Ministerien und Behörden an. Das Gremium berät bislang den GL in technischen Fragen und kontrolliert die Entwicklung der Klassifikations- und Bauvorschriften. Im intensiven Dialog mit den Mitgliedern ist gewährleistet, dass praxisorientierte Konzepte und Lösungen erarbeitet werden. DNV GL beabsichtigt die Gremienarbeit fortzusetzen.

DNV GL Group
Getreu seinem zentralen Anliegen, dem Schutz von Menschenleben, Gütern und Umwelt, unterstützt die DNV GL Group Unternehmen in dem Bemühen, die Sicherheit und Nachhaltigkeit ihrer Tätigkeit zu verbessern. Auf der Grundlage führender Kompetenz in Technologie, Anlagenbetrieb und Risikomanagement sowie profunder Branchenkenntnisse bietet die DNV GL Group Schiffsklassifikation, Zertifizierungs- und technische Prüfdienstleistungen zur Gewährleistung von Sicherheit und Betriebsbereitschaft an, ergänzt durch Software und unabhängige Beratung für ökonomisch und gesellschaftlich zukunftsfähige Unternehmensentscheidungen.

In den Schwerpunktbereichen maritime Industrie, Erdöl- und Erdgas- sowie Energiewirtschaft verschafft die DNV GL Group als ein führender Zertifizierer seinen Kunden fundierte und zuverlässige Entscheidungs- und Handlungsgrundlagen. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in Forschung und partnerschaftliche Innovationsprojekte, die seinen Kunden und der Gesellschaft insgesamt operative und technologische Zukunftsperspektiven eröffnen. Die Unternehmensgeschichte der DNV GL Group reicht bis ins Jahr 1864 zurück. Heute ist die DNV GL Group in mehr als 100 Ländern vertreten und unterstützt mit seinen 16.000 Mitarbeitern Unternehmen und Menschen in aller Welt dabei, sicherer, intelligenter und umweltfreundlicher zu handeln. (Pressemeldung vom 20.09.2013)

Quelle: Germanischer Lloyd SE | Foto: GL
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